Claudia Wisser neue Präsidentin

Die Deutsche Triathlon Union hat eine neue Führung. Mit der 39-jährigen Rechtsanwältin Claudia Wisser wählte der Außerordentliche Verbandstag in Frankfurt zum ersten Mal eine Frau an der Spitze der DTU, auch alle weiteren Posten wurden neu besetzt.

Von > | 8. November 2008 | Aus: SZENE

Claudia Wisser | Claudia Wisser

Claudia Wisser

Foto >Jan Sägert / spomedis

Wisser, die seit 2006 dem Präsidium der DTU angehört, löst den 62-jährigen Rainer Düro ab, der den Verband nach der Abwahl des Präsidenten Dr. Klaus Müller-Ott seit Mitte Februar geführt hatte. Als weitere Präsidiumsmitglieder bestimmte das höchste demokratische Organ der DTU die ehemalige Profitriathletin Ute Mückel (Detmold, Vizepräsident Leistungssport), den Rechtsanwalt Dr. Ralf Eckert (Eching, Vizepräsident Finanzen) und Bernd Rennies (Bremen, Vizepräsident Breiten- und Freizeitsport). Der Posten des Vizepräsidenten für Veranstaltungen werde "zeitnah kommissarisch besetzt", erklärte die neue DTU-Präsidentin im Anschluss an die Sitzung.

Bereits vor einigen Wochen hatte Interimspräsident Düro unter Hinweis auf seine angeschlagene Gesundheit seinen Verzicht auf eine weitere Kandidatur erklärt. Der Trierer, der im Februar mit großem Elan und breitem Rückhalt aus den Landesverbänden ins Amt gestartet war und innerhalb weniger Monate nicht nur den ramponierten Ruf der DTU korrigieren, sondern auch die drohende Zahlungsunfähigkeit des Verbands abwenden musste, hatte sich mit seinem "Krisenmanagement" nicht nur Freunde gemacht. Als "oftmals undemokratisch", "autoritär" und "gelegentlich politisch ungeschickt" hatten die Präsidenten der 16 Landesverbände den Führungsstil des 62-Jährigen kritisiert und sich bei einem Vorabtreffen am vergangenen Sonntag auf Wisser als Wunschkandidatin für dessen Nachfolge verständigt.

Wisser setzte sich in der Abstimmung gegen den Vizepräsidenten für Finanzen der Schleswig-Holsteinischen Triathlon-Union, Carsten Bieler, durch. Der ebenfalls für das Präsidentenamt kandidierende bisherige DTU-Vizepräsident für Leistungssport Dr. Michael Kraus hatte die Sitzungen bereits vor dem Beginn der Abstimmungen verlassen.