Athleten protestieren erfolgreich

Es geht um den Sport und die Athleten - diese Einstellung machten die besten Triathleten der Welt heute beim ITU-Jahreskongress an der Gold Coast deutlich. Sie stellten sich geschlossen gegen einen Antrag, der ihre Rechte beim Trikotsponsoring einschränken sollte.

Von > | 10. September 2009 | Aus: SZENE

Anlass war der dem Kongress vorliegende Antrag, der den nationalen Verbänden zukünftig alle Rechte am Trikotsponsoring zuschreiben sollte. Damit hätten die Athleten kaum noch eine Möglichkeit gehabt, im Rennen auf ihre eigenen Sponsoren aufmerksam zu machen. An einer ähnlichen Frage war im Frühjahr bereits ein Streit des Schweizer Verbands Tri Suisse mit einigen seiner Topathleten, darunter dem Olympia-Dritten von Athen 2004, Sven Riederer, eskaliert. Auch in Deutschland hatte diese Frage zuletzt immer wieder für Diskussionsstoff gesorgt.

Weltklasse-Athleten zeigen Geschlossenheit

ITU-Athletensprecher Kris Gemmell hatte die besten zehn Damen und Herren des WM-Rankings gebeten, zum Kongress zu kommen, um die Bedeutung dieser Entscheidung auch durch die Geschlossenheit der Athleten zu demonstrieren. Die Aktion hatte Erfolg: Der Antrag wurde abgelehnt. Für den Fall des Misserfolgs war in Athletenkreisen bereits über eine Protestaktion am Wettkampftag diskutiert worden. So hatte man erwogen, ähnlich den Athletenprotesten während der Tour de France, nach dem Startschuss das Rennen erst mit Verzögerung aufzunehmen.

Vizepräsident Leistungssport kollabiert

Für einen tragischen Höhepunkt am Rande des ansonsten ruhigen Kongresses sorgte die deutsche Delegation: DTU-Vizepräsident Ramon Gomez-Islinger brach während der Versammlung dehydriert zusammen und zog sich beim Sturz auf einen Tisch eine größere Hautverletzung am Kopf zu. DTU-Mannschaftsarzt Dr. Andreas Marka konnte im Mannschaftshotel den Schnitt, assistiert von DTU-Präsidentin Claudia Wisser, mit mehreren Stichen versorgen.