Zibi Szlufcik: "Wir sind fest davon überzeugt, am Puls des Geschehens zu sein"

In den USA ist die Rev3 Triathlon Series den meisten Triathleten ein Begriff. Vor wenigen Tagen verkündete die Challenge Family, dass die zehn Mittel- und Langdistanzen der Serie ab 2015 unter ihrem Label stattfinden werden. Challenge-Geschäftsführer Zibi Szlufcik verrät im Interview, was er sich von der Partnerschaft verspricht und warum die Challenge-Weltmeisterschaften nur noch eine Frage der Zeit sind.

Von > | 11. September 2014 | Aus: SZENE

Challenge New Albany | Challenge New Albany

Challenge New Albany

Foto >Jamie Sabau / Getty Images

Penticton, Atlantic City, New Albany, St. Andrews und Rancho Cordova - in diesen vier nordamerikanischen Städten wehte in der Saison 2014 die Challenge-Flagge. Mit der Übernahme der Rev3 Triathlon Series kommen 2015 zehn weitere hinzu - darunter gleich sieben an der US-amerikanischen Ostküste. Die Zahl der Challengerennen steigt damit weltweit auf 42. Geschäftsführer Zibi Szlufcik über den US-Markt, geplante Veränderungen und eine mögliche Challenge-Weltmeisterschaft.

Zibi Szlufcik, wie sind Sie auf die bisher nur in den USA bekannte Rev3-Triathlonserie gekommen?
Die Verbindungen zwischen Challenge und Rev3 gibt es schon seit langer Zeit. Aus einem einfachen Grund: Wir teilen die gleiche Idee und gleiche Werte, was den Triathlon angeht. Wir respektieren die vielen Partner, die sich im Triathlon bewegen, also Athleten, Sponsoren, Medien und natürlich die lokalen Partner. So wie wir Challenge in Europa, Australien, den USA und Südamerika Stück für Stück aufgebaut haben, so ticken, denken und handeln auch die Jungs von Rev3 um den großartigen Charlie Patten (Präsident von Rev3, Anm. d. Red.). Es war also eine logische Entwicklung, dass wir irgendwann angefangen haben, über eine strategische Partnerschaft zu sprechen.

Warum ist der US-Markt so interessant für Sie?
Es ist nicht so, dass einzig und allein der US-amerikanische Markt in unserem Fokus steht. Wir entwickeln uns weltweit zu einer internationalen Marke. Mit 42 Rennen haben wir mittlerweile durchaus eine globale Position auf dem Markt. Im amerikanischen Markt steckt zum einen großes Wachstumspotenzial für die Challenge Family, zum anderen waren wir im Verhältnis zur Größe dort bisher klar unterbesetzt. Zudem ist es uns wichtig, den Triathleten in den USA eine gesunde Alternative zu bieten, die zum einen respektvoll mit der Sportart Triathlon umgeht und zum anderen qualitativ auf höchstem Niveau stattfindet.

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Foto >Jamie Sabau / Getty Images

Was versprechen Sie sich ganz konkret von dieser Partnerschaft?
Unser primäres Ziel ist es, in Sachen Qualität und Athletenfreundlichkeit führend zu sein. Die Art und Weise wie Rev3 seine zehn Rennen bisher umgesetzt hat, ist absolut einmalig. Sie können ein Rennen von A bis Z mit unseren hohen qualitativen Ansprüchen selbst umsetzen. Wir wollen dort auf der einen Seite die lokale Community nachhaltig und langfristig integrieren und auf der anderen Seite qualitativ hochwertige Rennen liefern. Mit Rev3 haben wir dafür genau den richtigen Partner gefunden.

Bleiben die zehn Rennen mit ihren verschiedenen Distanzen so erhalten oder wird es Änderungen geben?
Aus heutiger Sicht starten wir mit den gleichen Distanzen an den gleichen Locations und mit den gleichen Side Events. Auch das Rev3-Team bleibt selbstverständlich so erhalten. Wir werden sicher einige Veränderungen vornehmen, was die Profiathleten angeht. Die Pläne dazu werden wir im Dezember vorstellen. Die Profis sind ein wichtiger Bestandteil jedes Triathlons, aber das ist nur ein Punkt. Wir legen Wert darauf, eine große Bandbreite verschiedener Athleten anzusprechen.

Sie waren bisher mit fünf Rennen am US-amerikanischen Markt. Wie bewerten Sie Ihren Einstieg in Nordamerika?
Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung. Wenn man sich überlegt wie Atlantic City, New Albany, Penticton, St. Andrews und Rancho Cordova gestartet sind, man kann nur zufrieden sein.  Wir haben einen Roadplan definiert, und mit den genannten Rennen die Erwartungen mehr als erfüllt. Die Reaktionen auf unsere Ankündigung der Partnerschaft waren unglaublich positiv – sowohl von Athletenseite und der Triathlonindustrie als auch von den Medienvertretern sowie den Organisatoren. Ich glaube, dass viele Athleten darauf gewartet haben, dass so etwas passiert und wir sind fest davon überzeugt, dass wir dort am Puls des Geschehens sind.

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Foto >Jamie Sabau / Getty Images

Wann holen Sie die Pläne für eine Challenge-Weltmeisterschaft aus der Schublade?
Wir schmieden an diesen Plänen schon seit längerer Zeit. Es laufen Gespräche mit Verbänden und Organisationen. Gleichzeitig versuchen wir Optionen zu sondieren, die uns garantieren, dass dieses Finale einer World Series ein bahnbrechendes Ereignis sein wird - im Bezug auf Qualität, Livebilder, Preisgeld, Sponsoren-Darstellung, Logistik und Medienfreundlichkeit. Von daher ist unsere Strategie sehr klar: Entweder wir schaffen es, für unsere Athleten etwas Außergewöhnliches auf die Beine zu stellen oder wir warten noch ein, zwei  Jahre auf den richtigen Moment. Diese Weltmeisterschaft ist die logische Ergänzung zu unserer Serie, sie soll die Triathlonwelt verändern und Athleten alle Altersklassen eine fantastische Darstellungsbühne bieten.

Wie sehen Ihre Ambitionen auf dem deutschen und europäischen Markt aus?
Wir schauen uns auch hier ständig um. Aktuell haben wir mehr als 150 Bewerbungen von Städten und Organisationen auf dem Tisch liegen, die der Challenge Family beitreten möchten.