Wutti holt den "Big Point" am Wörthersee

Eva Wutti hat sich mit einer konzentrierten Leistung zum ersten Mal den Titel beim Ironman Austria gesichert. Den dritten Ironmansieg ihrer Karriere brachte die 26-jährige Österreicherin dank einer persönlichen Bestzeit beim Marathon unter Dach und Fach. Lisa Hütthaler sorgte für den Doppelsieg der Gastgeberinnen. US-Girl Sarah Piampiano wurde knapp geschlagen Dritte.

Von > | 28. Juni 2015 | Aus: SZENE

Eva Wutti - Ironman Austria 2015 | Eva Wutti - Ironman Austria 2015

Eva Wutti - Ironman Austria 2015

Foto >Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Wutti, die Wundertüte, hat wieder zugeschlagen. Nach einer bisher mäßigen Saison mit einem sechsten Platz beim Ironman Südafrika und vielen gesundheitlichen Problemen hat Österreichs Hawaii-Hoffnung Eva Wutti im richtigen Moment ihr überragendes Talent in die Waagschale geworfen. Wieder einmal waren es weniger die Gegnerinnen, sondern vielmehr sie selbst, die sich im Weg hätte stehen können. Doch Wutti ließ sich in ihrer Heimat nicht vom rechten Weg abbringen und konnte ihr Glück im Ziel kaum fasssen.

Nichtangriffspakt beim Radfahren

Im Schwimmen, das bekanntermaßen nicht zu den Lieblingsdisziplinen der Wienerin gehört, behauptete sie sich sogar knapp gegen die frühere Kurzdistanzspezialistin Lisa Hütthaler und musste nur die US-amerikanische Außenseiterin Christina Jackson ziehenlassen. Die war schon nach wenigen Radkilometern gestellt, sodass sich die zweiten Disziplin zu einem österreichischen Duell entwickelte. Bei diesem konnte oder wollte sich aber keine so recht absetzen. Wutti, die wegen eines technischen Defekts lange ohne funktionierendes Wattmessgerät unterwegs war, hatte eigentlich auch keinen Grund dazu. Dass sie die deutlich bessere Läuferin ist, müsste allerdings auch Konkurrentin Hütthaler bekannt gewesen sein. Doch auch die unternahm keine ernsthaften Anstrengungen, sich ein Polster für den Marathon herauszufahren. So rollten die beiden nach knapp sechs Rennstunden Rad an Rad zum zweiten Wechsel.

Wuttis Attacke sitzt

Und dort fackelte Wutti dann auch nicht lange. Ehe sich Hütthaler die Schuhe richtig geschnürt hatte, war Wutti schon enteilt. Sekunde um Sekunde baute sie danach ihre Führung aus. Bis Kilometer 13 in einem Wahnsinnstempo von klar unter vier Minuten pro Kilometer. Viel zu schnell für Hütthaler, die bis zu diesem Punkt fast vier Minuten einbüßte. Bei der Halbmarathonmarke waren es dann schon mehr als sechs. Die endgültige Entscheidung in einem am Ende nur wegen des Wetters heißen und nicht wirklich spannenden Rennen. Wutti wurde auf den letzten Kilometern zwar etwas langsamer, legte in starken 2:54:42 Stunden aber den schnellsten Marathon ihrer Profikarriere hin. Die Uhr auf der Ziellinie blieb nach 8:45:37 Stunden für sie stehen. Es war ihr dritter und sicher schönster Ironmansieg nach den Triumphen in Kopenhagen und Barcelona. Schneller waren in Klagenfurt bisher nur die US-Amerikanerinnen Mary Beth Ellis und Linsey Corbin. Deren Landsfrau Sarah Piampiano hätte beinahe noch den Doppelsieg für die Österreicherinnen verhindert. Meter um Meter pirschte sie sich auf den letzten Kilometern noch an Hütthaler heran. Doch die rettete sich sichtlich angeschlagen 24 Sekunden vor der US-Amerikanerin als Zweite über die Finishline.

Ironman Austria | Frauen

  1. Juni 2015, Klagenfurt (AUT)

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,195 km Run

1

Eva Wutti

AUT

8:45:37

52:39

4:53:57

2:54:42

2

Lisa Hütthaler

AUT

9:02:46

52:45

4:53:41

3:11:43

3

Sarah Piampiano

USA

9:03:10

56:59

5:00:09

3:00:12

4

Elisabeth Gruber

AUT

9:10:10

1:00:32

5:02:16

3:01:51

5

Martina Dogana

ITA

9:18:50

53:53

5:11:02

3:08:41

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