Stein, Van Lierde, Llanos: Wer tritt in Frommholds Fußstapfen?

Für ein illustres Feld geht es am Sonntag beim Ironman Südafrika um den 13. Titel in der Geschichte dieses Rennens. Chancen auf die Thronfolge von Nils Frommhold rechnen sich unter anderem die Spanier Eneko Llanos und Ivan Raña, Ex-Ironmanweltmeiser Frederik Van Lierde und Lokalmatador James Cunnama aus. Boris Stein führt ein deutsches Sextett in den Kampf am Indischen Ozean.

Von > | 26. März 2015 | Aus: SZENE

Boris Stein beim Ironman Switzerland 2014 auf dem Rad | Boris Stein setzt mit dem Sieg beim Ironman Switzerland einen neuen Meilenstein in seiner Karriere.

Boris Stein setzt mit dem Sieg beim Ironman Switzerland einen neuen Meilenstein in seiner Karriere.

Foto >Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Mit insgesamt 24 Ironmantiteln sind die 49 für den Ironman Südafrika gemeldeten Profimänner dekoriert. Dazu kommen unzählige Podestplätze, drei Langdistanz-WM-Titel und zahlreiche Siege in der Challengeserie. Welchen Einfluss das auf den Rennverlauf hat? Vermutlich keinen. Denn auch der dritte Ironman des Jahres beginnt bei Null - und endet für die meisten nach 226 Kilometern. Ein Blick in die Ergebnisse des Vorjahres zeigt, dass von den Top 3 aus 2014 nur einer - nämlich Südafrikas Kyle Buckingham - übrig geblieben ist. Weder Nils Frommhold, erst vor wenigen Tagen Fünfter beim Ironman Melbourne, noch Faris Al-Sultan haben die Reise in den Süden Afrikas angetreten. Stattdessen wagen sich eine Handvoll anderer Hochkaräter auf den kräftezehrenden Kurs am Indischen Ozean.

Nils Frommhold | 2014 feierte Nils Frommhold in Port Elizabeth seinen zweiten Ironmansieg. Wer folgt ihm am Sonntag auf den Thron?

2014 feierte Nils Frommhold in Port Elizabeth seinen zweiten Ironmansieg. Wer folgt ihm am Sonntag auf den Thron?

Foto >Robbie Little / FinisherPix.com

Ein bunter Strauß mit Favoriten

Frederik van Lierde, der Ironmanweltmeister von 2013, gibt am Sonntag sein Saisondebüt. Nach Platz acht auf Hawaii will der Belgier sein Ticket für Kona schon sehr früh in der Saison bestätigen. Als Champion von 2013 braucht er das Rennen also nicht unbedingt gewinnen. Und einen Durchmarsch, wie bei seinen drei Siegen in Nizza, ist in Port Elizabeth ohnehin unwahrscheinlich. Zu stark sind Van Lierdes Herausforderer. Dazu gehören die Spanier Eneko Llanos und Ivan Raña, die es zusammen auf acht Ironmansiege bringen, Van Lierdes belgischer Landsmann Bart Aernouts, die Südafrikaner James Cunnama und Matt Trautman, US-Profi TJ Tollakson, Cyril Viennot und Bertrand Billard aus Frankreich, der Brite Fraser Cartmell, der Vorjahres-Vierte Bas Diederen (NED) und Österreichs Michael Weiss. Sie alle erheben Ansprüche auf möglichst viele Punkte im Kona Points Ranking. Genau wie die sechs deutschen Profis, die den einzigen Ironman auf dem afrikanischen Kontinent in Angriff nehmen werden.

Stein & Co.: Sextett in Lauerstellung

Die besten Aussichten hat - zumindest der Papierform nach - Zürich-Sieger Boris Stein. Doch auch der Koblenzer Michael Rünz kann schon einen Ironmansieg vorweisen (Japan 2014). Die meiste Erfahrung wirft ohne Zweifel der Wolfsburger Konstantin Bachor in den Ring. Eher auf Ironman-Entdeckungsreise mit Minichance auf eine Überraschung gehen Johann Ackermann, Marc Dülsen und Johannes Moldan in das häufig vom Wind verwehte Rennen. Eine Top-Ten-Platzierung wäre für dieses Trio angesichts der starken internationalen Konkurrenz ganz sicher ein Erfolg.

Deutsches Quartett mit Außenseiterchancen

Ein außergewöhnlich starkes Feld kämpft auch bei den Frauen um den insgesamt 13. Titel. Angeführt wird es von den Britinnen Lucy Gossage und Jodie Swallow, die 2014 nur von der Schweizerin Simone Braendli bezwungen werden konnten. Doch von den 29 Kontrahentinnen des britischen Duos scheint mindestens ein halbes Dutzend in der Lage, den beiden vom Start bis ins Ziel das Leben schwer zu machen. Sekt oder Selters lautete zuletzt fast immer das Motto der Österreicherin Eva Wutti. Knallen bei ihr am Sonntag die Korken oder geht ihr wie in Frankfurt 2014 der Saft aus? Ganz vorn mitmischen, wollen auch die beiden US-Amerikanerinnen Linsey Corbin und Caitlin Snow, die Belgierin Tine Deckers, die Wahl-Südafrikanerin und Topschwimmerin Lucie Reed sowie Camilla Pedersen aus Dänemark. Ähnlich wie bei den Männern wäre auch in der Entscheidung der Frauen ein deutscher Podiumsplatz zumindest eine kleine Überraschung. Sonja Tajsich - 2010 schon einmal Siegerin des Rennens - und Anja Beranek hoffen nach einer Saison zum Vergessen auf ein erfolgreiches Comeback. Auch Astrid Ganzow und Diana Riesler haben sich in den letzten Jahren schon mehrfach in der erweiterten Weltspitze gezeigt. Riesler gewann 2014 den Ironman Malaysia, Ganzow überraschte im September 2014 mit Platz drei beim Ironman Mallorca. Immerhin drei Siege und einige Jahre Ironmanerfahrung bringt die seit vielen Jahren in Neuseeland lebende Deutsche Britta Martin mit nach Port Elizabeth. Allein 2014 räumte die 36-Jährige beim Ironman Western Australia, dem Ironman Wisconsin und der Challenge Taiwan ab.

Das dritte Ironmanrennen des Jahres wird am Sonntagmorgen (MESZ) gestartet. tri-mag.de berichtet wie gewohnt zeitnah und aktuell.