Bikefitting auf der Straße

Ein neues Gadget aus Japan wird seit Kurzem in der Fachwelt diskutiert: Das "Type-R" von Leomo verspricht die Weiterführung des Bikefittings draußen auf der Straße. Wir haben der neuen Technologie auf den Zahn gefühlt.

Von > | 11. Januar 2019 | Aus: EQUIPMENT

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Die Funktionsweise

Pro Sekunde werden von den Bewegungssensoren 100 Datenpunkte aufgezeichnet. Diese werden in Echtzeit abgebildet, zusätzlich zu allen anderen Funktionen, die Sie bisher von Ihrem Radcomputer kennen. Durch die Kombination der Bewegungsmuster von Torso, Hüfte, Beinen und Füßen mit solchen Daten wie Leistung, Trittfrequenz, Geschwindigkeit, Puls und GPS lässt sich auf dem Leomo-Webbrowser eine umfangreiche Datensammlung abbilden und analysieren. Übertragen wird das per WLAN direkt in die Cloud. Wie beim ­Powermeter auch, geht es im ersten Schritt um die Sammlung von möglichst vielen unterschiedlichen Daten, die dann einer Interpretation bedürfen. Damit dürften viele Sportler allerdings überfordert sein, hierzu sollte dann der Trainer oder Fitter ins Spiel kommen. Dem Athleten kann so vor Augen geführt werden, was bei einzelnen Einheiten und steigender Belastungsdauer mit dem Bewegungsmuster passiert. Weil das in Echtzeit abgebildet wird, besteht die Möglichkeit, bei der Fahrt hierauf zuzugreifen. Aber Achtung: Das kann im Straßenverkehr schnell gefährlich werden! Wir raten deshalb davon ab. Eine Kombination mit GPS ergibt zudem die Möglichkeit, einzelne Veränderungen auch der Topografie oder spezifischen Ereignissen zuzuordnen (etwa Gruppen- vs. Einzelfahrt, im Wind fahren, Steigungen erklimmen usw.) Das Feedback kann also sehr detailliert und mit Daten belegt stattfinden, gerade per Fernzugriff über die Cloud.

Herzstück sind die Head­unit­ ­sowie fünf Bewegungssensoren.

Herzstück sind die Head­unit­ ­sowie fünf Bewegungssensoren.

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Was wird wo erfasst? 

Leomo verwendet zur Darstellung der Daten eigene Begriffe, die es englischsprachig am besten treffen. Es geht hierbei immer um „Motion Performance ­Indicators“ (MPI), also die Indikatoren, die das Zusammenspiel von Bewegung und Leistung beschreiben (siehe Kasten rechts). Da es beim Coaching primär um Verbesserungen geht, zielen die Indikatoren in erster Linie auf Asymmetrien und fehlerhafte Bewegungsmuster ab, um diese dann beheben zu können.