Ryf lässt die Korken knallen

Daniela Ryf kann der langen Liste ihrer Siege einen weiteren hinzufügen. Beim Ironman 70.3 Mallorca ließ die Schweizer Seriensiegerin auch einer starken Julia Gajer keine Chance. Dritte wurde Yvonne van Vlerken.

Von > | 9. Mai 2015 | Aus: SZENE

Ironman 70.3 Mallorca Podium Frauen | Ironman 70.3 Mallorca, Podium Frauen (v. l.: Julia Gajer, Daniela Ryf, Yvonne van Vlerken)

Ironman 70.3 Mallorca, Podium Frauen (v. l.: Julia Gajer, Daniela Ryf, Yvonne van Vlerken)

Foto >Sina Horsthemke / spomedis

Der „Angry Bird“ hat wieder zugeschlagen. Mit einem Start-Ziel-Sieg dominierte die Schweizerin Daniela Ryf das Frauenrennen beim Ironman 70.3 Mallorca. „Heute gab es hier drei Wettkämpfe“, kommentierte die Zweitplatzierte, Julia Gajer, das Ergebnis im Ziel. „Ein Männerrennen, ein Frauenrennen und das von Daniela Ryf.“ Ryf hatte schon im Wasser keinen Meter verschenkt: Als Führende erreichte sie nach 1,9 Schwimmkilometern in der Bucht von Alcúdia den Strand – um auf dem Rad dann richtig aufzudrehen. Obwohl sie sich die technisch anspruchsvolle Strecke vorher gar nicht angeschaut hatte, flog sie im Tramuntana-Gebirge auf dem harten Weg zum Kloster Luc hinauf über die Berge, als gäbe es dort keine – um sich auf dem Rückweg unerschrocken in die rasenden Abfahrten zu stürzen. Julia Gajer kam da nicht mit, obwohl sie mit ihrem Rennen sehr zufrieden war: Endlich habe sie in allen drei Disziplinen ausgeglichene Leistungen zeigen können, freute sie sich im Ziel. Aber für die Klasse, in der die Hawaii-Zweite Daniela Ryf unterwegs war, reichte das einfach trotzdem nicht.

Kein Risiko für van Vlerken

Gajer fuhr ihr eigenes Rennen und schaffte es auch in den Bergen, die ehemalige Duathletin Yvonne van Vlerken auf Distanz zu halten. Die hatte im Wasser wie erwartet etwas Rückstand kassiert und hielt sich auf den 90 Radkilometern im Vergleich zu ihrem Rennen 2014 ein wenig zurück: „Letztes Jahr habe ich allein auf der Abfahrt von Luc zwei Minuten auf die anderen Mädels rausgefahren. Aber dieses Mal will ich kein Risiko eingehen, ich bin in letzter Zeit zu oft gestürzt und habe noch viel vor in dieser Saison.“ Van Vlerken verbrachte einen Teil ihrer Radzeit mit der Belgierin Tine Deckers, doch auch zu zweit konnten sie Ryf und Gajer nicht stellen.

Als Gajer und später van Vlerken und Deckers vom Rad stiegen, war Daniela Ryf bereits seit sechs Minuten zu Fuß unterwegs – und spätestens von da an war ihr der Sieg eigentlich nicht mehr zu nehmen. Im Gegenteil: Ryfs Vorsprung wuchs weiter; kontrolliert und keinesfalls an ihrer Leistungsgrenze dominierte die Schweizerin auch die letzte Disziplin. Fast zehn Minuten Vorsprung nahm „Angry Bird“, wie Ryf von ihrem Trainer Brett Sutton genannt wird, mit ins Ziel, Gajer beendete ihre wichtige Standortbestimmung für die Saison als Zweite. Das Podium komplettierte eine zufriedene Yvonne van Vlerken, die Tine Deckers und die Dänin Michelle Vesterby auf die Plätze dahinter verwies. Kristin Möller feierte ihren Saisoneinstand mit einem soliden sechsten Platz, dahinter folgten mit Verena Walter, Diana Riesler und Natascha Schmitt drei weitere Deutsche, die es damit noch in die Top Ten schafften.

Ironman 70.3 Mallorca | Frauen

  1. Mai 2015, Alcúdia (Spanien)

Name

Nation

Gesamt

1,9 km Swim

90,1 km Bike

21,1 km Run

1

Daniela Ryf

SUI

4:17:25

23:14

2:29:32

1:20:01

2

Julia Gajer

GER

4:26:53

24:08

2:34:30

1:23:13

3

Yvonne van Vlerken

NED

4:29:03

25:59

2:33:36

1:24:32

4

Tine Deckers

BEL

4:33:23

2:47

2:31:28

1:29:30

5

Michelle Vesterby

DEN

4:34:22

24:39

2:38:50

1:25:35

6

Kristin Möller

GER

4:36:15

28:49

2:41:48

1:20:34

7

Verena Walter

GER

4:38:32

25:57

2:37:09

1:29:40

8

Diana Riesler

GER

4:39:57

25:23

2:37:16

1:31:14

9

Mette Moe Pettersen

NOR

4:43:18

24:41

2.40:08

1:32:55

10

Natascha Schmitt

GER

4:43:40

24:53

2:42:18

1:30:48

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