Förderkonzept für "Local Heroes"

Triathlonteams außerhalb der gewohnten Vereinsstruktur kommen in Mode. Die EquipeRed gehört zu den ersten dieser Zusammenschlüsse - Grund genug, uns mal beim Management um Philipp Mund umzuhören, was ein solches Team einem Athleten bieten soll.

Von > | 25. Februar 2014 | Aus: SZENE

equipeRED Team | Zusammhelt über Vereinsgrenzen Hinweg will die EquipeRed bieten.

Zusammhelt über Vereinsgrenzen Hinweg will die EquipeRed bieten.

Foto >EquipeRed

Phillipp Mund, die EquipeRed geht bereits ins dritte Jahr. Mit welcher Idee haben Sie angefangen?

Wer die Triathlonszene beobachtet oder den Sport selbst ausübt, erkennt schnell, mit welchem Einsatz die Sportler zu Werke gehen. Es gibt eine Vielzahl ambitionierter Amateurathleten, „Local Heroes“, Vorzeigesportler ihrer Region, die neben ihrem Beruf viel Zeit und Geld in ihren Sport investieren. Für sie ist es einerseits schwer, materielle Unterstützung zu erhalten und andererseits ein adäquates Experten- und Trainingsnetzwerk aufzubauen. Als Individuum sind sie leider nicht attraktiv genug, um Partner für sich zu gewinnen. Bisher gab es kein klares Förderkonzept für diese Sportler. Verbandsstrukturen greifen für sie nicht oder sind irrelevant.

Und Sie wollten das ändern?

Die Fokussierung auf „Local Heroes“ und deren gemeinsames Auftreten bietet Sponsoren eine attraktive Bühne und nationale Reichweite im Rahmen der wichtigsten Triathlonevents. Neben der Sichtbarkeit durch die „reine Masse“ der Athleten sorgt die Leistungsstärke verlässlich für Podiums- und Top-Ten-Platzierungen. Das Risiko, an einzelne Akteure gebunden zu sein, ist für Sponsoren nicht gegeben. Die starken Leistungen des ganzen Teams sind auf viele Schultern verteilt und stehen im Vordergrund. Diese Tatsache, kombiniert mit dem hochwertigen Erscheinungsbild sowie einem professionellen Teamhintergrund, sollten es uns ermöglichen, Partner zu gewinnen. Der Erfolg der vergangenen zwei Jahre bestärkt uns in unserem Streben und unterstreicht die zum damaligen Zeitpunkt einzigartige Idee.

Sie reden von "Local Heroes". Welche Athleten dürfen sich denn von Ihrem Team angesprochen fühlen?

In erster Linie leistungsbezogene Triathleten. Wir verstehen uns als national agierende Gemeinschaft, die Nachwuchs-, Amateur- und Profi-Athleten verbindet. Wir bieten eine Plattform, um sich zu präsentieren, den Sport unter professionellen Bedingungen auszuüben und vereinfachen den Stärksten den Sprung in den Profibereich. Aber auch Sportler ohne diese Ambition sind herzlich willkommen und stellen einen großenTeil unserer Athleten.

Was haben Sie solchen Sportlern zu bieten?

Gerade diese Sportler möchten wir durch die Möglichkeit eines transparenten dreistufigen Sponsoringkonzepts und Förderprogramms überzeugen. Sie haben die Möglichkeit, durch sportliche Leistung auf eine höhere Sponsoringebene zu gelangen. Dies betrifft die Punkte: High-end-Material, professionelle Betreuung, Leistungssteigerung durch Austausch mit Profi-Athleten, Motivation und Challenge im Team sowie die enge Verzahnung zur Sportartikelindustrie. Hinzu kommt die Perspektive des Aufstiegs und des Erreichens weiterer Vergünstigungen.

Sie sprechen von einer Unterstützung mit mehreren Säulen, wo liegen die Unterschiede zwischen „Youngsters“, „Endurance“, „Performance“ und „Professional“?

