Ryf will Wellingtons Fabelzeit knacken

Wenige Tage nach ihrem triumphalen Einlauf auf dem Alii Drive von Kailua-Kona denkt Ironman-Weltmeisterin Daniela Ryf schon über ihre nächsten Ziele nach. Sie wolle auf Big Island ein noch besseres Rennen zeigen und am liebsten möglichst bald die Langdistanz-Bestmarke ihres Vorbilds Chrissie Wellington attackieren, erklärte die Schweizerin der Neuen Zürcher Zeitung.

Von > | 16. Oktober 2015 | Aus: SZENE

Ironman Frankfurt 2015 - Laufen - 19 | Ironman European Championships 2015 - Laufen

Ironman European Championships 2015 - Laufen

Foto >Michael Rauschendorfer

Von wegen Beine hochlegen und auf dem Erfolg ausruhen. Daniela Ryf hat 2015 alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. Am Ziel sieht sich die 28-jährige aus Solothurn aber noch lange nicht. Dabei interessieren sie weniger die acht Kona-Siege der legendären Paula Newby-Fraser. Sie wolle auf Hawaii ein noch besseres Rennen zeigen", erklärte Ryf wenige Tage nach dem Sieg auf Big Island in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ). Trainer Brett Sutton wird etwas konkreter. Zehn Minuten könne ihr Schützling bei der Ironman-WM noch schneller sein, ist der australische Erfolgscoach überzeugt. Vor allem beim Radfahren sieht Ryf selbst noch Potenzial. 2014 sei sie auf dem Queen Kaahumana Highway bei 80 Prozent ihres Leistungsvermögens gewesen, in diesem Jahr bei 90 Prozent, so Ryf. Sollte es der Schweizerin 2016 gelingen, ihr volles Leistungsvermögen auszuschöpfen, dürfte der Streckenrekord von Mirinda Carfrae wackeln. Doch Ryf hat es noch auf eine ganz andere Bestmarke abgesehen.

Angriff auf das Vorbild

"Eigentlich würde ich zu gern den Weltrekord über die Ironman-Distanz verbessern", verriet Ryf der NZZ. Der stamme von ihrem Vorbild, der Britin Chrissie Wellington - übrigens viele Jahre ebenfalls Schützling des exzentrischen Brett Sutton. Wellington brauchte bei der Challenge Roth im Juli 2011 für die legendären 226 Kilometer nur 8:18:13 Stunden. Und was sagt Sutton zu Ryfs Weltrekordtraum? Der Coach meint, ich solle nicht an diese Zeit denken, plaudert die aktuell weltbeste Mittel- und Langdistanzathletin aus dem Nähkästchen. Statt an Wellingtons Fabelzeit zu denken, hat Ryf aktuell aber etwas ganz anderes im Sinn. In ein paar Tagen fliegt sie mit ihrem Coach nach Thailand, wo sie sich drei Wochen lang auf die Challenge Bahrain vorbereiten will. Und das könnte sich im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt machen. Sollte die Schweizerin nach der Challenge Dubai und der Ironman 70.3 World Championship auch das Finale der Triple Crown gewinnen, stockt Scheich Nasser Al-Khalifa ihr Preisgeldkonto um eine Million US-Dollar auf dann fast 1,3 Millionen auf. Dass sie diesen opulenten Obulus gern mitnehmen würde, gibt Ryf zu. Dennoch: Der Hawaiisieg sei für sie mehr wert als eine Million Dollar.