Tag 2: Ein kleiner Kloß im Hals

Volontärin Maike Hohlbaum hat beim Challenge Roth 2015 ihren ersten großen Wochenend-Einsatz für tri-mag.de und die Zeitschrift "triathlon". Aus Mittelfranken berichtet sie, wie es sich für eine normalsterbliche Triathletin anfühlt, zum ersten Mal bei diesem Mega-Event dabeizusein. Schon am zweiten Tag hat sie einen kleinen Kloß im Hals.

Von > | 11. Juli 2015 | Aus: SZENE

29 Challenge Women 2015 Roth | ...die Gewinnerin des Vorjahres, Jasmin Ackermann. Nach 18:35 Minuten kommt sie ins Ziel, dicht gefolgt von den Zweit- und Drittplatzierten...

...die Gewinnerin des Vorjahres, Jasmin Ackermann. Nach 18:35 Minuten kommt sie ins Ziel, dicht gefolgt von den Zweit- und Drittplatzierten...

Foto >Maike Hohlbaum

Der Samstag vor dem Rennen fängt zu einer humaneren Zeit an. 10 Uhr kommen wir im Pressezentrum an. Mein Tagesprogramm: der Challenge Women Run über 5 Kilometer und ein Bummel samt Kamera über die Messe - auf der Jagd nach neuen Produkten. Danach per Auto zum Schwimmstart am Kanal, wo Profis und Amateure am frühen Abend ihre Räder einchecken.

Bevor ich mich auf dem Weg zum Startbereich der Challenge Women mache, bekomme ich noch einen Crashkurs in Sachen Kamera: Die richtigen Iso-Einstellungen und Modi für Bilder in Bewegung, in der Sonne, im Schatten, und für viele Bilder hintereinander. Am Start ist schon viel los: Zwischen Bühne, Start- und Zielbogen wimmelt es vor Frauen in pinkfarbenen Shirts. Fast 2.000 von laufen mit, und das bei fast 30 Grad. Der Stimmung tut das ganze keinen Abbruch, und das Rahmenprogramm lenkt ein bisschen von der Hitze ab. Die Teilnehmerinnen können sich Tattoos aufkleben lassen, die Haare mit dem Challenge-Logo besprühen, und zum Aufwärmen gibt's ein kleines Aerobic-Programm. Profi-Triathletin Caroline Steffen läuft mit der Tochter ihrer Gastfamilie, bei der sie in Roth am Wochenende übernachtet. Die erste Läuferin wird auf dem Rad von der Dänin Michelle Vesterby begleitet.

3 Challenge Women 2015 Roth  | .

.

Foto >Maike Hohlbaum

Ich schieße ein paar Bilder vom Aufwärmprogramm, auf der Strecke und im Ziel. Spaß hat’s gemacht, vor allem weil alle so gute Laune hatten. Aber langsam wird es warm in der Sonne, und ich verziehe mich in den Pressebereich, um die Bilder auszuwählen, die ich dannn Fotogalerie hochladen will. Nach einem schnellen Mittag geht's weiter auf die Messe, wo ich mir neue Laufräder, Triathlon-Einteiler, Zeitfahrmaschinen und Kühlbekleidung anschaue. Ich lerne viele neue Leute kennen, schieße noch einige Bilder, und dann kommt das Highlight des Tages: Die Fahrt zum Kanal, wo die Stars und mehr als 3.000 Agegrouper ihre Räder einchecken. Unglaublich, was dort für Material steht! So viel Geld auf so wenig Raum!

Frommhold auf Frodos Prototypen

Nils Frommhold fährt das Rennen auf dem Prototypen des neuen Canyon Speedmax, wie letzte Woche Jan Frodeno beim Ironman Frankfurt. Für kurze Aufruhr sorgt ein Altersklassenathlet, der ein Rad mit Scheibenbremsen eingecheckt hat. Laut den Kampfrichtern ist das verboten! Bis zum Rennmorgen muss er ein Rad ohne Scheibenbremsen auftreiben und neu einchecken. Das einzige Problem: Der Sportler scheint nicht mehr vor Ort zu sein. Hoffentlich hat er es noch rechtzeitig geschafft. Auf der Bühne direkt am Kanal werden unter anderem Timo Bracht und Anja Beranek interviewt. Beide sind heiß darauf, das Rennen für sich zu entscheiden, das hört man ihnen an. Besonders Timo Bracht wirkt sehr fokussiert.

Viele Athleten und Athletinnen nehmen kleine Glücksbringer und Motivationshilfen mit auf die Strecke. Ich entdecke Biene-Maja-Sticker, echte vierblättrige Kleeblätter, ein Schutzengel-Stofftier, Fotos von den Liebsten - dort, wo am Renntag viel Schweiß und vielleicht auch ein paar Tränen fließen werden. Auch ich habe schon einen kleinen Kloß im Hals. Wie das wohl wird, wenn ich vielleicht in einem Jahr bei meiner ersten Langdistanz einchecke? Nur nicht dran denken, ich muss ja arbeiten! 18 Uhr schließt die Wechselzone. Übrigens mit einer guten Nachricht: Die Wassertemperatur beträgt 22,4 Grad Celsius, sodass mit Neoprenanzug geschwommen werden darf.

Nach einem leckeren Abendessen mit den Kollegen verteilen wir die Aufgaben für den nächsten Tag und ich arbeite noch ein paar Stunden im Hotel. Die Nacht wird kurz, denn morgen früh fahren wir bereits um 4:30 Uhr zum Schwimmstart. Wahrscheinlich sind wir noch vor den Athleten da. Aber: Better safe than sorry. Ich bin schon sehr aufgeregt. Ich werde mit dem Pressebus verschiedene Hotspots auf der Strecke anfahren und Bilder von den Athleten schießen. Ich wünsche allen viel Erfolg für morgen!