Steffen Liebetrau beendet Karriere

Der Freiburger Steffen Liebetrau beendet nach 14 Jahren seine Karriere als Triathlonprofi. Wegen eines lebensgefährlichen Blutgerinnsels im Herzen musste der 36-Jährige zunächst alle Rennen 2009 absagen - jetzt ist endgültig Schluss mit dem Profisport.

Von > | 26. August 2009 | Aus: SZENE

Die gesundheitlichen Probleme seien zu stark und auf Dauer nicht kontrollierbar gewesen, um weiterhin gefahrlos sportliche Leistungen auf höchstem Niveau zu erbringen, so Liebetrau gegenüber tri-mag.de: "Es ist abzusehen, dass grenzwertige Spitzenbelastungen im Ironmanbereich nach meiner Herzmuskelverletzung in Zukunft ein unkalkulierbares Risiko wären. Mein Körper hat nach mehr als 30 Ironman-Rennen, unzähligen anderen Wettkämpfen und 14 Jahren Hochleistungstraining ein klares Zeichen gesendet, dass es mit Belastungen am menschlichen Limit genug ist! Es wäre verantwortungslos, nicht darauf zu reagieren, insbesondere, weil ich eine kleine Tochter und Familie habe."

Untersuchung wegen starker Bauchschmerzen

Wegen starker Bauchschmerzen und einer für ihn selbst unerklärlichen Formschwäche hatte sich Liebetrau nach seinem 15. Platz bei der Challenge Kraichgau Mitte Juni in ärztliche Behandlung begeben. Die Befunde waren niederschmetternd: Neben einem lebensbedrohlichen Blutpfropf in einer der beiden Herzkammern diagnostizierten die Herzspezialisten der Uniklinik Freiburg eine eingeschränkte Funktion des Herzmuskels, die ihre Ursache wahrscheinlich in mehreren "länger zurückliegenden und abgeklungenen Herzmuskelentzündungen" und einem sogenannten "stumm verlaufenen thrombembolischen Herzinfarkt" habe, wie Liebetrau damals auf seiner Homepage berichtete. Als Ursache der Bauchschmerzen stellten die Mediziner zudem einen frischen Milzinfarkt fest.

Neue Wege

Mit der Entscheidung, seine Karriere zu beenden, verbindet Liebetrau jetzt keine Bitterkeit: "Natürlich hatte ich mir den Abschied vom Triathlonsport anders vorgestellt und bis vor zwei Monaten alles für den einen perfekten Ironman getan. Ich dachte immer noch, dass ich das Rennen meines Lebens noch in mir habe und wollte es noch zeigen. Insgesamt wurden meine Träume in diesem Sport aber bei Weitem übertroffen. So sehr ich Vieles vermissen werde, so freue ich mich auch auf ganz neue Wege." Welche das sind, will Liebetrau in den kommenden Monaten in aller Ruhe entscheiden: "Dafür nehme ich mir jetzt die Zeit, die es braucht. Wo es hingeht, kann ich jetzt noch gar nicht sagen. Ich habe viele Interessen und viele Ideen, aber die müssen sich erst ordnen. Jetzt geht ein Lebensabschnitt zu Ende, den ich sehr genossen habe. Es gibt viele Menschen rund um den Globus, die mich auf meinem Weg im Kleinen oder Großen aufrichtig unterstützt haben. Und dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken."