Gemeinsame Standards bei Ironman und ITU

Noch bevor die Saison 2015 richtig Fahrt aufnimmt, haben sich der private Rennveranstalter Ironman und der Triathlonweltverband ITU auf ein in Kernpunkten einheitliches Regelwerk für ihre Wettkämpfe über die Mittel- und Langdistanz verständigt. So einigte man sich zum Beispiel auf einen einheitliche Größe der Windschattenbox, eine zusätzliche Strafkarte für Draftingsünder und Grenzwerte für ein Neoprenverbot.

Von > | 16. Februar 2015 | Aus: SZENE

Drafting Challenge Roth 2014 | Challenge Roth 2014

Challenge Roth 2014

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Das Regelwerk im Triathlon ist komplex. Nicht verwunderlich - bei drei komplett verschiedenen Einzeldisziplinen und dem im internationalen Sport einmaligen Wechselprozedere. Einmalig dürfte allerdings auch gewesen sein, dass es innerhalb einer Sportart teils grundverschiedene Regelwerke und Regelauslegungen gab. Jahrelang kochten Ironman, Challenge und der Weltverband ITU besonders bei Wettkämpfen über die Mittel- und Langdistanz ihr eigenes Regelsüppchen. Egal ob Drafing, Zeitstrafen oder Richtwerte für ein Neoprenverbot - wirklich einig waren sich die Verantwortlichen in den Kernfragen nie. Ein Problem vor allem für die Athleten, die sich vor dem Start - je nach Veranstalter - mit einem abweichenden Regelwerk auseinandersetzen mussten. Damit soll nun - zumindest in wesentlichen Punkten - Schluss sein.

Neues Kartenspiel

Bereits im Dezember vergangenen Jahres hatte ITU-Präsidentin Marisol Casado ein überarbeitetes Regelwerk des Weltverbands vorgestellt. Eine der zentralen Regeländerungen im ITU-Papier befasste sich mit dem Drafting. Demnach sollen alle Verstöße im Zusammenhang mit dem Windschattenfahren zukünftig mit einer blauen Karte geahndet werden. Diese Regelung gilt, so Veranstalter-Schwergewicht Ironman in einer aktuellen Pressemitteilung - ab 1. März auch für alle Rennen der Ironman- und Ironman-70.3-Serie. Auch die 5-Minuten-Zeitstrafe soll ab dieser Saison sowohl auf Ironman- als auch auf ITU-Ebene einheitlich als Sanktion angewendet werden. Alle anderen Regelverstöße bestrafen die Kampfrichter - ebenfalls übereinstimmend - mit einer gelben Karte. Wer drei Karten - egal welcher Farbe - kassiert, wird disqualifiziert.

Einheitliche Bestimmungen vereinbarten Ironman und ITU auch bei den Regeln zum Schwimmen mit oder ohne Neoprenanzug. Wichen die Grenzwerte nach oben und unten bisher noch voneinander ab, gelten nun für Profis und Agegrouper verbindliche Zahlen. So dürfen Agegrouper bis zu einer Wassertemperatur bis 24,5 Grad Celsius einen Neoprenanzug tragen, bei Profiathleten wurden 21,9 Grad als Obergrenze festgelegt. Als "ersten großen Schritt, die Wettkampfregeln aufeinander abzustimmen", sieht Ironman-CEO Andrew Messick die gemeinsamen Vereinbarungen, die im Laufe des vergangenen Jahres in enger Abstimmung mit ITU-Chefin Casado und angelehnt an das historisch gewachsene Regelwerk des Weltverbands gereift sind. Auch Casado zeigte sich mit der Annäherung zufrieden. "Das ist ein positiver Schritt auf dem Weg, den Athleten bestmögliche Wettkampfbedingungen zu bieten", so die Spanierin, die sich seit Beginn ihrer Amtszeit um einheitliche Regeln bemüht hatte.