Siebter Streich: Vanhoenacker überragend

Marino Vanhoenacker ist und bleibt der König von Klagenfurt. Mit der viertschnellsten jemals in einem Ironman erzielten Zeit deklassierte der Belgier in seinem Kärntner Wohnzimmer Vorjahressieger Iván Raña, der hinter Michael Weiss Dritter wurde. Für Vanhoenacker war es bereits der siebte Erfolg am Wörthersee.

Von > | 28. Juni 2015 | Aus: SZENE

Vanhoenacker in Klagenfurt 2015 | Marino Vanhoenacker - Ironman Austria 2015

Marino Vanhoenacker - Ironman Austria 2015

Foto >Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Es war die wahrscheinlich längste Zielgerade, die es jemals in einem Ironmanrennen gegeben hat. Schon zwei Kilometer vor dem Ziel klatschte ein überragender Marino Vanhoenacker fast jeden Zuschauer und entgegenkommenden Agegrouper ab, ballte immer wieder die Faust und schrie seine Freude heraus. Von Routine keine Spur - auch nicht bei seinem siebten Sieg in Klagenfurt. Vier Jahre hat er anderen das Feld in Kärnten überlassen - nun ist er wieder eingezogen - in seine Villa am Wörthersee. Und das mit der viertschnellsten je erzielten Zeit über die Langdistanz.

Vanhoenacker brennt Feuerwerk ab

Die Basis für den siebten Titel legte Vanhoenacker schon beim Schwimmen. Als Vierter nur wenige Sekunden hinter dem Österreicher Andreas Giglmayr und den beiden Spaniern Miguel Angel Fidalgo und Iván Raña stieg der unumstrittene König von Klagenfurt nach 46:40 Minuten aus dem Lenkanal. Damit hatten nicht viele gerechnet. Danach brannte der 39-Jährige ein Feuerwerk ab, das seine Gegner beinahe lähmte. In 4:11:47 Stunden jagte er über den 180 Kilometer langen Kurs durch Kärnten und war damit schneller als bei jedem seiner bisher 23 Ironmanfinishs. Da konnte selbst Radspezialist Michael Weiss nur staunend hinterher fahren. Der Österreicher kassierte bei seinem Heimrennen fast zehn Minuten auf den Belgier und erreichte den zweiten Wechsel mehr als 15 Minuten nach dem Führenden. Noch härter erwischte es Vorjahressieger Raña, der beim Radfahren unfassbare 20 Minuten auf Vanhoenacker verlor und damit jede Chance auf den Sieg verspielte.

Raña schwächelt, Weiss profitiert

Vanhoenackers wichtigster Gegner war damit schon vor dem Start in den Marathon die Uhr. Eine Zeit von etwa 2:40 Stunden wäre nötig gewesen, um die vier Jahre alte Langdistanzbestzeit von Andreas Raelert in Roth zu unterbieten. Doch schon nach den ersten Kilometern war klar, dass der Familienvater und Ironman-Europameister von 2012 diese Marke nicht mit allerletzter Konsequenz jagen würde. Am Ende geriet sein Lauf zu einer einzigen Ehrenrunde, für die er bemerkenswerte 2:45 Stunden benötgte. Im Kampf um Platz zwei musste sich Raña überraschend Weiss geschlagen geben. Der Spanier hatte den Österreicher zwar lange auf Distanz gehalten. Eine Schwächephase zehn Kilometer vor dem Ziel kostete den Sieger von 2014 aber den zweiten Platz. Mehr als 18 Minuten vergingen bis sich Weiss in rot-weiß-roter Flagge eingehüllt von seinen Fans auf der Finishline im Strandbad Klagenfurt feiern lassen konnte.

Ironman Austria | Männer

  1. Juli 2015, Klagenfurt (AUT)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Marino Vanhoenacker

BEL

7:48:45

46:40

4:11:47

2:45:53

2

Michael Weiss

AUT

8:06:59

51:52

4:20:57

2:48:18

3

Iván Raña

ESP

8:08:25

46:36

4:32:55

2:44:27

4

David Plese

BHR

8:12:31

50:24

4:35:51

2:46:25

5

Massimo Cigana

ITA

8:25:20

55:58

4:35:55

2:48:30

6

Miguel Angel Fidalgo

ESP

8:26:41

46:39

4:43:54

2:51:03

7

Matic Modic

SVN

8:37:12

51:47

4:41:37

2:58:46

8

Dejan Patrjevic

CRO

8:39:38

51:50

4:45:24

2:57:08

9

Charles Pennington

GBR

8:45:43

52:36

4:52:51

2:52:34

10

Christian Birngruber

AUT

8:49:06

49:32

4:37:44

3:16:46

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