Twelsiek, Reichel oder Fachbach: Wer folgt Gajer und Frommhold?

Nordamerikas letzter Ironman des Jahres findet traditionell rund um die Universitätsstadt Tempe im Südwesten der USA statt. Fünf Deutsche konnten den Ironman Arizona bereits gewinnen - zuletzt Julia Gajer. Um den sechsten Titel kämpfen am Sonntag Maik Twelsiek, Horst Reichel und Markus Fachbach. Doch das Trio bekommt es nicht nur mit alten Hasen, sondern auch auch mit einem jungen Wilden zu tun.

Von > | 13. November 2014 | Aus: SZENE

Maik Twelsiek Bike | Maik Twelsiek

Maik Twelsiek

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Abgesehen von Faris Al-Sultans Premierentitel 2005 und dem Triumph von Julia Gajer im vorigen November fielen die deutschen Siege beim Ironman Arizona immer auf gerade Jahre. Auf den erfolgreichen Wüstenritt von Andreas Raelert 2008 folgte zwei Jahre später Timo Brachts Triumph am Tempe Town Lake. Wiederum zwei Jahre danach krönte Nils Frommhold sein Ironmandebüt mit dem Titel. Nach dem Sieg des Spaniers Victor del Corral Morales im November 2013 wäre nach dem Gesetz der Serie am Sonntag wieder ein Deutscher dran. Dafür müssen Horst Reichel, Markus Fachbach und Maik Twelsiek auf dem schweren Kurs im Südwesten der USA allerdings ziemlich dicke Bretter bohren.

Reicht Twelsieks Hau-drauf-Taktik?

Vorjahressieger del Corral hat für den elften Ironman Arizona zwar nicht gemeldet. Dafür werden Jordan Rapp (USA), der Däne Jens Petersen-Bach sowie Pedro Gomes (POR), und damit gleich drei der Top 5 aus 2013 am Start stehen. Dazu Timothy O'Donnell (USA) und Clemente Alonso Mckernan (ESP) - beide schon mit Ironmantiteln dekoriert. Mit dem Selbstvertrauen seines ersten Titels in Florida vor zwei Wochen ist außerdem noch der kanadische Shootingstar Lionel Sanders nach Arizona gereist. Twelsiek wird am Sonntag ungeachtet der Konkurrenten auf seine bewährte Taktik zurückgreifen: Schnell schwimmen, hart Radfahren und bis zum Umfallen laufen. Vielleicht reicht es dann zum vierten Ironmantitel in der Karriere des gebürtigen Lemgoers. Die fuhr der 33-Jährige übrigens allesamt in seiner Wahlheimat USA ein - zuletzt im September 2013 in Wisconsin.

Reichel und Fachbach lauern

Noch nicht ganz so lange her ist der erste Ironmanerfolg von Horst Reichel, der seine Saisonfinalplanung nach der Regenschlacht beim Ironman 70.3 Rügen und dem Materialpech beim Ironman Barcelona Anfang Oktober spontan umgestellt hat. Auch der Darmstädter, der im August den Ironman im schwedischen Kalmar gewann, gehört zu den schnelleren Schwimmern im Feld und wird auf eine ähnliche Taktik setzen wie Twelsiek . Mit einem harten Trainingsblock hat sich Reichel in Clermont (USA) unter Anleitung des neuen Trainers Michael Krüger auf sein letztes Saisonrennen vorbereitet. Markus Fachbach, der dritte im Bunde der aussichtsreichsten Deutschen, kommt als Langdistanz-Europameister nach Arizona. Nach einer dreijährigen Durststrecke holte sich der 32-Jährige im September bei der Challenge Almere den zweiten Langdistanzsieg seiner Karriere. Fachbach hat keine echte Schwäche, aber auch keine überragende Disziplin - könnte mit seiner Ausgeglichenheit im Kampf um den Titel aber trotzdem ein wichtiges Wörtchen mitreden. Neben dem Trio Twelsiek, Reichel, Fachbach haben auch Stephan Vuckovic und Marc Dülsen - 2013 Siebter in Tempe - für das nordamerikanische Ironmanfinale 2014 gemeldet.

Wutti oder Hütthaler: Wer knackt Kessler?

Wie bei den Männern fehlt am Sonntag auch im Frauenfeld die Titelverteidigerin. Julia Gajer hat sich nach dem starken Auftritt bei ihrer Konapremiere vor knapp fünf Wochen in die Off-Season verabschiedet. Doch wer wird in die Fußstapfen der Hawaii-Sechsten treten? Jede Menge Arizona-Erfahrung hat Meredith Kessler. Die US-Amerikanerin stand bei den drei letzten Austragungen immer auf dem Podium und schielt dieses Mal aufs oberste Treppchen. Doch Kesslers Sieg wollen nicht nur deren Landsfrauen Heather Jackson und Topschwimmerin Amanda Stevens, sondern auch zwei Österreicherinnen verhindern. Sowohl Lisa Hütthaler als auch Eva Wutti könnten mit einem weiteren Titel das i-Tüpfelchen auf eine erfolgreiche Saison setzen. Wutti polierte ihre Bilanz nach zwei Pleiten in Texas und Frankfurt mit den Siegen beim Ironman 70.3 Zell am See-Kaprun und dem Ironman Barcelona zuletzt kräftig auf. Die nach wie vor umstrittene Hütthaler feierte 2014 drei Siege auf der 70.3-Distanz und holte sich zuletzt den ETU-EM-Titel bei der Challenge Paguera. Den Ironman Austria beendete sie im Sommer auf Platz drei. Im ansonsaten fast ausschließlich nordamerikanischen Profifeld wollen sich zudem die beiden Deutschen Angela Kühnlein und Carolin Lehrieder behaupten.