Wiesbaden: Böcherer zurück, Premiere für Schildknecht

Der Schweizer Ronnie Schildknecht und Andreas Böcherer wollen dem Briten Ritchie Nicholls bei den Ironman-70.3-Europameisterschaften am 10. August in Wiesbaden den Titel abjagen. Bei den Frauen trifft Vorjahressiegerin Daniela Ryf aus der Schweiz auf die Dänin Camilla Pedersen sowie die deutsche 70.3-Hoffnung Laura Philipp.

Von > | 25. Juli 2014 | Aus: SZENE

Ronnie Schildknecht | Mit gutem Halbmarathon rennt Ronnie Schildknecht aufs Podest.

Mit gutem Halbmarathon rennt Ronnie Schildknecht aufs Podest.

Foto >Nis Sienknecht / spomedis

Zwischen 2008 und 2012 dominierten die deutschen Triathlonprofis die Ironman-70.3-EM in Wiesbaden. Fünfmal in Folge blieb der EM-Titel in Deutschland. Auch im vergangenen Jahr hätte es beinahe wieder gereicht - ein verschollener Wechselbeutel und die überragende Laufleistung des Brite Ritchie Nicholls verhinderten jedoch den Sieg von Jan Frodeno. Nicholls kehrt am 10. August zurück in die Kurstadt, um die EM-Krone zu verteidigen. Dabei trifft er auf einen, der diese Trophäe ebenfalls in seiner Vitrine hat: Andreas Böcherer. Der Freiburger schien seine Verletzungssorgen über den Winter abgeschüttelt zu haben und war heiß auf die Saison 2014 und die 70.3-WM in Mont Tremblant. Ein unachtsamer Autofahrer machte Ende April die aufgebaute Form zunichte. Böcherer kam mit Hautabschürfungen und Prellungen davon, musste den geplanten Start beim Ironman 70.3 St. Croix aber kurzfristig absagen. Auf heimischem Boden will der 31-Jährige nun wieder angreifen.

Schildknecht feiert Wiesbaden-Debüt

Erfolge auf heimischem Boden kennt Ronnie Schildknecht nur zu gut. Siebenmal gewann der Schweizer seinen Heim-Ironman, weitere drei Mal den Ironman 70.3 Rapperswil-Jona. Wiesbaden stattet der EM-Vierte von Frankfurt in zwei Wochen seinen ersten Besuch ab. Dass sich die Schweizer in der hessischen Landeshauptstadt wohlfühlen, unterstrich 2013 Daniela Ryf. Auch Karin Thürig hat das Rennen 2011 schon einmal gewonnen. Nicholls, Böcherer und Schildknecht treffen bei der neunten Auflage der 70.3-EM auf den Wiesbaden-Dauerbrenner und EM-Dritten von 2013, Alessandro Degasperi aus Italien, sowie die deutschen Profis Maurice Clavel, Fabian Rahn und Johannes Moldan.

Ryf gegen Pedersen und Philipp

Ein ebenfalls attraktives Starterfeld haben die Veranstalter für das Profirennen der Frauen verpflichtet. Titelverteidigerin Daniela Ryf bekommt es mit der Ironman-Europameisterin von 2013, Camilla Pedersen aus Dänemark, der Britin Tamsin Lewis - zuletzt Siegerin des Ironman UK - sowie Eimear Mullan (IRL) und der ungarischen Altmeisterin Erika Csomor zu tun. Im Gegensatz zu den Männern durften die deutschen Fans bei den Frauen erst einmal über einen Heimsieg jubeln. Anja Beranek holte sich 2012 den EM-Titel. Laura Philipp könnte am 10. August in ihre Fußstapfen treten. Die 27-Jährige aus Schwäbisch-Gmünd überraschte in dieser Saison mit vierten Plätzen beim Ironman 70.3 Mallorca und der Challenge Kraichgau. Dazu gewann sie zwei Rennen des BASF Triathlon-Cup Rhein-Neckar. Zum zweiten Heimspiel des Jahres tritt Natascha Schmitt an. Die Frankfurterin war schon dreimal in Wiesbaden am Start - kam dabei aber noch nicht über den neunten Platz hinaus. Die Chancen, diesen zu verbesseren, stehen nicht schlecht. Bei der Ironman-EM in Frankfurt hatte Schmitt vor drei Wochen mit einer Top10-Platzierung überzeugt.