Neuauflage eines Klassikers: Das Scott Addict RC

Neuigkeiten aus der Schweiz: Scott hat vor einigen Tagen die neue Version des Rennrads "Addict RC" vorgestellt. Wir waren dabei und haben die Maschine auch direkt getestet.

Von > | 25. Juni 2019 | Aus: EQUIPMENT

Leichter, aerodynamischer, aufgeräumte Optik und Scheibenbremsen: Das sind die größten Veränderungen am Scott Addict RC.

Leichter, aerodynamischer, aufgeräumte Optik und Scheibenbremsen: Das sind die größten Veränderungen am Scott Addict RC.

Foto >Marcus Baranski

Vor ein paar Tagen hat das Schweizer Unternehmen in Givisiez nicht nur seine durchaus beeindruckende neue Firmenzentrale vorgestellt, sondern neben jeder Menge Accessoires und Textilien auch die neueste Version seines Rennrads "Addict RC" präsentiert. Auch bei der Neuauflage ging es unter anderem wieder darum, den Klassiker leichter, steifer und komfortabler zu machen. Und auch wenn es mit dem "Foil" von Scott einen reinen Aero-Renner gibt, stand die verbesserte Aerodynamik zum Vorgänger-Addict ebenfalls mit auf der Agenda. Weitere Veränderung zum Vorgängermodell: Das Addict RC gibt es nun nur noch in der aufwendigeren Scheibenbremsversion. Wie viele andere Größen des Markts setzen auch die Schweizer sobald es in den High-End-Bereich geht mittlerweile zu 100 Prozent auf diese Technologie. 

Möglich wurde dies ganz wesentlich durch die Integration aller Leitungen ins Innere von Lenker, Vorbau, Rahmen und Gabel. Die bisherige Verlegung der Hydraulikleitungen im Freien gehört der Vergangenheit an. Ein weiterer Clou beim Addict RC: Sowohl alle Schaltkabel als auch die Bremshydraulik werden durch den Steuersatz ins Innere von Rahmen und Gabel geleitet. Vorher geht der Kabelbaum sogar durch Lenker und Vorbau. Bei der Montage kennt man diesen Aufwand bisher eher von reinen Triathlon- und Zeitfahrrädern. Was den Mechaniker beim Erstaufbau ins Schwitzen bringt, sorgt nachher jedoch für ein extrem aufgeräumtes Erscheinungsbild und für eine verbesserte Aerodynamik. Dies ist bei einem reinen Straßenrad nicht das vorrangige Ziel, wird jedoch gern mitgenommen, wenn es möglich ist. Wie bereits bei vergangenen Innovationen kann man sich sicher sein, dass diese Detaillösungen bei Scott zukünftig auch bei anderen Modellen des Herstellers zu finden sein werden. 

Überzeugt bei der ersten Testfahrt: Das Scott Addict RC zeigt auch bergauf keine Schwäche.

Überzeugt bei der ersten Testfahrt: Das Scott Addict RC zeigt auch bergauf keine Schwäche.

Foto >Scott/Jochen Haar

Kommt weder bergauf noch bei Abfahrten an seine Grenzen

Wir konnten das Allround-Flaggschiff bereits einigen Testfahrten unterziehen. Und wie es sich für das Premium-Modell jedes Herstellers gehört, galt hier: draufsetzen und wohlfühlen. Wer bisher den integrierten Lenker-/Vorbaueinheiten kritisch gegenüberstand, den macht Scott mit einer eher entspannten Ergonomie in allen Griffpositionen glücklich. Hier wird zum Glück nicht auf den Profi-Look "lang und tief" gesetzt, der die meisten Käufer dann bei der Sitzposition ans Limit bringt. Und weder bergauf noch bei Abfahrten kam das Addict RC an seine Grenzen. Das war bisher bei Leichtbaurädern nicht immer der Fall.

Als absolut überzeugende Gruppe war die "Red eTap AXS" von Sram verbaut, an deren intuitive Schaltlogik man sich auch als Shimano-konditionierter Fahrer schnell gewöhnt. Dem bergigen Terrain entsprechend war bei unserem Test dankenswerterweise die Variante mit zwei Kettenblättern spezifiziert. Die Scheibenbremsen funktionierten tadellos und hatten einen wunderbar klaren Druckpunkt, ein Fading gab es hier nicht.