Schulz und Scheffler jagen zum EM-Titel

Jenny Schulz und Franziska Scheffler haben der Deutschen Triathlon Union ein goldenes Wochenende beschert. Schulz holte sich im niederländischen Horst aan de Maas nach überragender Radleistung den EM-Titel über die Powerman-Langdistanz. Scheffler schnappte sich Gold im Sprint. Bei den Männern setzten sich Rob Woestenborghs (BEL) und der Portugiese Sergio Silva durch.

Von > | 14. April 2014 | Aus: SZENE

Jenny Schulz | Jenny Schulz

Jenny Schulz

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Von Krämpfen geplagt, aber überglücklich riss Jenny Schulz das Zielbanner in die Höhe. Drei Stunden hatte die 30-Jährige um diesen Moment gekämpft. Nach Bronze 2013 erfüllte sich die Frankfurterin den Traum vom ersten EM-Gold. Genau wie Franziska Scheffler. Die 24-Jährige aus Solingen machte im Rennen über die Sprintdistanz das Doppelgold für die Deutsche Triathlon Union perfekt.

Kampf gegen den Krampf

Schulz überließ in ihrem Rennen zunächst der Französin Sabrina Monmarteau das Feld. Die verschaffte sich auf den erst 15 Laufkilometern ein kleines Polster von etwas mehr als 30 Sekunden. Die spätere Europameisterin brauchte nur eine der drei Radrunden, um Monmarteaus Flucht nach vorn zu beenden. Zu ihrer eigenen Überraschung konnte keine der anderen Verfolgerinnen mitgehen. Im Gegenteil. Mehr als vier Minuten schüttelte die mehrfache Deutsche Duathlonmeisterin Monmarteau und die anderen bis zum zweiten Wechsel ab. "Mein Plan war, alles ins Radfahren zu legen", sagte Schulz später im Ziel. Das es am Ende so ein großer Vorsprung wurde, habe sie selbst überrascht. Fast wäre die Attacke auch noch nach hinten losgegangen. Denn die finalen 7,5 Laufkilometer entwickelten sich für Schulz dann zum Kampf gegen den Krampf. Doch die Dritte der Challenge Kraichgau 2013 ließ sich auch davon nicht aus der Ruhe bringen. "Ich wusste, dass ich klar vorn liege und nicht in Panik verfallen musste", so Schulz. Weil auch ihre Konkurrentinnen nichts mehr zu zu setzen hatten, konnte sich die Deutsche in der Powerman-Hochburg Horst zum ersten Mal zur Europameisterin krönen. Monmarteau holte Silber. Im Sprint um Bronze zog die Dänin auf der Zielgerade gegen Isabella Ferrer (FRA) den Kürzeren.

Auch bei den Männern fiel die Vorentscheidung um den Titel auf den 60 kurvenreichen Radkilometern. Mit dem festen Ziel vor Augen, sich nach zwei zweiten Plätzen endlich den Titel zu holen, attackierte der Belgier Rob Woestenborghs und brachte einen soliden Vorsprung von eineinhalb Minuten mit zum zweiten Wechsel. Weil die Verfolger vergeblich versuchten, die Lücke nach vorn zu schließen, hatte er im Ziel sogar noch Zeit, die letzten Meter zum ersehnten EM-Gold mit seinen beiden Kindern zu laufen. Für den belgischen Doppelsieg sorgte Kenneth Vandendreissche, der den Franzosen Yannick Cadalen auf den Bronzerang verwies.

Lauf um Dein Leben

Kaum vier Stunden nach dem Sieg von Jenny Schulz stand auch nach der EM über die Sprintdistanz eine Deutsche ganz oben. Taktisch clever hielt sich Franziska Scheffler bis zum zweiten Wechsel zurück, ohne den Anschluss zur Spitze zu verlieren. Dann zündete die 24-Jährige den Turbo und schüttelte kurz vor dem Ziel auch die Italienerin Giorgia Priarone noch entscheidend ab. "Auf der letzten Runde bin ich um mein Leben gelaufen", jubelte die junge Solingerin nach ihrem Goldrennen. Für Priarone blieb Silber, die Slowakin Petra Fasungova komplettierte das Podium.

Dem Portugiesen Sergio Silva glückte bei den Männern ein Start-Ziel-Sieg. Auf der für ihn eher ungewohnten kurzen Duathlondistanz setzte er sich gegen den Belgier Francois Humblet und Alberto Della Pasqua aus Italien.

Europacup Quarteira: DTU-Nachwuchs stark

Bundestrainer Dan Lorang muss um Nachfolger von Anne Haug, Maik Petzold und Jan Frodeno nicht bange sein. Mit drei Top5-Platzierungen kehrten die DTU-Junioren vom Europacup im portugiesischen Quarteira zurück. Die WM-Dritte von London, Laura Lindemann, musste sich im Rennen der jungen Damen nur den beiden Französinnen Cassandre Beaugrand und Audrey Merle geschlagen geben. Nach starkem Schwimmen und Radfahren konnte der Schützling des Potsdamer Nachwuchstrainers Ron Schmidt dem Duo auf den entscheidenden fünf Laufkilometern nicht mehr folgen. Charlotte Ahrens landete in ihrem zweiten internationalen Rennen auf dem starken fünften Platz. Bei den männlichen Junioren fehlten am Ende nur sechs Sekunden für einen weiteren Podiumsplatz, 15 zum möglichen Sieg. So musste sich der Potsdamer Lasse Lührs nach knapp einer Rennstunde - wie schon 2013 in Tiszaujvaros mit dem vierten Platz zufrieden geben.