So funktioniert das Rollentraining mit Zwift

Die Software "Zwift" ist wie ein Computerspiel für Radfahrer und Triathleten. Wir erklären, wie das beliebte Programm funktioniert und euch fit durch den Winter bringt.

Von > | 25. Oktober 2017 | Aus: Indoortraining für Triathleten by ZWIFT

Während des Trainings ist man nicht nur von zahlreichen anderen Fahrern umgeben, sondern manchmal auch von einem zweiten eigenen Charakter. Dieser wird bei verschiedenen Segmenten eingeblendet, damit man gegen ihn antreten kann.

Während des Trainings ist man nicht nur von zahlreichen anderen Fahrern umgeben, sondern manchmal auch von einem zweiten eigenen Charakter. Dieser wird bei verschiedenen Segmenten eingeblendet, damit man gegen ihn antreten kann.

Foto >Zwift

Langsam beginnt wieder die Zeit, in der viele Radfahrer und ­Triathleten wehmütig aus dem Fenster schauen und feststellen, dass Radtraining im Freien meist nur Wunschdenken bleibt. Die Alternative ist für viele klar: Rollentraining. Doch hier scheiden sich häufig die Geister: Während es die einen als langweilig, ein­tönig und nervig empfinden, schwören die anderen auf die Effizienz, den hohen Trainingseffekt und die Sicherheit der alternativen Trainingsmethode. Um die Monotonie aufzubrechen und zu verhindern, dass man vor Langeweile nur die Minuten der Einheit hinunterzählt, ist das Training mit einer Online-Software empfehlenswert. In verschiedenen 3D-Welten kann man gemeinsamen mit tausenden anderen Fahrern auf der Welt zeitgleich die Strecken und Trainingseinheiten in Angriff nehmen.

Seit etwa zwei Jahren ist die ­Online-Plattform „Zwift“ nun auf dem Markt und hat es in kurzer Zeit geschafft, auf der ganzen Welt zu begeistern und zum derzeit größten Anbieter zu wachsen. Auf mittlerweile drei virtuellen 3-D-Kursen (London, Richmond und die fiktive Insel Watopia) können die Fahrer mit ihren gekoppelten Trainingsgeräten als „virtuelles Ich“ die Strecken abfahren. Immer wieder kann man mit den Pfeiltasten während der Fahrt selber die Richtung der Route bestimmen, die man auf dem Kurs abfahren will. Teilweise befindet man sich mit Tausenden Fahrern gleichzeitig auf dem Kurs, der von Tag zu Tag automatisch wechselt. Rechts auf dem Bildschirm bekommt man angezeigt, welcher Fahrer wie weit von einem entfernt ist, wie viele Kilometer derjenige bereits absolviert hat und wie viel Watt pro Kilogramm Körpergewicht jeder dieser Fahrer gerade tritt. 

 

Die nötige Ausstattung

Ein Rollentrainer ist natürlich die Grundvoraussetzung für das Nutzen der Software. Ratsam hierfür sind Smart-Trainer, bei denen die Watt- und Trittfrequenzmessung bereits integriert sind. Gekoppelt werden das Gerät und die Software von Zwift per ANT+-Übertragung und/oder Bluetooth, wofür ein Stick benötigt wird. Beim Fahren kann man sich im Anschluss entweder frei nach eigenem Belieben trainieren oder sich seine Leistung vorher festlegen und im sogenannten "ERG-Modus" einen konstanten Widerstand beim Rollentrainer einstellen, der während der Fahrt gleich bleibt. Damit kann man über die komplette Dauer die gleiche Leistung treten, ohne selbst darauf achten zu müssen.

Wer keinen Smart-Trainer besitzt, kann Zwift trotzdem für sein Rollentraining benutzen. Wenn man allerdings nach Leistung trainieren möchte, ist in diesem Fall ein herkömmliches Wattmessgerät notwendig. Zwift bietet die Funktion an, dass neben einem Smart-­Trainer auch Geräte wie Powermeter oder Trittfrequenzsensoren mit der Software gekoppelt werden können. Am Training selbst ändert diese Variante nichts. Wer beispielsweise nur mit Trittfrequenzsensor und Pulsgurt die Software benutzen will, kann dies ebenfalls tun, muss aber damit leben, dass die Wattwerte nur grob ­geschätzt werden können.

 

Vor der Fahrt muss man seine Geräte mit Zwift koppeln, um während des Trainings möglichst präzise Werte zu bekommen.

Vor der Fahrt muss man seine Geräte mit Zwift koppeln, um während des Trainings möglichst präzise Werte zu bekommen.

Foto >Zwift

Geplante Programme abfahren

Eine besonders gelungene Funktion bei Zwift ist der Work-out-Modus: Die Darstellung der jeweiligen Trainingseinheit ist klug in den Live-Bildschirm integriert. Links oben werden die einzelnen Trainingsabschnitte mit der jeweiligen Dauer und ­Intensität dargestellt. In der Mitte der ­oberen Bildschirmhälfte ­befinden sich aktuelle Geschwindigkeit, Distanz, Höhen­meter, verstrichene Zeit, Puls, Tritt­frequenz und der aktuelle Abschnitt der Trainingseinheit. Dort wird die Wattzahl extra groß angezeigt und rot gefärbt, ­sobald man deutlich über oder unter der vorgegebenen Leistung liegen sollte. Die ins Programm integrierten Trainingseinheiten sind sehr vielseitig und effektiv gestaltet. Besonders bemerkenswert ist der zwölfwöchige Trainingsplan mit dem klaren Ziel, seine FTP (Stundenleistung) zu verbessern. Aber auch eigene Programme können erstellt und im Anschluss abgefahren werden. Zudem findet man auf der Facebook-Seite von Zwift Termine für Gruppenfahrten, bei denen zu einem abgesprochenen Zeitpunkt gleichzeitig gestartet wird. Wöchentliche Termine für Wettkämpfe gibt es ebenfalls. Die Vielzahl der Fahrer, die realistische ­Gestaltung der Strecken und die vielen ­kleinen raffinierten Features von Zwift sorgen dafür, dass Rollentraining auch über mehrere Stunden am Stück richtig Spaß machen kann.

 

Übersichtlich: Links oben sieht man das komplette Intervallprogramm auf einen Blick und in der Mitte wird deutlich gezeigt, wie lange man welche Leistung im aktuellen Intervall halten muss.

Übersichtlich: Links oben sieht man das komplette Intervallprogramm auf einen Blick und in der Mitte wird deutlich gezeigt, wie lange man welche Leistung im aktuellen Intervall halten muss.

Foto >Zwift

Durch gesammelte Punkte kann man bei Zwift neue Räder, Laufräder und anderes Material für seinen Charakter freischalten.

Durch gesammelte Punkte kann man bei Zwift neue Räder, Laufräder und anderes Material für seinen Charakter freischalten.

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