"Weiteratmen, weiterlaufen"

Das sportliche Lebenswerk von Sister Madonna Buder ist eindrucksvoll. Die 84-jährige Nonne aus dem Nordwesten der USA hält den Alters­rekord auf der Ironman-Distanz, hat fast 400 Triathlonrennen bestritten und war am 11. Oktober zum 22. Mal auf Big Island dabei. Wir haben mit der eisernen Nonne gesprochen.

Von > | 4. November 2014 | Aus: SZENE

Madonna Sister Buder | Madonna Sister Buder bei der Challenge Roth 2014

Madonna Sister Buder bei der Challenge Roth 2014

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Sister Madonna ­Buder, ­geboren am 24. Juli 1930, ­begann mit 52 Jahren mit dem Triathlon. Seitdem hat sie an mehr als 360 Wettkämpfen über alle Distanzen und an zahllosen Laufveranstaltungen teilgenommen. 2005 stellte Buder den Rekord für die älteste Person auf, die jemals beim ­Ironman ­Hawaii gestartet ist. Für sie wurde die Altersklasse 75–79 eingeführt. Seit 2012 hält die „Iron Nun“ auch den Rekord für die älteste Person, die jemals einen Ironman gefinisht hat. Sister ­Madonna ­Buder wurde 2013 in die USA Triathlon Hall of Fame aufgenommen. Für unser Hawaii-Special haben wir ausführlich mit der eisernen Nonne gesprochen.

Sister Madonna Buder, wie lief Ihre Vorbereitung für Hawaii?
Ehrlich gesagt, war ich zwischenzeitlich ziemlich frustriert: Mir fehlte einfach die Zeit zum Trainieren. Leider konnte ich mich erst sehr spät vorbereiten. Zwei Wochen vor dem Rennen war ich noch mitten im Training, anstatt mich wie die meisten anderen auszuruhen. Auf der anderen Seite ­konnte ich so immerhin meine Beine und mein Rad in Bewegung halten.

Es lief also schon mal besser?
Ich erinnere mich an einen Tag in der Vorbereitung, an dem ich eine lange Radeinheit auf dem Plan absolvieren sollte. Nach zehn Kilometern hatte ich einen Platten und musste zurück­fahren, weil ich den Schlauch nicht flicken ­konnte. Anstatt zu trainieren, brachte ich das Rad in die Werkstatt.

Wie viele Stunden trainieren Sie pro Woche?
Ich habe nicht die leiseste Ahnung. Früher ­hätte ich die Frage beantworten können, aber inzwischen gibt es so viele Dinge, die mir die Zeit ­rauben. Als ich Läuferin war, hatte ich noch ­einen Überblick darüber. Heute schaffe ich es einfach nicht mehr, mich mit Stift und Block hinzusetzen und alles aufzuschreiben. Ich müsste raten, wie viele Stunden ich pro Woche trainiere und welche Distanzen ich dabei zurücklege.

Interessiert es Sie gar nicht?
Wie viel es auch immer sein mag, ich kann mich nur entspannen und die Aufgabe an den lieben Gott delegieren. Das Wichtigste für mich ist, jeden Tag in Bewegung zu bleiben. Dabei ist es vollkommen egal, was ich tue. Mein Modell ist: weiter­atmen, weiterlaufen. Irgendwie bringt mich das über die Ziellinie.

Das komplette Interview, alles über den Ironman Hawaii, Rennberichte und alle Langdistanztermine für das Jahr 2015 finden Sie in unserem 196 Seiten starken Hawaii-Special. 

Hier gibt's eine Leseprobe: