Van Vlerken gewinnt Krimi

Die Niederländerin Yvonne van Vlerken hat ihren Titel beim Ironman 70.3 in Wiesbaden verteidigt und ist die erste Europmeisterin auf dieser Distanz. Ein starkes Frauenfeld mit der US-Amerikanerin Desiree Ficker trieb sie dabei trotz widriger Bedingungen zum Streckenrekord.

Von > | 15. August 2010 | Aus: SZENE

Yvonne van Vlerken | Yvonne van Vlerken

Yvonne van Vlerken

Foto >Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Dass ein Rennen erst auf der Ziellinie entschieden wird, musste die Schweizerin Nicole Hofer beim Ironman 70.3 European Championship Wiesbaden schmerzvoll am eigenen Leib erfahren. Lange hatte die 24-Jährige den Kampf um die Krone der europäischen 70.3-Königin bestimmt und auf dem Rad den Ton angegeben - am Ende aber wurde sie Vierte. Es gewann die Titelverteidigerin Yvonne van Vlerken, die sich in einem packenden Finish in 4:41:52 Stunden gegen die US-Amerikanerin Desiree Ficker durchsetzte. Am Schluss überspurtete auch noch die starke Erlangenerin Kristin Möller dank der besten Laufzeit des Tages die Schweizerin Hofer.

Geduld gewinnt

Yvonne van Vlerken brachte an diesem "längsten halben Tag" des Jahres eine Menge Geduld auf. Beim Schwimmen lag sie rund vier Minuten hinter der Hawaii-Sechsten von 2009, Rachel Joyce, die in 25:29 Minuten eine starke Zeit im Schiersteiner Hafenbecken - und einen neuen Schwimmrekord - vollbracht hatte. Direkt hinter der Britin aus dem Abu-Dhabi-Team war Hofer aus dem Wasser gekommen und dann auf dem Velo gleich davongefahren. Sie hat in dieser Saison verletzungsbedingt nur sehr wenig Lauftraining absolvieren können, also fuhr die Freundin von Commerzbank-Athlet Matthias Hecht an Vorsprung heraus, was machbar war. Am Ende des selektiven, verregneten und von dichten Nebelbänken eingetrübten 90-Kilometer-Radkurses durch den Taunus lag Hofer 4:43 Minuten vor der starken Freiburgerin Julia Wagner - und eben "nur" 5:10 Minuten vor Spitzenläuferin Desiree Ficker.

Desiree Ficker macht Druck

Im vergangenen November ist die Texanerin Ficker beim New York Marathon 2:39:30 Stunden gelaufen und wurde Gesamtzehnte; da ahnte Hofer bereits zu Beginn des Laufens in Wiesbaden, dass es eng werden würde. Auf dem Vier-Runden-Laufkurs rund um das mondäne Kurhaus entwickelte sich denn auch wie erwartet eine Rennschlacht wie aus dem Lehrbuch. Van Vlerken, die nahezu zeitgleich mit Ficker vom Rad gestiegen war, lief rasch zur Hawaii-Zweiten von 2006 auf - und im Gleichschritt jagte das Duo anschließend die drei Führenden.

Der Vorsprung von Hofer schmolz vor allem auf der zweiten Halbmarathon-Hälfte, als bei ihr die Kräfte nachließen. Nach 15 Kilometern waren van Vlerken und Ficker schließlich dran - und drängelten bei Kilometer 17 vorbei. In einem packenden Finale setzte sich die Niederländerin letztlich mit schmalen 22,8 Sekunden Vorsprung gegenüber Ficker durch. Und Nicole Hofer musste bei Kilometer 20.5 des Laufs auch noch Kristin Möller vorbeilassen, die in 1:21:22 Stunden eine neue Laufbestzeit auf den Kurs legte. Im Kampf mit Desiree Ficker schraubte Yvonne van Vlerken auch den Kursrekord trotz widriger äußerer Bedingungen nach oben. Sie verbesserte ihre Vorjahreszeit um 54 Sekunden auf 4:41:52 Stunden - und das, nachdem sie vor sechs Wochen erst Dritte des Ironman Frankfurt sowie am ersten August-Sonntag Vize-Weltmeister der ITU-Langdistanz-WM in Immenstadt geworden war.

Ironman 70.3 European Championships Wiesbaden

  1. August 2010, Wiesbaden (GER)

1,9 km Swim

90 km Bike

21,1 km Run

Gesamt

1

Yvonne van Vlerken

NED

29:50

2:45:08

1:23:17

4:41:52

2

Desirée Ficker

USA

28:33

2:45:57

1:23:43

4:42:15

3

Kristin Möller

GER

29:36

2:48:50

1:21:22

4:43:10

4

Nicole Hofer

SUI

25:30

2:44:28

1:31:11

4:44:27

5

Julia Gajer

GER

26:13

2:47:50

1:27:18

4:45:16

6

Diana Riesler

GER

29:07

2:49:35

1:29:28

4:52:13

7

Nina Kuhn

GER

31:11

2:47:47

1:30:06

4:53:02

8

Jenny Schulz

GER

32:54

2:52:00

1:24:58

4:54:23

9

Rachel Joyce

GBR

25:29

3:02:58

1:25:01

4:58:36

10

Sonja Jaarsveld

NED

31:03

2:58:33

-1:27:02

5:00:29

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