Starykowicz bittet zum Schlagabtausch

Gleich 15 der 88 auf Hawaii gestarteten Profis verzichten zunächst auf ihre Saisonpause und treten am Sonntag beim Ironman Florida an. Als Favoriten gehen Radrekord-Mann Andrew Starykowicz und die Niederländerin Yvonne van Vlerken in das Hochgeschwindigkeitsrennen am Golf von Mexiko. Für Per Bittner, Michael Göhner und Mareen Hufe geht es um wichtige Punkte für Kona 2014.

Von > | 31. Oktober 2013 | Aus: SZENE

AndrewStarykowicz_Hawaii2013 | Andrew Starykowicz

Andrew Starykowicz

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Rekordverdächtige 118 Profis haben für das Rennen in Panama City Beach gemeldet. Zum Vergleich: Beim Ironman Hawaii vor drei Wochen waren nur 88 Frauen und Männer mit Profilizenz am Start. Wer aber gedacht hatte, dass sich eben jene 88 jetzt von den Strapazen der langen Saison erholen und erst im Frühjahr die nächsten Langdistanz in Angriff nehmen, liegt falsch: 15 Athleten, die am 11. Oktober bei der Ironman World Championship dabei waren, wollen sich auch das Hochgeschwindigkeitsrennen am Golf von Mexiko nicht entgehen lassen. Darunter - etwas überraschend - Weltmeisterin Mirinda Carfrae und die beiden Deutschen Mareen Hufe und Per Bittner.

Die Jagd ist eröffnet

Das illustre Feld der Männer führt Vorjahressieger Andrew Starykowicz an. Der US-Amerikaner, der beim Radfahren vor einem Jahr an der 4-Stunden-Marke gekratzt und sich damit den Ironman-Radrekord gesichert hatte, war vor drei Wochen auf Hawaii als Führender auf die Marathonstrecke gegangen, später aber bis auf Platz 21 durchgereicht worden. Neben Landsmann Timothy O'Donnell, Igor Amorelli (BRA), Axel Zeebroek (BEL) und dem Luxemburger Dirk Bockel, die ebenfalls auf Hawaii am Start waren, dürfte beim Schwimmen im Golf von Mexiko auch der tschechische Ironman-Rookie Filip Ospaly vorn mitmischen. Für viele andere - darunter Pedro Gomes (POR), der Spanier Viktor del Corral, David Plese (SLO) und Jozsef Major - geht es auf den komplett flachen 180 Radkilometern eher darum, nicht zu viel Boden zu verlieren. Denn viel Zeit werden sie beim Radfahren nicht aufholen - vor allem dann nicht, wenn Starykowicz seinen Akku schon wieder voll geladen hat.

Mit vollem Akku dürfte auch Michael Göhner am Start stehen. Für den Reutlinger geht am Sonntag das Projekt "Kona 2014" weiter. "Ich freue mich auf einen gelungenen Saisonabschluss", schreibt er nach seinem dritten Platz beim Ironman Wales auf seiner Website. Den hat auch Per Bittner im Auge. Wenn daneben auch noch einige weitere Punkte fürs Kona Pro Ranking herausspringen, wird der Leipziger diese gern mitnehmen. Für den 28-Jährigen ist das Rennen in Florida bereits die fünfte Langdistanz in dieser Saison. Ob der Akku ausreichend geladen ist, wird sich zeigen. Aus deutscher Sicht außerdem interessant: Dorian Wagner (Roth) und Daniel Müller (München).

Dabei sein ist (fast) alles

Auch bei den Frauen nutzen sechs Hawaiistarterinnen die ausklingende Saison für einen Abstecher nach Florida. Nur ihre Ziele könnten kaum unterschiedlicher sein. Ironman-Weltmeisterin Mirinda Carfrae kann es offenbar kaum erwarten, ihren Hawaiistart 2014 zu bestätigen. Und mehr will die Australierin wohl auch nicht. "Ich würde es nicht als 'Rennen' bezeichnen. 'Mitmachen' trifft es besser", twitterte sie eine Woche vor dem Rennen in Florida. Auch die Niederländerin Yvonne van Vlerken dürfte nach dem vierten Platz bei der WM ein solides Rennen reichen, um das Ticket fürs nächste Jahr zu buchen. Für Rebekah Keat (AUS) und die Deutsche Mareen Hufe geht es um viel mehr. Beide mussten in Kona wegen Radpannen aussteigen und beginnen ihre "Road to Kona" bei null. Hufe will mit der Brechstange noch in diesem Jahr die Basis für den Hawaiistart 2014 legen. Die 35-Jährige plant nach dem Rennen in Florida auch noch mit dem Ironman Western Australia am 8. Dezember. Um ein möglichst großes Stück vom Punkte-Kuchen abzubekommen, muss sich Hufe in Florida unter anderem gegen die radstarke Australierin Carrie Lester, die Schweizerin Simone Braendli, Jessica Jacobs (USA) und die erfahrene Ungarin Erika Csomor durchsetzen. Kona 2014 haben im 39-köpfigen Feld auch die Kölnerin Beate Görtz und TBB-Athletin Diana Riesler (Merseburg) im Auge.