"Macca" nimmt Olympia ins Visier

Einmal mehr bringt Ironman-Weltmeister Chris McCormack die Triathlonwelt zum Staunen. Im australischen "Daily Telegraph" kündigt er heute an, auf den Ironman Hawaii 2011 zu verzichten. Stattdessen wolle er in 17 Monaten bei Olympia in London antreten.

Von > | 17. Februar 2011 | Aus: SZENE

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Foto >Delly Carr / triathlon.org

Das einzige, was er im Rückblick auf seine Karriere bedauere, sei, sein Land noch nie bei Olympischen Spielen vertreten zu haben, begründet McCormack in dem Interview seine überraschende Entscheidung, fast sieben Jahre nach seinem letzten Start im ITU-Weltcup noch einmal auf die Kurzdistanz zurückzukehren. Für die Möglichkeit, bei den Olympischen Spielen in London 2012 dabei zu sein, werde er auf die Titelverteidigung beim Ironman Hawaii verzichten.

Australiens Durststrecke beenden

"Das ist meine letzte Chance. Danach wird sich diese Tür für immer schließen", erklärt McCormack, der im Jahr 1997 sowohl den Gesamt-Weltcup als auch die Weltmeisterschaften über die olympische Distanz gewinnen konnte. Auch wenn er sich nicht sicher sei, heute noch schnell genug zu sein, wolle er in London antreten, um den Australiern dabei zu helfen, die ersehnte Olympiamedaille zu gewinnen. Weder bei der olympischen Triathlonpremiere in Sydney, noch in Athen oder Peking hatte einer der australischen Kurzstreckenathleten auf dem Podium gestanden. Den letzten WM-Titel holte der Anfang Dezember 2010 zurückgetretene Peter Robertson vor fast sechs Jahren nach Down Under - eine Durststrecke, die McCormack gern beenden möchte.

"Macca" geht auf Punktejagd

Die Grundlage dafür will der 38-Jährige im April und Mai bei Kurzdistanzrennen in den USA, Europa und Asien legen, denn geschenkt bekommt auch der Superstar der australischen Triathlonszene das Olympiaticket nicht. McCormack muss nun zunächst Qualifikationspunkte für das Olympic Ranking der International Triathlon Union (ITU) sammeln, um in den Kreis der 55 Anwärter auf einen Startplatz für das Rennen am 7. August 2012 in London zu kommen. Danach dürfte es in der nationalen Ausscheidung um die voraussichtlich drei Startplätze unter anderem mit Brad Kahlefeldt, Courtney Atkinson und dem jungen Dan Wilson heiß hergehen.

McCormacks letztes Resultat in einem offiziellen ITU-Rennen datiert aus dem Jahr 2004, als er in Tempe (USA) bei einem Pan American Cup Dritter wurde. Zuvor hatte er den Kurzdistanz-Weltcup vor allem zwischen 1996 und 2001 entscheidend mitbestimmt und dort zahlreiche Siege und Podiumsplatzierungen geholt. Danach sammelte der wahrscheinlich kompletteste Triathlet der Welt 13 Siege auf der Langdistanz - darunter zwei bei den Ironman World Championship auf Hawaii, fünf in Roth und einen beim Ironman Germany in Frankfurt.