Tajsich und Göhner auf der Jagd nach dem Titel

Die deutschen Profiathleten stehen bei der Premiere des Ironman 70.3 Zell am See an der Spitze des Starterfelds. Bei den Männern will sich Michael Göhner am Sonntag für die enttäuschenden Rennen in St. Pölten und Klagenfurt revanchieren und den ersten großen Saisonsieg einfahren. Sonja Tajsich steckt mitten in der Vorbereitung auf den Ironman Hawaii - aber auch ihr fehlt 2012 noch ein Titel.

Von > | 23. August 2012 | Aus: SZENE

20120708_roth_rennen_1600 | Sonja Tajsich

Sonja Tajsich

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Sankt Pölten, Klagenfurt und jetzt Zell am See. Wahrscheinlich hofft Michael Göhner darauf, dass auch in Österreich aller guten Dinge drei sind. Ganz bewusst hatte der 32-Jährige seine Saison-Highlights aus Deutschland in die Alpenrepublik verlagert. Unter dem Motto "Auf zu neuen Ufern" wollte der Reutlinger nach einer sieglosen Vorsaison 2012 wieder richtig angreifen. Wirklich geglückt, ist ihm das nicht. Noch nicht. Mit einem enttäuschenden zehnten Platz im Gepäck reiste er im Mai vom Ironman 70.3 St. Pölten nach Hause - dabei stand Göhner 2007 in Niederösterreich schon einmal ganz oben auf dem Podest. Nicht viel besser lief es sechs Wochen später beim Ironman Austria in Klagenfurt: Mit dem achten Platz blieb er im Hitzerennen am Wörthersee vor allem hinter seinen eigenen Erwartungen deutlich zurück. In Zell am See, einem der bekanntesten Wintersportorte Österreichs, soll nun im dritten Rennen auf österreichischem Terrain der Knoten platzen. Das dafür nötige Selbstvertrauen holte sich Göhner am vergangenen Wochenende beim Finale des Triathlon Cup Rhein-Neckar. In Viernheim musste er sich zwar Timo Bracht deutlich geschlagen geben, gewann aber zum ersten Mal in seiner Karriere die Gesamtwertung die traditionsreiche Rennserie in Süddeutschland.

Rank-Debüt nach Olympia-Aus

Göhner trifft am Sonntag unter anderem auf die erfahrenen Italiener Daniel Fontana und Alessandro Degasperi, den laufstarken Portugiesen Pedro Gomes, Fredrik Croneborg aus Schweden und den Überraschungs-Dritten der Ironman-70.3-EM von Wiesbaden, Boris Stein. Allesamt keine unbekannten für den Roth-Sieger von 2009. Etwas anders ist das bei Sebastian Rank. Der Rostocker wagt sich am kommenden Wochenende zum ersten Mal auf eine Mitteldistanz und ist damit für alle nur schwer auszurechnen. Im Sommer hatte der Kurzdistanz-Spezialist noch die Qualifikation für die Olympischen Spiele verpasst. Chancenlos ist der 26-Jährige in Zell am See nicht. Vor allem läuferisch dürfte ihm keiner seiner 35 gemeldeten Konkurrenten gewachsen sein. Mit den Tipps von Trainingspartner Michael Raelert gehört auch er zu den Sieganwärtern.

Tajsich hofft auf Kona-Wetter

Nur 14 Athletinnen haben für das Profirennen der Frauen gemeldet. Darunter Dana Wagner, die erst am vergangenen Wochenende beim Ironman Kalmar zum ersten Mal aufs Podium geklettert war. Einige Jahre mehr Rennerfahrung haben Silvia Felt und Sonja Tajsich. Und vor allem die Regensburgerin ist heiß auf die Premiere im Schatten des mächtigen Großglockner. Wie Göhner hat sich Tajsich am Wochenende beim Viernheimer Triathlon im wahrsten Sinne des Wortes warmgelaufen. "Das war mein Wetter", freute sie sich über die hochsommerlichen Temperaturen um 35 Grad. "Ich hoffe das Kona-Wetter hält noch bis zum kommenden Wochenende." Doch wenn die Meteorologen richtig liegen, brauchen Tajsich und die fast 2.000 Amateure am Sonntag keine Sonnencreme sondern eine dicke Regenjacke. Die aktuelle Prognose: 16 Grad und eine Regenwahrscheinlichkeit von 80 Prozent. Damit könnte das Rennen auch für Katja Rabe aus Koblenz, die Neuseeländerin Gina Crawford und die beiden Österreicherinnen Monika Stadlmann und Eva Wutti eine feuchte Angelegenheit werden.