WTC reagiert auf Diskussion um Hütthaler

In den Tagen nach dem Ironman 70.3 Miami kam es unter einigen Profiathleten zu heftigen Diskussionen. Die Österreicherin Lisa Hütthaler soll bei Landsmann Andreas Fuchs im Windschatten gefahren sein und sich damit einen unerlaubten Vorteil verschafft haben. Bestraft wurde das Duo nicht. Das soll sich nun ändern. Die World Triathlon Corporation arbeitet an einer Regelverschärfung.

Von > | 27. November 2012 | Aus: SZENE

Ironman Hawaii 2012 - Schwimmen - 30 | Ironman Hawaii 2012 - Schwimmen

Ironman Hawaii 2012 - Schwimmen

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Die Wellen schlugen hoch, als nach dem Ironman 70.3 in Miami Ende Oktober Stimmen einiger Profidamen laut wurden, die beobachtet haben wollten, dass die Österreicher Andreas Fuchs und Lisa Hütthaler auf der Radstrecke zusammengearbeitet haben. Es schien, als habe Fuchs bewusst auf Hütthaler gewartet, um sie – nachdem sie zu ihm aufgeschlossen hatte – in seinem Windschatten über die Strecke und an ihren Konkurrentinnen vorbei in eine gute Ausgangsposition für den Halbmarathon zu bringen. Einen endgültigen Beweis dafür gab es nicht - die World Triathlon Corporation (WTC) verzichtete auf eine Strafe.

Profi-Paare unter Beobachtung

Nun hat die WTC offenbar erkannt, dass diese Problematik eine Lücke im Regelwerk darstellt, die bisher allerdings nicht von Bedeutung gewesen zu sein scheint. Um Vorfälle, wie den in Miami, in Zukunft zu verhindern, wird das Regelwerk der WTC um einen Punkt ergänzt, so heißt es in einer Erklärung der WTC-Verantwortlichen gegenüber dem Online-Portal slowtwitch.com. Bisher war es nur verboten, während des Rennens Unterstützung zu erhalten, die nicht vom Veranstalter geleistet wird. So darf weder Verpflegung angenommen, noch technische Hilfe von Außenstehenden geleistet werden. Jetzt soll zusätzlich darauf geachtet werden, ob ein Athlet mit seinem persönlichen Rennverlauf einem anderen Athleten Hilfe leistet und sich für diesen einspannt. In den meisten Fällen dürfte es für die Kampfrichter allerdings schwer werden, fair und nicht willkürlich zu entscheiden. Für sie liegt nun die Herausforderung darin, zu erkennen und zu bewerten, ob es sich in der betreffenden Rennsituation tatsächlich um gegenseitige Hilfe oder Absprachen unter Kollegen, Lebenspartnern, Freunden oder Team-Mitgliedern handelt. Welches Strafmaß im Einzelfall gelten soll, ist bisher nicht bekannt. Hütthaler und Fuchs wurden über diese Änderung bereits informiert. Alle anderen Athleten, die eine Profi-Lizenz der WTC besitzen, werden laut WTC in naher Zukunft über die Regelverschärfung in Kenntnis gesetzt.