„Ein Schweizermesser für Triathleten“

Sebastian Zeller und Philipp Stegger eine Trainings-App speziell für Triathleten entwickelt. Das Programm soll zum Athletiktraining motivieren, Verletzungen vorbeugen und schneller machen. Wir haben nachgefragt.

Von > | 9. Dezember 2014 | Aus: EQUIPMENT

Training mit Langhantel | Langhantel-Übung aus der Triathlon-App von Sebastian Zeller (DSHS Köln)

Langhantel-Übung aus der Triathlon-App von Sebastian Zeller (DSHS Köln)

Foto >sprungbrettmedia UG

„Ein Schweizermesser für Triathleten“

Sebastian Zeller, warum ist es wichtig, dass Triathleten regelmäßig Athletiktraining machen?
Dazu muss man sich zunächst einmal fragen, wer überhaupt Triathlon macht. Neben den Profis sind es doch vor allem Berufstätige, die sich im Alltag dieser Herausforderung stellen. Wenn man nach einem langen Arbeitstag im Büro losläuft, -fährt oder -schwimmt kommt es schnell zu Überlastungsschäden. Man sollte den Körper deshalb durch ein entsprechendes Athletiktraining vorbereiten, um langfristig Spaß und Erfolg zu haben.

Was kann Ihre App Berufstätigen bieten?
Sebastian Zeller: Sie bietet hierzu zum Beispiel ein „After-Work-Tri“ oder „Workaholic“-Programm an. Beide dauern 20 bis 30 Minuten und sind somit ideal, wenn man wenig Zeit hat und trotzdem viel erreichen möchte.

triathlon app | Philipp Stegger (links) und Sebastian Zeller haben die Triathlon App entwickelt

Philipp Stegger (links) und Sebastian Zeller haben die Triathlon App entwickelt

Foto >Privat

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, so eine App zu entwickeln?
Sebastian Zeller: Philipp ist Athlet unseres Team ProAthletes. Wir stellen jedem unserer Sportler anhand eines funktionellen Tests ein individuelles Athletiktraining zusammen. Dieses erhält der Athlet dann als Datei für das Training zu Hause – mit Bildern und Erklärungen. Philipp fand die Idee gut, aber wohl auch etwas altmodisch.

Philipp Stegger: Ja, genau. Ich trainierte eines Tages wieder nach den PDF-Ausdrucken, die mir Sebastian geschickt hatte. Und während der Schweiß auf die Zettel tropfte, die ich deshalb kaum noch lesen konnte, dachte ich mir: So was kann man besser machen!

Wie viel Zeit ist von dieser Idee bis zum Verkaufsstart bei Apple vergangen?
Sebastian Zeller: Unsere Idee war es, jedem Triathleten eine optimale Basis für das Athletiktraining zu geben. Deshalb hat allein die Übungsauswahl schon länger gedauert. Der Aufwand hat sich aber gelohnt! Letztlich stecken rund eineinhalb Jahre Entwicklungsarbeit in dem Projekt, von der ersten Idee bis zur Fertigstellung der App.

Philipp Stegger: Wir haben es zwar als Hobbyprojekt gestartet, aber uns von Anfang an an den erfolgreichsten Fitness-Apps am Markt orientiert. Wir waren also schon sehr ambitioniert, haben professionelle Fotoshooting gemacht und hatten einen Make-up-Artist. Eine vergleichbare App mit solchen Möglichkeiten der Individualisierung sieht man nur selten am Markt.

Sebastian Zeller, Sie haben für die Traininginhalte gesorgt, während Philipp Stegger den technischen Part übernommen und die App programmiert hat. Wer von Ihnen beiden war im Laufe all dieser Monate genervter?
Philipp Stegger: Es war schon ein Geduldspiel. Wir haben die App ja neben unseren normalen Tätigkeiten entwickelt. Da war ich mal auf Geschäftsreise oder Sebastian im Trainingslager. Treffen konnten wir uns nur abends oder am Wochenende. Zwischendurch noch trainieren und auf Wettkämpfe fahren – da musste man sich oft zusammenreißen und sich Zeit freischaufeln, um noch an der App arbeiten zu können. Dafür, dass wir das alles als Hobbyprojekt gestartet haben, ist es am Ende eine richtig professionelle App geworden.

Sebastian Zeller: Ja, das war für uns beide ein Wechselbad der Gefühle. Ich hatte keine Vorstellung, was mich erwartet, und wie eine solche Entwicklung funktioniert. Zwischendurch habe ich zugegebenermaßen das Ziel ein wenig aus den Augen verloren, aber Philipp hat mir immer wieder die Entwicklungsschritte erklärt. Am Ende bin ich vom Ergebnis begeistert und freue mich auf das Feedback der Athleten!