Vistica gewinnt Aufholjagd, Bittner steigt aus

Unter den französischen Triathleten genießt der "Embrunman" Kultstatus. Den längeren Atem hatte am Wochenende allerdings ein Kroate: Andrej Vistica. Bei den Frauen gewann Emma Pooley aus Großbritannien.

Von > | 17. August 2015 | Aus: SZENE

Embrunman2015 | Andrej Vistica gewinnt den Embrunman 2015

Andrej Vistica gewinnt den Embrunman 2015

Foto >Embrunman 2015

  Andrej Vistica hat zum ersten Mal den Embrunman gewonnen. Nachdem er erst als 12. aus dem Wasser kam, arbeitete er sich Kilometer für Kilometer durch das Startfeld nach vorne. Dabei überholte er bekannte Namen wie James Cunnama (ZAF) und Victor del Corral (ESP) und übernahm bei Kilometer 45 die Führung. In den Marathon ging der Kroate dann bereits mit sechs Minuten Vorsprung, und konnte dem schnellsten Bike-Split des Rennens (5:53:35) mit einer Laufzeit von 2:53:38 Stunden noch den schnellsten Laufsplit hinzufügen.

Vistica hielt alle Verfolger auf Abstand und erreichte das Ziel nach 9:44:45 Stunden, mit zwölf Minuten Vorsprung vor dem zweitplatzierten del Corral (9:56:49) und 13 Minuten Abstand zu Cunnama (9:57:39). Vistica ist mit seinem Sieg mehr als zufrieden: "Das ist meine bisher beste Wettkampfleistung, ich bin sehr glücklich. In den letzten vier Wochen habe ich in Sankt Moritz mit der Trainingsgruppe von Brett Sutton trainiert, und es hat sich ausgezahlt."

Mehr als ein komfortabler Vorsprung

Wie der Sieger bei den Männern kam auch die Britin Emma Pooley spät aus dem Wasser, nämlich mit sechs Minuten Abstand auf die schnellste Schwimmerin des Rennens, Lucie Croissant (FRA). Mit einem überragenden Bikesplit von 6:31:44 und dem schnellsten Marathon gelang es der Langdistanz-Duathlon-Weltmeisterin (2014) jedoch, die anderen Frauen zu überholen und schließlich mit über einer halben Stunde Vorsprung ins Ziel zu kommen (10:57:56). Auf Pooley folgten Jeanne Collonge nach 11:34:51 Stunden und Linda Gunoiseau (beide FRA) mit 11:35:25.

Die Rennbedingungen am Feiertag Maria Himmelfahrt, an dem das Rennen traditionell ausgetragen wird, waren weit von der Vorstellung eines Spätsommertages im Süden Frankreichs entfernt. Der Start um 6:00 Uhr fand im Dunkeln statt, so dass die Athleten für die ersten zwanzig Rennminuten hinter einem Boot mit Orientierungslicht herschwimmen mussten. Die 186 Kilometer lange Radstrecke wartet mit 3.800 Höhenmetern auf, und in diesem Jahr mit Regen und einer Temperatur von nur 5 Grad Celsius auf dem Col d'Izoard.

Bittner steigt aus

Die Temperaturen bekam auch der deutsche Per Bittner zu spüren. Für sah es zunächst gut aus: Der Leipziger kam als Zweiter aus dem Wasser. Nach einer durchwachsenen Performance auf dem Rad musste er auf der Laufstrecke jedoch unterkühlt das Rennen verlassen. Trainer Guido Vroemen und Partnerin Yvonne van Vlerken überredeten ihn zum Ausstieg.