So finden Sie den richtigen Powermeter

Die Investition in ein Wattmessgerät will wohl überlegt sein, da zwischen 500 und 2.000 Euro anfallen. Wir verraten, welche Systeme auf dem Markt erhältlich sind – und wie sie funktionieren.

Von > | 25. Oktober 2017 | Aus: Indoortraining für Triathleten by ZWIFT

Mit einem Pedal-Wattmesssystem sind Triathleten besonders flexibel.

Mit einem Pedal-Wattmesssystem sind Triathleten besonders flexibel.

Foto >Hersteller

Seit dem ersten Wattmessgerät von SRM, das 1986 auf den Markt kam, hat sich die Auswahl der verschiedenen Systeme auf ein schon fast unübersichtliches Maß vergrößert. Die Preisspanne reicht dabei von knapp 500 bis zu 2.000 Euro und mehr. Ein Power­meter ist also eine Investition, die wohlüberlegt sein will. Ihr Budget bestimmt, welches Modell mit welcher Messmethode für Sie infrage kommt. Mit einem Wattmessgerät möchten Sie die Kraft aufzeichnen, die Sie von Ihrem Fuß in die Vorwärtsbewegung des Fahrrads umsetzen. Ein Powermeter mit seinen Sensoren muss folglich an ­einem der Punkte sitzen, an dem die Kraft übertragen wird: Sie fließt von den ­Pedalen über Kurbelarm, Kurbelstern und Tretlager hin zum Kettenblatt bis in die Nabe des Hinterrads. Wattmesser, die mit ihren Dehnmessstreifen die Kraftüber­tragung erfassen, können an einem Punkt dieser Kraftkette angebracht werden. Doch mit der Positionierung des Wattmessers ergeben sich verschiedene Vor- und Nachteile.

Die Systeme im Vergleich

Die Wattmessung mit Pedalsensoren ist praktisch für jeden, der auf mehr als einem Rad trainieren und Rennen fahren möchte. Denn die Pedale mit integriertem Wattmesser können, anders als die folgenden Systeme, schnell von einem Rad an ein anderes montiert werden. Wenn Sie sich zudem für ein Pedal-Powermeter entscheiden, bei dem an beiden Pedalen gemessen wird, erhalten Sie Werte über die Kraftverteilung der Beine. Diese ist zwar nichts, auf das Sie während des Trainings achten sollten, kann aber in der Analyse ­interessant sein. Ähnlich verhält es sich mit Kurbel-Powermetern: Hier müssen Sie darauf achten, dass der Wattmesser mit Ihrer Schalt­gruppe kompatibel ist, bei den gängigen Shimano-Modellen ist das in der Regel der Fall. Bei einfachen Geräten wird nur die Leistung im linken Kurbelarm erfasst und dann vom Computer verdoppelt. Die Montage ist hier noch relativ einfach, die Geräte sind trotzdem schon sehr genau. 

Bei einem Powermeter im Kurbel­stern kann die Montage schon etwas ­umfangreicher sein, denn der Leistungs­messer wird fest am Rad verbaut. Dafür gelten diese Geräte als besonders präzise und sie berücksichtigen die Leistung aus beiden Beinen. Powermeter im Kurbel­stern sind eine sichere, genaue und robuste Variante, aber oft relativ hochpreisig und in Montage, Wartung und Batteriewechsel mit viel Aufwand verbunden. Bei einem Wattmesser, der in der ­Kurbelachse verbaut ist, verhält es sich ähnlich. Wenn Sie wissen möchten, wie viel Kraft Sie tatsächlich auf die Straße bringen, können Sie auch ein Powermeter in der Nabe wählen: Das ist allerdings auch mit einem hohen Aufwand verbunden, denn die Spezialnabe muss eingespeicht werden. Und der sicherlich größte Nachteil ist, dass Sie dann nur mit diesem einen Hinterrad messen können.

ANT+ oder Bluetooth?

Wesentlich zur Anwenderfreundlichkeit der Geräte beigetragen hat der Funkstandard ANT+. Damit kommunizieren Kurbeln, Pedale oder Naben herstellerübergreifend miteinander. Um etwa ein Wattmessgerät von Garmin auszulesen, benötigen Sie also nicht zwingend einen Radcomputer von der­selben Firma. Einige Hersteller wie SRM oder ­Pioneer liefern auch gleich eigene Radcomputer, die auf die Anzeige der Leistungsdaten spezialisiert sind. Der Funkstandard Bluetooth schickt sich derweil an, ANT+ Konkurrenz zu ­machen. Damit schließt man nämlich auch Smart­phones in das Datenauslesen mit ein. Einige der neueren Modelle kommunzieren bereits mit Bluetooth. 

Beim Kauf sollten Sie auch im Hinterkopf behalten, wie groß der Wartungsaufwand für das jeweilige Gerät ist: Lassen sich die Batterien einfach austauschen oder muss man das System in den Service geben? Auch die Montage kann Radfahrer ohne umfassende Werkstattkenntnise vor Probleme stellen. Am kompliziertesten sind sicherlich Naben-Wattmesser, bei denen das Rad neu eingespeicht werden muss, oder Systeme, die am Kurbelstern fest integriert werden. Kurbeln lassen sich mit dem richtigen Werkzeug schon etwas einfacher anbringen, und ein Pedal anzuschrauben sollte niemanden vor Probleme stellen.