Verwirrung oder Vorsatz?

Die Renndirektorin des Ironman Hawaii, Diana Bertsch, hat die Disqualifikation von Sandra Wallenhorst beim Ironman auf Hawaii bestätigt. Die Deutsche habe die Radstrecke durch eine Lücke in einer Absperrung verlassen und abgekürzt.

Von > | 10. Oktober 2010 | Aus: SZENE

Sandra Wallenhorst | Sandra Wallenhorst

Sandra Wallenhorst

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Zuschauer und Ordnungskräfte hätten ausgesagt, dass Sandra Wallenhorst gegen 7.40 Uhr Ortszeit die Strecke rund 300 Meter von der ersten Wechselzone entfernt durch eine Lücke in den Absperrgittern nach rechts verlassen habe, statt dem breit ausgebauten und klar gekennzeichneten Streckenverlauf nach links zu folgen. Die daraufhin durchgeführte Prüfung der Zeitmessprotokolle habe ergeben, dass das Transpondersignal der 38-Jährigen an den entsprechenden Messpunkten tatsächlich fehlte, bestätigte Chefkampfrichter Jimmy Riccitello im Gespräch mit tri-mag.de. "Wir gehen nach Rücksprache mit Sandra Wallenhorst davon aus, dass die Athletin die Strecke versehentlich verlassen hat." Am Messpunkt nach 5,5 Meilen (knapp zehn Kilometer) ergab die automatische Berechnung für Wallenhorst eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 39,2 Meilen, also über 63 Kilometer pro Stunde.

"Nicht durch eine Absperrung gezwängt"

Wallenhorst selbst konnte den Hergang rund eine Stunde nach der Bekanntgabe ihrer Disqualifikation nicht erklären. Erst nach Beendigung der 180 Kilometer langen Radstrecke wurde sie von den Wettkampfrichtern aus dem Rennen genommen. "Ich bin da entlang gefahren, wo man mich hingeleitet hat," so die 38-Jährige unter Tränen gegenüber tri-mag.de. "Ich habe mich bestimmt nicht durch eine Absperrung gezwängt. Aber es scheint ja wohl alles dafür zu sprechen, dass ich abgekürzt habe." An den genauen Streckenverlauf könne sie sich nicht erinnern, sagte die amtierende Ironman-Europameisterin, die bei ihrer Hawaii-Premiere vor zwei Jahren auf Anhieb Platz drei erreicht hatte. Ihre dritte Teilnahme hatte weniger vielversprechend begonnen: Nach dem Schwimmen wurde sie mit 1:07:16 Stunden auf Platz 40 geführt.