Kein Carbon, kein Problem: Der „Superblast 2“ von Asics im Test

Mit dem Superblast 2 hat Asics einen Schuh auf den Markt gebracht, der eine echte Alternative zu Carbonschuhen darstellen kann – auch ohne Platte. Unsere Eindrücke vom Superschuh für das Training.

Holly Charles Seit dem 1. September ist der Superblast 2 in einer Sonderedition erhältlich, die in Zusammenarbeit mit Ironman-Weltmeisterin Lucy Charles-Charles Barclay entstanden ist.

Man kann ganz schön versaut sein, wenn es um Laufschuhe geht. Wer einmal in den Genuss eines gut funktionierenden Carbonschuhs gekommen ist, möchte diese Technologie wohl nicht mehr missen. Das gilt zumindest für schnelle Einheiten im Bereich der Wettkampfgeschwindigkeit. Es gilt allerdings nicht nur die Vorteile zu bedenken. Eine geringe Haltbarkeit sowie teils massive Eingriffe in die individuelle Biomechanik sollten beim Einsatz von Carbonschuhen berücksichtigt werden. Der Superblast 2 von Asics kommt mit ähnlichen positiven Eigenschaften daher, ganz ohne Carbonplatte. Der Hersteller verspricht maximale Dämpfung für lange Läufe und maximale Energierückgabe für schnelle Kilometer. 

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Facts zum Schuh

  • Höhe der Mittelsohle: 45 mm hinten, 37 mm vorn
  • Sprengung: 8 mm
  • Gewicht: 249 g (Herstellerangabe zur Mustergröße), 237 g in Größe 39
  • Preis: 220 Euro

Erster Eindruck

Bereits optisch erinnert der Superblast 2 an einen Carbon-Wettkampfschuh. Das liegt neben dem geringen Gewicht vorwiegend an der voluminösen Mittelsohle. Diese ist mit 45 Millimetern im Rückfuß sogar deutlich höher als die im Wettkampf erlaubten 40 Millimeter. Somit wäre der Superblast 2 im Rennen offiziell leider nicht zugelassen. Obermaterial und Außensohle wirken deutlich robuster und langlebiger als etwa beim Metaspeed Sky oder Metaspeed Edge. Das relativiert den Preis von 220 Euro zumindest ein wenig. Die schlanke Silhouette schmiegt sich angenehm an den Fuß und auch die leicht gepolsterte Zunge sorgt für genau das richtige Maß an Komfort.

Vielversprechend ist der kleine Schriftzug außen an der Sohle. „FF Turbo +“ nennt Asics den Schaum, der für die reaktionsfreudige Dämpfung sorgen soll und auch in den Carbonmodellen eingesetzt wird. In Kombination mit dem Material „FF Blast Plus Eco“ (bekannt unter anderem vom Nimbus 26) sollen Tragekomfort und Dämpfung verbessert werden.

Praxistest

Dieser Schuh macht Lust auf Loslaufen. Das „Kipp-Gefühl“ nach vorn, wie man es von Carbonschuhen kennt, bleibt aus – es ist ja schließlich keine Platte verbaut. In Bewegung merkt man den Superschaum der Mittelsohle deutlich. Der Trampolin-Effekt treibt einen nach vorn, ohne dabei kippelig oder zu weich zu wirken. Auch in Kurven wies das Modell eine gute Stabilität auf. Die Vorteile zeigen sich bei jeder Geschwindigkeit. Lockere Läufe fühlen sich mit dem Superblast 2 noch etwas entspannter an – man muss allerdings aufpassen, nicht zu einem Tempo außerhalb der persönlichen Trainingszone angestiftet zu werden.

Für schnelle und kurze Intervalle wünschen sich manche Läuferinnen und Läufer möglicherweise einen etwas direkteren Bodenkontakt. Doch bei wettkampfspezifischen Einheiten mit längeren zügigen Abschnitten spielt der Superblast 2 seine Stärken optimal aus. Angemerkt sei an dieser Stelle noch, dass dies vorwiegend für das Laufen auf festen und ebenen Untergründen (bestenfalls Asphalt) gilt – eine weitere Gemeinsamkeit zum Carbonschuh. 

Die Dämpfung ist im Rückfuß noch etwas stärker ausgeprägt, insgesamt jedoch sehr ausgewogen, wofür auch die Sprengung von acht Millimetern spricht. Fersen-, Mittelfuß und Vorfußläufer kommen daher gleichermaßen auf ihre Kosten.

Fazit und Empfehlung

Mit dem Superblast 2 bekommt man einen Schuh für viele Gelegenheiten – laut Regelwerk allerdings nicht für Wettkämpfe, was in diesem Fall wirklich schade ist. Für das Training kann der Schuh jedoch eine echte Alternative für alle darstellen, die auf einen Carbonschuh verzichten oder diesen bestmöglich für den Wettkampf schonen wollen. Alle wettkampfspezifischen Einheiten, egal, wie lang sie sind, machen mit dem Superblast 2 besonders viel Spaß.

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Anna Bruder
Anna Bruder
Anna Bruder wurde bei triathlon zur Redakteurin ausgebildet. Die Frankfurterin zog nach dem Studium der Sportwissenschaft für das Volontariat nach Hamburg und fühlt sich dort sehr wohl. Nach vielen Jahren im Laufsport ist sie seit 2019 im Triathlon angekommen und hat 2023 beim Ironman Frankfurt ihre erste Langdistanz absolviert. Es war definitiv nicht die letzte.

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