Vanhoenacker fordert Brown heraus

Niemand kennt den Ironman Neuseeland so gut wie Seriensieger Cameron Brown. Am Samstag kann der 39-jährige Kiwi bereits seinen elften Titel holen - vorausgesetzt er schlägt den belgischen Ironman-Star Marino Vanhoenacker und eine Reihe weiterer Top-Athleten.

Von > | 29. Februar 2012 | Aus: SZENE

Cameron Brown | Cameron Brown

Cameron Brown

Foto >Silke Insel / spomedis

Cameron Browns Rennbilanz beim Ironman Neuseeland ist beeindruckend. Dreizehn Mal stand er seit 1999 in Taupo an der Startlinie – zehnmal konnte er dort gewinnen, dreimal erkämpfte er sich den Vize-Titel. Anfang Januar holte sich der Triathlon-Altmeister den neunten Sieg über die traditionsreiche Mitteldistanz von Tauranga. Mit diesem Erfolg im Rücken dürfte Brown das Projekt Titelverteidigung  am Samstag durchaus selbstbewusst angehen.  Allein auf seine Erfahrung und Streckenkenntnisse kann sich Brown am Samstag angesichts starker Konkurrenz jedoch nicht verlassen.

Vanhoenacker auf der Jagd

Ebenfalls mit dem Selbstbewusstsein eines Sieges geht Marino Vanhoenacker ins Rennen. Überzeugend  hatte der 35-jährige Belgier den Ironman 70.3 Südafrika  Ende Januar gewonnen und sich anschließend gezielt auf seinen Auftritt in Neuseeland vorbereitet. Auch der Australier Aaron Farlow hat mit dem Sieg bei der Challenge Wanaka bereits ein wichtiges Rennen in 2012 für sich entschieden. In Taupo ist dem 30-Jährigen also einiges zu zutrauen, zumal dem starken Radfahrer die zwei anspruchsvollen Runden der zweiten Disziplin entgegenkommen dürften. Für Terenzo Bozzone dagegen wird das Rennen vor heimischem Publikum ein kleines Comeback. Eine Achillessehnen-Verletzung hatte dem 27-Jährigen die zweite Saisonhälfte 2011 vermasselt und seine Teilnahme am Ironman  Hawaii verhindert. Es wird also spannend, inwieweit der 70.3-Weltmeister von 2008 an alte Leistungen anknüpfen kann. Zumindest weiß Bozonne, wie man in Taupo vorn landen kann: Von 2009 bis 2011 kam er dreimal als Zweiter hinter Brown ins Ziel.

Deutschland wird von zwei Profis vertreten: Neben dem Tübinger Stefan Schmid, amtierender Deutscher Meister über die Mitteldistanz, hat der in den USA lebende Torsten Abel gemeldet. Abel  hatte zuletzt mit Platz vier beim Ironman Arizona und einem schnellen Marathon überzeugt. Beide dürften am Samstag aber eher Außenseiterchancen haben, genau wie Romain Guillaume aus Frankreich.

Seriensiegerinnen unter sich

Auch im Frauenrennen stehen sich zwei Seriensieger gegenüber: Die beiden Neuseeländerinnen Joanna Lawn und Gina Crawford. Erstere kann in Taupo eine ähnliche Bilanz wie Brown vorweisen. Sieben Siege, zwei Vize-Titel sowie ein dritter Rang sprangen für die 38-Jährige bei ihren zehn Teilnahmen heraus. Lawn konnte in dieser Saison bereits mit dem Sieg über die Mitteldistanz von Tauranga überzeugen. Zudem hat sie mit dem Rennen noch eine Rechnung offen: Aufgrund eines Reifenschadens vergab sie 2011 die Chance auf eine Titelverteidigung. Auch Crawford kennt das oberste Podest in Taupo: Bei ihrem Sieg 2009 ließ die 31-Jährige unter anderem Lawn hinter sich. Ende Januar hatte sich die Neuseeländerin mit ihren vierten Titelgewinn bei  der Challenge Wanaka aus ihrer Babypause zurückgemeldet. Sollte eine der beiden Topfavoritinnen straucheln, könnte die US-Amerikanerin Meredith Kessler Nutznießerin werden. Sie hatte zuletzt jeweils mit dritten Plätzen bei der ITU-Langdistanz-WM sowie dem Ironman Arizona überzeugt.