Warum blogge ich hier eigentlich?

Zugegeben: Manchmal schlage ich mit meinen Blogs über die Stränge. Aber immerhin gelingt es mir auf diesem Weg, Triathleten – und manchmal sogar Verantwortliche – zum Nachdenken und zur Diskussion anzuregen. Häufig verlaufen die Dinge dann aber im Sande und so wirklich ändert sich danach nichts. Warum ich blogge.

Von > | 11. Juli 2014 | Aus: SZENE

Niclas_Bock | Niclas Bock

Niclas Bock

Foto >Powerhorse Triathlon Team

Ich könnte mich in meinen Blogs auch mit einfachen Dingen beschäftigen. Wie ich trainiere, zum Beispiel, oder womit ich meine freie Zeit verbringe. Was und wie viel ich esse oder wann ich mir das letzte Mal die Beine rasiert habe. Mache ich aber nicht. Zwar hätte ich dann nach einer neuen Veröffentlichung meine Ruhe und müsste nicht ständig alle Kommentare im Auge behalten, um diese oder jene Äußerung nochmals zu beleuchten oder besser zu erklären. Aber dann könnte ich mir das Geschreibe auch sparen.

Mein Anspruch liegt darin, auf Missstände hinzuweisen und Dinge, die im Argen liegen anzusprechen, kritisch zu sein. Aber auch zu unterhalten, zu loben, Spaß zu haben. Klar macht man sich damit nicht nur Freunde. Aber mein Ziel ist ja auch nicht „everybody’s darling“ zu sein.

Nur, mal ehrlich: Was habe ich bisher erreicht? Um es auf den Punkt zu bringen: Nichts. Und das finde ich sehr schade. Denn in meinen Augen gibt es viele Dinge, die man anders machen könnte oder denen es zumindest einer sehr kritischen Betrachtung bedarf, um die Entwicklung des Triathlon-Sports erfolgreich voran zu bringen. Letztendlich ist ja auch niemandem damit geholfen, wenn ich oder andere immer nur auf den Putz hauen, ohne Alternativen aufzuzeigen, Hilfe anzubieten oder als Ratgeber und Ansprechpartner erreichbar zu sein. Sei es der Umgang mit fragwürdigen Athleten, die zunehmende Windschattenproblematik, Konkurrenzkampf unter Veranstaltern, die Entwicklung des Profi-Sports, der Anti-Doping Kampf. Was auch immer. Es muss ja auch nicht nur um die Spitze des Sports gehen. Auch im Amateurbereich gibt es Verbesserungspotenziale, die es zu nutzen gilt!

Aber die Frage bleibt: Warum blogge ich? Mir bereitet es Freude, Diskussionen ins Laufen zu bringen und euch, die Leser, dazu zu bekommen, ebenfalls Meinungen zu äußern und Stellung zu beziehen. Es wäre toll, wenn es gelingen würde Veränderungen zu erwirken. Nur, da muss ich auch ehrlich zu mir selbst sein, wie soll einem das gelingen? Irgendwie gibt es zu wenig andere Athleten, die mal aufstehen und sagen, was ihnen nicht passt – oder auch was besonders gut ist. Warum nicht offen über Dinge sprechen? Ich finde, man kann und sollte seine Meinung sagen. Nochmal: Die muss ja nicht immer jedem passen. Aber vielleicht ist das auch ein Problem. Dass zu viele Angst davor haben, irgendwo nicht mehr willkommen zu sein oder es sich mit Sponsoren zu verscherzen oder sich unbeliebt zu machen.

Man muss sich doch mal bewusst werden, dass wir als Athleten auch einen Hebel in der Hand haben, um Dinge zu verändern.

Das ist der Grund warum ich blogge.

Die Hoffnung, zum Nachdenken anzuregen, Veränderungen anzuschieben, Diskussionen zu entfachen und – ja – zu zeigen, dass man als Athlet eine Stimme hat, die man erheben kann.

Also dann, bis in Kürze! Euer Bocki