Ryf rockt die WM-Show, Beranek starke Dritte

Daniela Ryf hat ihren Siegeszug durch die Ironmanwelt auch in Zell am See fortgesetzt. Die Schweizerin verteidigte bei der Ironman-70.3-WM ihren Titel aus Mt, Tremblant souverän. Mit dem Rekordvorsprung von elf Minuten verwies sie erneut die Kanadierin Heather Wurtele auf den Silberrang. Anja Beranek belohnte sich für ein couragiertes Rennen mit Platz drei.

Von > | 30. August 2015 | Aus: SZENE

Daniela Ryf - Weltmeisterin Ironman 70.3 2015

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Als Topfavoritin in ein Rennen zu gehen, ist das eine - dieser Rolle dann auch gerecht zu werden, aber etwas ganz anderes. Daniela Ryf schien auf dem Weg zu ihrem zweiten WM-Titel auf der Ironman-70.3-Distanz zu keiner Sekunde daran zu zweifeln, genau das zu tun. Unaufgeregt und hochkonzentriert, pedalierte und marschierte die Schweizerin durchs Pinzgau und ließ ihren Konkurrentinnen nicht den Hauch einer Chance. Nur beim Schwimmen durften sich die US-Amerikanerin Lauren Brandon und Radka Vodickova kurz darüber freuen, der übermächtigen Eidgenössin ein Schnippchen geschlagen zu haben.

Ryf geduldig, Beranek offensiv

Im Wissen ihrer Radstärke überließ Ryf beim knapp zwei Kilometer langen Schwimmauftakt im Zeller See zwei ihrer Konkurrentinnen das Feld. Nur knapp 23 Minuten brauchte die US-Amerikanerin Lauren Brandon für den Auftakt. Ryf kletterte etwa eine Minute später aus dem Wasser, verfiel auf den ersten Radkilometern aber nicht in Hektik. Erst nach gut einer Rennstunde übernahm sie die Führung und damit auch die Kontrolle über das Rennen. Anja Beranek, die beim Schwimmen knapp eine Minute auf die Schweizerin verloren hatte, trat schon auf dem Weg zum einzigen Anstieg mächtig in die Pedale und schob sich damit schnell in eine aussichtsreiche Position. Gegen den Druck von Ryf hatte die Fürtherin in der Folge zwar kein Rezept, dennoch ließ sie sich auch im 14 Kilometer langen Aufstieg zum Filzensattel nicht vorentscheidend abschütteln. Ryf setzte sich in der Folge dennoch Sekunde um Sekunde ab. Bei Radkilometer 77 war die Lücke nach hinten schon drei Minuten groß. In dieser Konstellation ging es danach auch auf die Laufstrecke.

Ryf läuft und läuft und läuft

Dort zerstörte Ryf dann schon auf der ersten Schleife um den Zeller See die letzten leisen Zweifel darüber, ob sie den Titel nicht vielleicht doch noch aus den Händen geben würde. Zwei Minuten knöpfte sie Beranek auf den ersten sieben Kilometern ab - damit war der zweite WM-Titel nach Mont Tremblant unter Dach und Fach. Spannend wurde es danach allerdings noch im Kampf ums Podium. Gejagt von den Kanadierinnen Heather Wurtele und Magali Tisseyre lieferte Anja Beranek einen der besten Halbmarathons ihrer Karriere. Und doch musste sie sich im Finish zumindest Wurtele geschlagen geben, die sich wie schon in Kanada vor einem Jahr den Vize-Weltmeistertitel sicherte. Das konnte die Freude über den hart erkämpften Podiumsplatz aber nicht trüben. Es sei der größte Erfolg seit ihrem EM-Titel von Wiesbaden, jubelte die Fürtherin. Das starke Abschneiden der deutschen Damen komplettierten Julia Gajer als Sechste und Ricarda Lisk auf dem achten Platz.

Ironman 70.3 World Championship - Frauen

  1. August 2015, Zell am See-Kaprun AUT)

Name

Nation

Gesamt

1,9 km Swim

90 km Bike

21,1 km Run

1

Daniela Ryf

SUI

4:11:34

23:46

2:21:10

1:22:51

2

Heather Wurtele

CAN

4:23:07

26:33

2:27:39

1:24:56

3

Anja Beranek

GER

4:24:10

24:32

2:24:18

1:31:17

4

Magali Tisseyre

CAN

4:25:33

24:55

2:27:56

1:28:45

5

Alicia Kaye

USA

4:27:39

24:03

2:28:58

1:30:35

6

Julia Gajer

GER

4:29:53

24:46

2:33:06

1:27:33

7

Susie Cheetham

GBR

4:30:31

26:34

2:34:52

1:25:01

8

Ricarda Lisk

GER

4:30:47

24:03

2:35:38

1:27:14

9

Lauren Barnett

USA

4:31:00

26:36

2:32:18

1:27:52

10

Emma Bilham

SUI

4:31:47

24:52

2:32:38

1:30:24

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