"Lifetime-Award" für Andreas Niedrig

Vom Junkie zum Ironman: Die meisten Triathleten kennen die Geschichte von Andreas Niedrig. Doch Niedrig steht noch für weit mehr - deshalb zeichnete ihn die triathlon-Redaktion bei der Sailfish Night mit dem "Lifetime Award" aus. Eine Laudatio.

Von > | 1. Dezember 2015 | Aus: SZENE

SNOTY 2015 - 20 | Sailfish Night of the Year 2015

Sailfish Night of the Year 2015

Foto >Michael Rauschendorfer

Der Lifetime-Award der triathlon-Redaktion geht in diesem Jahr an Andreas Niedrig. Vor allem, weil er wie kein anderer für Tugenden steht, die den Triathlonsport auszeichnen. Niemals aufgeben. Schwächephasen eingestehen und sie nutzen, um stärker werden. Sich selbst treu zu bleiben, aber keine Scheu davor zu haben, sich sportlich immer wieder neu zu erfinden.

Vom Junkie zum Ironman

Niedrig hat einen beeindruckenden Weg hinter sich. Er war ganz unten, drogensüchtig und fremdgesteuert. Seine Familie und die Liebe zum Sport haben ihn aus dieser Situation befreit. Er schaffte es in die Weltspitze, kam in Roth mehrfach auf das Podest, wurde Siebter auf Hawaii. Dann warf ihn eine schwere Verletzung zurück. Aber Niedrig vergaß sich nie im Selbstmitleid, sondern suchte sich immer neue Ziele. Sein Motto: „Tun – nicht unnötig herumtrödeln“ lebt er auf beeindruckende Art und motiviert in Seminaren, Vorträgen und menschlichen Begegnungen wie kein Zweiter. Dabei zeichnet ihn vor allem seine Ehrlichkeit sich selbst und anderen gegenüber aus.

Andreas Niedrig sieht in jeder schweren Lebenssituation – und von denen erlebt er mehr als die meisten anderen – weniger einen unabwendbaren Schicksalsschlag als eine Herausforderung. Und das geht über den Sport weit hinaus. Die aktuelle Flüchtlingskrise ist dafür nur ein Beispiel. Familie Niedrig nahm kurzerhand eine Familie bei sich auf.

Andreas Niedrig lebt nach der Devise: „Nicht das sehen was wir nicht haben, sondern erkennen und nutzen was wir haben. Das ist der Schlüssel für Erfolg und Zufriedenheit. Es liegt alles in unseren Händen.“

Niedrig lebt Werte vor, die ihm Hochleistungssport manchmal vergessen werden, die ihn aber eigentlich auszeichnen sollten. Deshalb sehen wir den 48-Jährigen als Vorbild für jeden Triathleten, egal auf welchem Leistungsniveau. Dass er 2105 auf sportlich wieder auf sich aufmerksam machen konnte, passt zu seiner Vita und freut die triathlon-Redaktion. Unsere Entscheidung stand aber schon vorher fest, sie stützt sich weniger auf den Sportler Andreas Niedrig als auf den Menschen und Motivator.

Danke für die Offenheit und den vorgelebten Lebensmut, Andreas Niedrig!