Spirig und Weiss souverän, Bischof Sechster

Nicola Spirig hat auf der mexikanischen Insel Cozumel den ersten Ironman ihrer Karriere gewonnen. Die Schweizerin mischte bei ihrem Langdistanzdebüt von Beginn an vorn mit und entschied das Laufduell gegen die Dänin Michelle Vesterby am Ende klar für sich. Bei den Männern düpierte der österreichische Titelverteidiger Michael Weiss beim Radfahren alle Konkurrenten und siegte erneut deutlich.

Von > | 1. Dezember 2014 | Aus: SZENE

DSC_5288_NEU | Michael Weiss Ironman Cozumel

Michael Weiss Ironman Cozumel

Foto >Robbie Little / FinisherPix.com

Dass sich Nicola Spirig im Vorfeld ihrer Ironmanpremiere mit Prognosen und eigenen Erwartungen zurückgehalten hat, war ein kluger Schachzug. Umso mehr darf sich die Schweizerin nun über ihren Triumph in der Karibik freuen. Sehr glücklich und sehr müde, meldete sich die 32-Jährige kurz nach ihrem Sieg via Twitter, um sich bei allen zu bedanken, die sie auf dem Weg zum Titel begleitet haben. Zuvor hatte sie ein konzentriertes und unaufgeregtes Langdistanzdebüt hingelegt, das am Ende wie erwartet beim Laufen entschieden wurde.

Spirig konzentriert, Vesterby mutig

Etwas mehr als 47 Minuten brauchte Spirig für die knapp vier Schwimmkilometer, die sie an der Seite ihrer acht Jahre jüngeren Landsfrau Céline Schärer und der Tschechin Lucie Reed bewältigte. Im Dreierpack passierten Spirig und Schärer dann auch die 55-Kilometermarke der Radstrecke. Jedoch nicht mit Reed, sondern gemeinsam mit der Dänin Michelle Vesterby, die beim Schwimmen etwa zwei Minuten auf die beiden Schweizerinnen verloren hatte. In Radrunde zwei schüttelten Vesterby und Spirig die junge Céline Schärer ab. Später gelang es Vesterby auch noch, sich von der Triathlon-Olympiasiegerin zu lösen. Mit einem kleinen Polster von zwei Minuten stieg die Dänin nach etwas mehr als sechs Rennstunden vom Rad. Doch weil Spirig den Marathon in Kilometerzeiten um 4:15 Minuten anging, durfte Vesterby nur kurz vom Titel träumen. 15 Kilometer behauptete sie ihre Führung - dann zog Spirig vorbei und brachte das Rennen routiniert in respektablen 9:14 Stunden ins Ziel. Die tapfere Michelle Vesterby verlor nur noch drei Minuten und belohnte sich zum Saisonfinale mit dem zweiten Platz. Céline Schärer ging beim Laufen nach forschem Beginn etwas die Puste aus. Gegen den furiosen Marathon von Kelly Williamson war sie damit machtlos. Die US-Amerikanerin blieb als einzige Frau unter drei Stunden und verdrängte die Eidgenössin noch auf Platz vier. Die irische Mitfavoritin Eimear Mullan lag schon bei Halbzeit des Radfahrens aussichtslos zurück und gab vorzeitig auf.

Ironman Cozumel | Frauen

  1. November 2014, Cozumel (MEX)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Nicola Spirig

SUI

9:14:07

47:12

5:15:03

3:06:19

2

Michelle Vesterby

DEN

9:17:30

49:08

5:11:02

3:13:08

3

Kelly Williamson

USA

9:24:41

49:24

5:33:53

2:57:02

4

Céline Schärer

SUI

9:38:20

47:09

5:18:46

3:27:44

5

Lauren Capone

USA

9:46:46

49:06

5:31:28

3:19:30

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Weiss wirbelt, Bischof dreht auf

Für Michael Weiss war das Rennen auf Cozumel der fünfte Ironman binnen zwölf Monaten. Entsprechend vorsichtig hatte sich der Österreicher im Vorfeld zu seinen Siegchancen geäußert - und damit ziemlich tiefgestapelt. Nach guten 50:28 Minuten schwang sich der 16. des Ironman Hawaii auf sein Rad und fing die Spitzengruppe um Matt Chrabot (USA) und den Spanier Alonso Clemente Mckernan nach 50 Kilometern ein. Die versuchten danach gar nicht, das Hinterrad des früheren Mountainbikeprofis zun halten. Mehr als 20 Minuten knöpfte Weiss jedem seiner Konkurrenten auf den 180 Kilometern ab - beim zweiten Wechsel musste die Zuschauer schon 15 Minuten auf seine Verfolger warten. Für eine Zeit unter acht Stunden hätte Weiss einen Marathon von etwa 2:43 Stunden gebraucht. Das schaffte der 33-Jährige zwar nicht - 2:55 Stunden reichten aber zum Sieg und nach 8:12 Stunden zu einem neuen Cozumel-Streckenrekord. 2013 hatte Weiss an gleicher Stelle selbst zwar schon einmal die 8-Stundenmarke geknackt, wegen zu starkem Wind war damals aber die Schwimmstrecke verkürzt worden. Im Kampf um Platz zwei behielt fast 18 Minuten hinter Weiss der US-Amerikanerin Matt Chrabot die Oberhand. Obwohl er in allen drei Teildisziplinen langsamer war, verwies der frühere Kurzdistanzprofi Alonso McKernan auf den dritten Platz. Für den zweiten Wechsel brauchte Chrabot gerade einmal 98 Sekunden. Mit einem Achtungserfolg beendete Marcel Bischof seine Wettkampfsaison. Der Jungprofi aus Unterfranken stieg als 26. aus dem Wasser, kämpfte sich beim Radfahren bis auf Platz 13 nach vorn und schaffte mit einem 3-Stunden-Marathon noch den Sprung auf Platz sechs.

Ironman Cozumel | Männer

  1. November 2014, Cozumel (MEX)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Michael Weiss

AUT

8:12:16

50:28

4:22:20

2:55:22

2

Matt Chrabot

USA

8:29:50

44:27

4:44:28

2:57:02

3

Clemente Alonso Mckernan

ESP

8:30:17

44:25

4:44:43

2:56:41

4

Trevor Delsaut

FRA

8:35:54

50:17

4:46:32

2:55:39

5

Jonathan Shearon

USA

8:45:41

50:20

4:46:28

3:03:41

6

Marcel Bischof

GER

8:47:16

52:26

4:49:47

3:00:08

7

Thomas Darby

FIN

8:48:15

58:01

4:51:35

2:55:08

8

Matt Russell

USA

8:50:06

52:13

4:47:22

3:06:17

9

Francisco Serrano

MEX

8:56:14

47:53

4:51:25

3:13:26

10

Raul Tejada

GTM

8:56:24

50:23

4:53:33

3:06:47

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