Smarttraining mit Zwift

Wie Tag ohne Nacht, wie Sonne ohne Mond, wie Ebbe ohne Flut – so oder so ähnlich verhält es sich auch mit einem Rollentrainer ohne Software. Zwift, eine Trainingssoftware mit vielen Gaming-Zutaten, hat sich dabei zum Marktführer entwickelt.

Von > | 19. Dezember 2018 | Aus: Indoortraining für Triathleten

Der Kurs der Radsport-WM 2018 in Innsbruck auf Zwift

Der Kurs der Radsport-WM 2018 in Innsbruck auf Zwift

Foto >Zwift

Wie Tag ohne Nacht, wie Sonne ohne Mond, wie Ebbe ohne Flut – so oder so ähnlich verhält es sich auch mit einem Rollentrainer ohne Software. Zugegeben: Das ist ein wenig überspitzt, aber an der Hauptaussage ist viel Wahres dran.

Denn ein Hightech-Smart-Trainer für über 1.000 Euro nützt am Ende des Tages herzlich wenig, wenn man einen Großteil seiner Funktionen nicht ausschöpfen kann. Damit das gelingt und man Fahrten im ERG-Modus, voreingestellte Intervall-Trainingseinheiten, simulierte Streckenprofile mit wechselnden Steigungen und Abfahrten sowie virtuelle Gruppenfahrten erleben kann, braucht man eine Software, die den Rollentrainer steuert.

Meet the Pros

Der momentan größte Anbieter auf diesem Gebiet ist die Trainingsplattform „Zwift“. Seit etwa drei Jahren ist das ­„Videospiel“ für Triathleten und Radfahrer mittlerweile auf dem Markt und hat sich derartig etabliert, dass sogar Profiathleten wie Jan Frodeno, Lionel Sanders, Sebastian Kienle, Lucy Charles, Joe Skipper und etliche Radprofis die Software für ihr Indoortraining benutzen.

Fünf verschiedene Welten

Auf mittlerweile fünf virtuellen 3-D-Kursen (New York, Innsbruck, London, Richmond und die fiktive Inselwelt Watopia) fahren die Nutzer mit einem virtuellen Ich die Strecken ab und können während der Fahrt die Richtung durch Benutzung der Pfeiltasten (oder am Smartphone und Tablet) selbst mitbestimmen. Während einer Trainingseinheit befindet man sich mit Tausenden Fahrern gleichzeitig auf dem virtuellen Kurs, der alle paar Tage automatisch wechselt. Wenn man keine voreingestellte Intervalleinheit abfährt, sondern im Modus „freie Fahrt“ unterwegs ist, reguliert der Smart-Trainer den Widerstand je nach Streckenprofil. In diesem Fall entscheidet man selbst durch das Schalten am Rad, wie hoch der Widerstand und die Intensität sein sollen – wie bei einer Outdoor-Fahrt auch.

Alternativ gibt es eine große Auswahl von Trainingseinheiten mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Trainingsplänen über mehrere Wochen im Angebot. Rechts auf dem Bildschirm bekommt man bei der Fahrt angezeigt, welcher Fahrer wie weit von einem entfernt ist, wie viele Kilometer derjenige bereits absolviert hat und wie viel Watt pro Kilogramm Körpergewicht jeder dieser Nutzer gerade tritt. Grundvoraussetzung für die Nutzung von Zwift oder einer anderen Trainingssoftware ist ein Smart-Trainer oder ein Wattmesssystem am Rad. Die Nutzung von Zwift kostet 15 US-Dollar im Monat.