Tim Don hofft auf Milde

Triathlon-Weltmeister Tim Don darf wieder von den Olympischen Spiele in Peking 2008 träumen. Der 28-Jährige war im Oktober vom britischen Triathlonverband für drei Monate gesperrt worden, weil ihn die Dopingfahnder zu drei Trainingskontrollen nicht angetroffen hatten. Nach den Regeln des Olympischen Verbands Großbritanniens (BOA) wäre Don damit auch von den Olympischen Spielen ausgeschlossen.

Von > | 27. November 2006 | Aus: SZENE

Tim Don | Tim Don holt sich in Lausanne 2006 den Weltmeistertitel

Tim Don holt sich in Lausanne 2006 den Weltmeistertitel

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Jetzt hat der britische Judoka Peter Cousins in einem ähnlichen Fall erfolgreich Berufung eingelegt.

Wie die britische Tageszeitung „The Times“ berichtet, konnte Cousins dem BOA glaubhaft machen, dass er die Kontrollen nicht absichtlich versäumt hatte, sondern zum fraglichen Zeitpunkt technische Probleme mit dem Online-Melde-System der nationalen Anti-Doping-Agentur bestanden. Cousin, dessen Sperre bereits am 22. April 2006 abgelaufen ist, darf nun von seinem Fachverband wieder für Olympische Spiele nominiert werden. Das BOA stellte allerdings klar, dass der Fall Cousins nicht als Präzedenzfall zu werten sei. “Das Gremium hat in seiner Begründung sehr deutlich gemacht, dass die Entscheidung im Fall Cousin nicht automatisch auf ähnliche Fälle in der Zukunft übertragen werden kann“, so BOA-Geschäftsführer Simon Clegg gegenüber der Times.

„Nicht vorsätzlich entzogen“

Der britische Triathlonverband hatte Don bei der Bemessung der Sperre seinerzeit „eine gewisse Nachlässigkeit und das Nichtverstehen des neuen Testverfahrens“ zugute gehalten. Es bestehe aber kein Verdacht, dass sich der Sportler vorsätzlich den Testern entzogen habe. Bei zwei verpassten Kontrollen war Tim Don für den britischen Verband im Ausland aktiv, beim dritten nahm er gerade an einem Leichtathletik-Meeting in seiner Heimat teil.

Anders als in Deutschland müssen britische Athleten, die dem Doping-Kontrollsystem des Dachverbands UK Sport angehören, für jeden der fünf folgenden Tage eine Stunde benennen, zu der sie an einem ebenfalls von ihnen zu benennenden Ort anzutreffen sein werden. Erst seit August ist es möglich, die Orts- und Zeitenmeldungen auch telefonisch abzugeben, nachdem immer wieder Athleten verwarnt wurden, weil sie im Trainingslager oder aus anderen Gründen ihre Meldung nicht online abgeben konnten. Sollte Don mit seiner Berufung vor dem BOA scheitern, bliebe ihm noch der Gang vor das internationale Sportgericht CAS (Court of Arbitration for Sports) mit Sitz in Lausanne.