Scheffler und Graute siegen in Cottbus

Die neuen Deutschen Duathlonmeister heißen Franziska Scheffler und Matthias Graute. Europameisterin Scheffler setzte sich am Wochenende in Cottbus überlegen gegen Titelverteidigerin Annika Vössing durch, Graute bezwang den Hallenser Vorjahressieger John Heiland und Theodor Popp auf den letzten Laufkilometern.

Von > | 5. Mai 2014 | Aus: SZENE

2014_05_03_Duathlon-Cottbus_berlin-event-foto_0029-1mb | Matthias Graute

Matthias Graute

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Mit dem Rückenwind ihres überraschenden EM-Golds von Horst (Niederlande) war Franziska Scheffler nach Cottbus gereist. Gegenwehr bekam die 24-jährige Studentin dort weniger überraschend nur von Annika Vössing (Köln) - denn sie war ihre einzige Konkurrentin.  Die Vorjahressiegerin heftete sich auf den ersten knapp zehn Laufkilometern an Schefflers Fersen, sodass die beiden gemeinsam zum ersten Wechsel kamen. Auf den 40 Radkilometern fuhr Scheffler dann die entscheidenden zwei Minuten auf Vössing heraus. Der zweite Lauf war danach nur noch Formsache. Im Ziel lagen letztlich gut drei Minuten zwischen Gold und Silber. Bronze wurde mangels weiterer Starterinnen nicht vergeben.

Franziska Scheffler | Nach EM-Gold holte sich Franziska Scheffler in Cottbus auch den nationalen Duathlontitel.

Nach EM-Gold holte sich Franziska Scheffler in Cottbus auch den nationalen Duathlontitel.

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Diskussion um taktische Spielchen

Von taktischem Geplänkel geprägt, war das Rennen der Elitemänner. Angeführt von Titelverteidiger John Heiland lösten sich auf den ersten Kilometern zunächst sieben Athleten vom Rest des Feldes. Der Hallenser stürmte nach gut 30 Minuten auch als Erster zu seinem Rad. Gefolgt von Matthias Graute, Theodor Popp und vier weiteren seiner Konkurrenten. Wirklich ins Rollen kam die Spitzengruppe danach aber nicht. "Das Radfahren war sehr unrhythmisch", so Heiland nach dem Rennen. Bis zur Halbzeit scheiterten alle Attacken des Vorjahressiegers. Dann glückte Lokalmatador Zoltan Senczyszyn doch noch ein Ausreißversuch. Entscheidend absetzen konnte sich aber auch er nicht. Heiland wechselte wieder am schnellsten und fing Senczyszyn schon nach 500 Metern des zweiten Laufs ab. Doch auch der Hallenser hatte auf dem Rad offenbar zu viel investiert. Im Gegensatz zu Graute, der sich - so Heiland auf seiner Website - keinen einzigen Kilometer an der Führungsarbeit beteiligt hatte. "Er hing dauerhaft hintendrin und ließ alle anderen arbeiten", so der 23-Jährige weiter. Das sei laut Reglement zwar erlaubt, entspreche aber nicht seiner Ansicht von sportlicher Fairness. Graute widersprach den Eindrücken Heilands gegenüber tri-mag.de. Er habe sich zu keinem Zeitpunkt des Rennens unfair verhalten, erklärte der 30-Jährige. Vielmehr sei er von dem jungen Hallenser beim Radfahren mehrfach verbal angegangen worden. "In der Gruppe hinter uns saßen mehrere meiner Kölner Teamkollegen", begründete Graute seine zurückhaltende Fahrweise. Zudem sei es für ihn wegen der ständigen Attacken von Heiland und Senczyszyn kaum möglich gewesen, überhaupt an die Spitze der Gruppe zu kommen, um Führungsarbeit zu leisten. Am Ende holte sich Graute, der ein Vollzeitjob als Lehrer hat, mit Laufbestzeit im zweiten Abschnitt den Titel, Heiland sicherte sich vor U23-Athlet Theodor Popp Silber.

DM Duathlon | Männer

  1. Mai 2014, Cottbus

Name

Bundesland

Gesamt

9,6 km Run

40 km Bike

4,8 km Run

1

Matthias Graute

NRW

1:49:32

30:36

1:00:57

17:59

2

John Heiland

Sachsen-Anhalt

1:49:55

30:35

1:00:44

18:36

3

Theodor Popp

Thüringen

1:50:09

30:37

1:00:53

18:39

4

Robert Skazidroga

NRW

1:50:23

30:37

1:00:47

18:59

5

Fabian Rahn

NRW

1:50:33

30:57

1:00:25

19:11

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