Unser Motto lautet „Schnell sein lohnt sich“. Wir möchten mit unserem Stufenkonzept gewährleisten, dass sich Leistung auszahlt. Als registriertes Teammitglied wird der Sportler automatisch Teil des Endurance- (Erwachsene) oder Youngsters- (Jugendliche) Teams und kann von unserem Partnernetzwerk profitieren. Das sind Angebote aus den Bereichen Material, Coaching, Startplatzverlosungen und Trainingsreisen. Qualifiziert sich der Athlet für das Performance-Team, gelangt er auf die nächste Sponsoringstufe mit verbesserten Konditionen und erweiterter Unterstützung aus dem Partnernetzwerk sowie persönlicher Darstellung auf der Homepage. Im Perspective-Bereich werden sie unter anderem Besitzer eines umfangreichen Material-Pakets und nutzen den Coaching- und Dienstleistungsbereich unentgeltlich. Die Nominierung gilt für ein Jahr. Der Professional-Bereich ist die letzte Stufe unseres Konzepts. Voraussetzung ist  der Erwerb eines Elitestartpasses. Die Athleten erhalten zusätzlich zu den bereits erwähnten Bereichen monetäre Unterstützung und sind die Aushängeschilder unseres Teams.

equipeRED_Stufenkonzept2014 | Das Stufenkonzept der EquipeRed.

Das Stufenkonzept der EquipeRed.

Foto >EquipeRed

Die Athleten des Professionalbereichs werden also finanziert, die anderen zahlen ein. Was muss man auf der ersten Stufe investieren?

Seit 2013 sind das 19,95 Euro pro Jahr. Die Mitgliedsgebühr ist in unterschiedlich gestaffelten Startpaketen enthalten, die unsere Athleten mit den wichtigsten Utensilien und der Wettkampfbekleidung versorgen. Die Verwendung der Teambekleidung ist für unser Konzept des A&O. Nur so haben wir die Möglichkeit, uns als Team darzustellen und attraktiver Partner für Sponsoren zu sein.

Man ist also daran gebunden, in Ihrem Trikot aufzutreten. Kann man als Mitglied trotzdem weiter für seinen bisherigen Triathlonverein starten?

Auf jeden Fall! Wir sind kein eingetragener Verein und sehen uns nicht als Konkurrenz zu solchen. Wir möchten Athleten keinesfalls aus ihrem sportiven Umfeld in der Heimatregion reißen.

Wie viele Mitglieder hat das Team derzeit?

Wir kratzen an der Schwelle von 250 registrierten Athleten. Durch Coop-Vereine, das Energizer Werksteam und frei verkäufliche EquipeRed-Bekleidung potenziert sich die Sichtbarkeit und wir erreichen weit über 500 Personen in Teamfarben.

In welcher Form besteht Kontakt zwischen Ihren Sportlern – gibt es zum Beispiel Teamtreffen?

Der Kontakt zwischen den Athleten ist ein entscheidender Aspekt. Anders als im Verein, in dem der Trainingsalltag einfach miteinander bestritten werden kann, ist es für uns die Aufgabe, ein (inter-)national agierendes Team zu vernetzen. Deshalb kommunizieren wir über die neuen Medien. Für uns spielt neben der Website mit Mitgliederbereich und Rennkalender Facebook aktuell die wichtigste Rolle. Wir haben neben der klassischen Teamseite eine geschlossene Gruppe, in der sich Teammitglieder austauschen können. Darüber hinaus bieten wir regelmäßig Teamevents an. Saisonauftakt- und –abschlussveranstaltungen, Staffellangdistanz sowie Freistarts und Teamstände bei den wichtigen Großereignissen wie der Challenge Roth sind in den letzten Jahren feste Bestandteile geworden. Ab 2014 werden wir eine teaminterne Meisterschaft über die Olympische Distanz austragen, die in ein renommiertes Rennen integriert sein wird. Weitere Events sind in Planung.

equipeRED | Die EquipeRed soll Sportler fördern, die im Team stärker sind als allein.

Die EquipeRed soll Sportler fördern, die im Team stärker sind als allein.

Foto >EquipeRed

Wie stellen Sie sich ansonsten die Zukunft der EquipeRed vor?

Wir werden unseren Grundsätzen Qualität und Leistungsorientierung treu bleiben und diese weiter verfolgen. Qualität betrifft dabei nicht nur den Bereich der Partner und Sponsoren. Klares Ziel ist es, jungen oder ambitionierten Athleten beste Möglichkeiten auf ihrem Weg in den Profisport zu bieten. Wir möchten regelmäßig Athleten generieren, die diesen Sprung schaffen. Wir wollen das Performanceteam weiter stärken, mehr „local Heroes“ gewinnen und den Pool an potentiellen Pro-Athleten vergrößern.