Düro neuer DTU-Präsident

Der Rheinländer Rainer Düro ist neuer Präsident der Deutschen Triathlon Union. Düro ist ein Triathlet der ersten Stunde und war 13 Jahre lang Präsident des Rheinland-Pfälzischen Verbandes. Er löst Dr. Klaus Müller-Ott ab, der den Verband seit 2001 geführt hatte.

Von > | 17. Februar 2008 | Aus: SZENE

Der vor zwei Wochen einberufene Außerordentliche Verbandstag bestätigte die bisherigen Präsidiumsmitglieder Dr. Michael Kraus (Vizepräsident Leistungssport), Peter Kernbach (Vizepräsident Vereins- und Zielgruppensport), Claudia Wisser (Vizepräsidentin, zunächst ohne Amtsbereich), Gerd Lücker (Vizepräsident Veranstaltungen) sowie Jugendwartin Sandra Weber in ihren Positionen. Neu im Präsidium ist neben Rainer Düro dessen bisheriger Stellvertreter in Rheinland-Pfalz, Bernd Rollar, als Vizepräsident für Finanzen. Neben Dr. Klaus Müller-Ott wurden die bisherigen Vizepräsidenten Reinhard Wilke, Martin Bentele und Arnd Schomburg ebenfalls nicht ins neue Präsidium gewählt.

Umzugspläne als Stein des Anstoßes

Den Wahlen zuvorgegangen waren intensive Debatten über die Finanzsituation der Deutschen Triathlon Union sowie den unter dem bisherigen Präsidenten geplanten Umzug von Verbandssitz und Geschäftsstelle von Frankfurt nach Hamburg. Den Umzugsplänen, die vor wenigen Wochen Stein des Anstoßes für das Zerwürfnis zwischen Müller-Ott und den Landesverbänden waren, wollten die Delegierten in der Sitzung nicht folgen: Zwar entschiedenen sie sich gegen einen Ortswechsel zum gegenwärtigen Zeitpunkt, wollten die endgültige Entscheidung aber von nun fortzuführenden Verhandlungen mit beiden Städten abhängig machen.

Mit der Neuwahl auf dem außerordentlichen Verbandstag, dessen Rechtmäßigkeit von Teilen des bisherigen Präsidiums bis heute angezweifelt wird, endet die Amtszeit von Dr. Klaus Müller-Ott, der dem Verband seit 2001 vorgestanden hatte. Während der Amtszeit des Arztes aus Bornhöved in Schleswig-Holstein hatte der Verband große Fortschritte erzielt. Die Mitgliederzahl stieg auf mehr als 27.000, die Neuaufstellung der internationalen Beziehungen war die Grundlage für die erfolgreiche Triathlonweltmeisterschaft in Hamburg mit dem ersten deutschen Weltmeister Daniel Unger.

Kritik aus Kanada

"Wir müssen dem Kurs in der Öffentlichkeit, das Image zu wahren, nun strikt folgen", sagte Düro nach seiner Wahl. "Wir haben bisher einen starken Präsidenten gehabt, den ich in hohem Maß schätze. Er hat eine verlässliche Therapie unserer internationalen Beziehungen an den Tag gelegt und mit der Weltmeisterschaft den größten Erfolg erlebt, den man haben kann. Wir sind ihm großen Respekt schuldig." Als wichtigste Ziele seiner beginnenden Amtszeit nennt er die Beruhigung der politischen Verhältnisse innerhalb der Deutschen Triathlon Union und die Konsolidierung der Verbandskasse.

Kritik am Procedere der Neuwahlen kam nicht nur aus den Reihen der prominentesten Veranstalter im Lande, sondern auch aus höchsten sportpolitischen Kreisen: Der Präsident der International Triathlon Union, der Kanadier Les McDonald, droht mit dem Gang vor den internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne und dem Ausschluss der deutschen Mannschaft von den Olympischen Spielen in Peking, wenn sich herausstelle, dass die Wahlen nicht den demokratischen Anforderungen entsprächen.

Das DTU-Präsidium nach dem Außerordentlichen Verbandstag am 17.2.2008
  • Rainer Düro, Präsident
  • Dr. Michael Kraus, Vizepräsident Leistungssport
  • Peter Kernbach, Vizepräsident Vereins- und Zielgruppensport
  • Claudia Wisser, Vizepräsidentin
  • Gerd Lücker, Vizepräsident Veranstaltungen
  • Bernd Rollar, Vizepräsident Finanzen
  • Sandra Weber, Jugendwartin