Spirig beim Ironman-Debüt im Fokus

Nach Jan Frodeno riskiert am kommenden Wochenende mit Nicola Spirig ein weiterer Olympia-Champion einen Ausflug auf die Langdistanz. Die Schweizerin trifft beim Ironman unter der Sonne Mexikos auf Irlands Eimear Mullan, die Däninnen Michelle Vesterby und Tine Holst sowie die Vorjahreszweite Jessie Donovan. Bei den Männern will der Österreicher Michael Weiss seinen Titel verteidigen.

Von > | 27. November 2014 | Aus: SZENE

Nicola Spirig | Nicola Spirig

Nicola Spirig

Foto >Jan Sägert / spomedis

Ohne Druck und zu große Erwartungen geht Nicola Spirig ihr Experiment Ironman an. Sie wolle einfach nur herausfinden, ob ihr die Ironmandistanz gefalle, erklärte die 32-Jährige vor zwei Wochen. Welche Platzierung am Ende dabei herauskomme, stehe für sie nicht im Mittelpunkt. Doch man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die Schweizerin das Rennen mitbestimmen wird. Schon beim Schwimmen dürfte sie - womöglich gemeinsam mit Landsfrau Celine Schärer, der Tschechin Lucie Reed und Michelle Vesterby (DEN) - ganz vorn dabei sein. Obwohl Spirig das Radtraining zugunsten ihrer Marathonpläne im Sommer deutlich zurückgefahren hat, wird sie sich auch auf den drei flachen, aber sehr windanfälligen 60-Kilometer-Runden auf Cozumel sicher nicht verstecken. Dass erfolgreiche Kurzdistanz-Asse danach auch noch einen schnellen Marathon laufen können, hat in der zu Ende gehenden Saison nicht nur Jan Frodeno, sondern auch eine weitere Landsfrau von Spirig - Daniela Ryf - eindrucksvoll gezeigt. Auch wenn die Olympiasiegerin selbst nur wenige Gedanken daran verschwenden möchte - sie ist die Athletin, die es am Sonntag zu schlagen gilt.

Wer schwimmt mit, wer hinterher?

Zumindest versuchen will das Eimear Mullan. Die Irin gewann zuletzt den Ironman Mallorca - ist aber bestenfalls eine durchschnittliche Schwimmerin und wird einen Traumtag brauchen, um danach noch ganz nach vorn zu kommen. Auch die Vorjahreszweite Jessie Donovan (USA), Erika Csomor (HUN) und die Dänin Tine Holst gehören nicht zu den Topschwimmern und werden nur eine Chance haben, wenn sie den Rückstand beim Auftakt im Meer in Grenzen halten. In Richtung Podiumsplatz könnte es für Kelly Williamson gehen. Die hat zwar Schwächen auf dem Rad, ist zumindest auf dem Papier aber die schnellste Marathonläuferin im Feld der 29 Profifrauen.

Europäer in der Favoritenrolle

Im Rennen der Männer deutet fast alles auf einen weiteren europäischen Sieg hin. Seit der Premiere 2009 ging der Titel dreimal nach Europa, zuletzt an Ivan Rana (2012) und den Österreicher Michael Weiss (2013). Der frühere Mountainbikeprofi ist im Gegensatz zu Rana auch dieses Mal wieder dabei. Nach seinem 16. Platz beim Ironman Hawaii will der in den USA lebende 33-Jährige noch vor Jahresfrist weitere Punkte für Kona 2015 sammeln. Dafür muss er am Sonntag neben den beiden starken Spaniern Clemente Alonso McKernan und Victor Del Corral noch den Niederländer Bas Diederen aus dem Weg räumen. Auch für Diederen geht es schon um die Hawaii-Qualifikation. Die ersten Punkte holte er Anfang Oktober bei seinem fünften Platz in Barcelona. In 8:11 Stunden gelang ihm dort auch eine persönliche Bestzeit. Für den Experten Thorsten Radde von trirating.com ist Diederen auch deshalb in Cozumel ein Kandidat fürs Podium. Ganz oben auf seiner Liste steht allerdings Alonso McKernan. Der hat zwar gemeldet - ob er zwei Wochen nach seinem zweiten Platz beim Ironman Arizona einen weiteren Ironman bestreiten wird, ist aber zumindest fraglich. Sicher ist dagegen der Start der beiden deutschen Jungprofis Sebastian Bleisteiner und Marcel Bischoff. Abgesagt hat Michael Rünz, der laut aktueller Startliste beim vorletzten Ironman des Jahres dabei sein sollte.