DTU stellt Verfahren ein

Mit einer knappen Mitteilung informiert die Website der Deutschen Triathlon Union über die Einstellung ihrer Ermittlungen gegen den Triathleten Stephan Vuckovic. Ein EPO-Doping des ehemaligen Kadermitglieds im Jahr 2001 sei nicht belegbar.

Von > | 15. Juni 2009 | Aus: SZENE

Stephan Vuckovic | Stephan Vuckovic

Stephan Vuckovic

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Die DTU verweist in ihrer Meldung auf "Art. 24 der Anti-Doping-Ordnung der Deutschen Triathlon Union vom 5./6. November 1995 in der Fassung vom 14.04.2007 (ADO)". Diese Fassung galt zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens der Vorwürfe gegen Vuckovic. Am 28. November 2008 hatte die Süddeutsche Zeitung ein "Gedächtnisprotokoll" des DTU-Ehrenpräsidenten Dr. Martin Engelhardt veröffentlicht, in dem dieser behauptet, Vuckovic habe Ende Juni 2001 in einer Klinik in Bayreuth unter dem Eindruck einer lebensgefährlichen Erkrankung EPO-Doping gestanden. Dies habe ihm sein damaliger Amtsnachfolger, der DTU-Präsident Dr. Klaus Müller-Ott, berichtet. Sowohl Vuckovic als auch Müller-Ott hatten Engelhardts Darstellung jedoch stets bestritten.

Auf Druck der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) hatte die Anti-Doping-Kommission der DTU Vuckovic sowie Engelhardt und dessen Zeugen, den langjährigen DTU-Geschäftsführer Jörg Barion, nun zu einer Anhörung nach Frankfurt geladen. Vuckovic war jedoch nicht selbst erschienen, sondern hatte sich durch seinen Anwalt Dr. Michael Lehner (Heidelberg) vertreten lassen. 

Eine Woche vor Ablauf der Verjährungsfrist der von Engelhardt behaupteten Vorgänge dürfte nun aus sportrechtlicher Sicht kaum noch eine Handhabe gegen den Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele von Sydney 2000 bestehen. Eine konkrete Stellungnahme zu Engelhardts Vorwürfen, die Ende Januar auch durch Äußerungen des ehemaligen DTU-Teammanagers Henning Müller gestützt worden waren, ist Vuckovic allerdings bis heute schuldig geblieben.