Cannondale „Slice“

Leicht, komfortabel, einfach einzustellen und speziell für Triathleten – das verspricht Cannondale vom „Slice“. Wie sieht die Praxis aus?

Von > | 25. März 2015

Cannondale „Slice“ seitlich | Cannondale „Slice“

Cannondale „Slice“

Foto >Carola Felchner

Experience real TriTech – Erfahre echte Triathlontechnik“, lautet der Slogan des Cannondale „Slice“. Für 2015 wurde das Modell komplett überarbeitet und triathletenfreundlicher gemacht, speziell altersklassenfreundlicher. Obwohl die Entwickler mit dem „Slice“ im Windkanal waren, wollte Cannondale, so Produktmanager David Devine, keinen Tunnelblick entwickeln, wenn es um das Thema Aerodynamik geht, sondern auch die Faktoren Komfort, Handling und Gewicht mit einbeziehen.

Wie sehr sich die US-Amerikaner auf die Dreikämpfer konzentriert haben, zeigt sich unter anderem an den extrem dünnen Sitzstreben, sie sind vom Radsportweltverband UCI nicht für Straßenradrennen und -zeitfahren freigegeben. Zusammen mit den flachen Kettenstreben sollen sie Windschnittigkeit und vor allem Komfort verbessern. Für Letzteren hat die Gabel auch einen Versatz bekommen. Der Rahmen selbst basiert auf dem preisgekrönten „SuperSix EVO“, einem Straßenradmodell. Dessen Eigenschaften – leicht (der Toprahmen wiegt etwas mehr als 1.000 Gramm), steif, stark, geschmeidig – die Entwickler auf den Triathlonbruder übertragen haben wollen: Es soll beispielsweise besser klettern und schneller beschleunigen. Die Geometrie wurde anhand Tausender Messdaten von Cannondale-Partner „Guru“, einem Bikefitter, entworfen.

Unser Fazit
Ein gut, wenn auch mit vielen Eigenprodukten ausgestattetes Rad, das sich leicht einstellen lässt. Wer einen flexiblen Begleiter sucht, dürfte daran Gefallen finden.
Cannondale „Slice“ Sattelstütze | Doppelsitz: Zwei Aufnahmen vergrößern die Sattelverstellrange

Doppelsitz: Zwei Aufnahmen vergrößern die Sattelverstellrange

Foto >Carola Felchner

Daten & Fakten

Rahmen

All New Slice (Carbon)

Steuersatz

Slice Si

Gabel

All New Slice (Carbon)

Lenker

Cannondale C3/FSA

Vorbau

Cannondale C2

Sattelstütze

Slice Aero Carbon

Sattel

Fi‘zi:k Arione Tritone

Bremsen

Shimano Ultegra/Tektro

Antrieb

Shimano Ultegra/FSA/ Cannondale

Schaltung

Shimano Ultegra Di2

Laufräder

regulär: Vision T30

Reifen

regulär: Schwalbe One

Größen

44, 48, 51, 54 (getestet), 57, 60

Preis

€ 4.499,–

Kontakt

www.cannondale.com

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Das neue „Slice“, das es in verschiedenen Ausstattungen – mechanisch wie elektronisch – gibt, hat einen steilen Lenkwinkel, eine kurze Kurbel (165 oder 170 mm je nach Rahmengröße) und eine tiefe Front. So sollen der Hüftwinkel geöffnet, die Kraftübertragung verbessert und der Übergang zum Laufen erleichtert werden. Um die Luftströmung zu optimieren, wurde der Kanal zwischen Laufrad und Rahmen reduziert, um den Druckwiderstand zu verringern.

Unser Praxistest

Unser Testrad war eine Custom-Version mit elektronischer „Ultegra Di2“ von Shimano. Das Standardmodell gibt es für 4.499 Euro. Die Einstellung war unkompliziert, präzise und individuell, was zum einen an Details wie der Sattelstütze mit zwei Aufnahmen liegt. Zum anderen an klassisch montierten, unversteckten Bremsen und Kabeln, handelsüblichem Vorbau und einfacher Kabelführung. Keine unerreichbaren Schrauben, keine Kabelfrickeleien. Trotz aller Einstellbarkeit: Das „Slice“ ist ein Renner. Es fährt sich typisch kopflastig mit leicht trägem Kurvenverhalten, liebt und kann Tempo dafür umso mehr.

Cannondale „Slice“ schräg | Getestet haben wir das \"Slice\" mit Mavic \"Cosmic Carbon\"-Laufrädern, regulär ist es mit Vision \"T30\" ausgestattet.

Getestet haben wir das "Slice" mit Mavic "Cosmic Carbon"-Laufrädern, regulär ist es mit Vision "T30" ausgestattet.

Foto >Carola Felchner

Die Sitzposition ist auf aerodynamisch-aggressiv angelegt, der Fahrer sitzt merklich nach vorn rotiert, die Lenkerenden sind gerade. Etwas Gewöhnung braucht diese Position. Das Bike klettert für ein Triathlonrad willig, aber nicht vergleichbar mit einem Straßenrad. Die Spezialität des „Slice“ sind lange Geraden und Abfahrten mit großzügig geschwungenen Kurven. Hier spielt es seine Fahrstabilität aus, zu keinem Zeitpunkt hatten wir das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Auch die 60-Millimeter-Felgen der Mavic-Laufräder (serienmäßig wird das Modell mit dem 30-Millimeter-Clinchern „T30“ von Vision geliefert) zeigten sich vom mäßigen Seitenwind unbeeindruckt. Die Bremsen griffen gut, allerdings wäre bei einem Rad für ambitionierte Triathleten die bei der „Di2“ mögliche Option, auch in Bremsgriffhaltung zu schalten, wünschenswert gewesen.

Bewertung

Einstellbarkeit

4 von 5 Punkten

Geradeauslauf

4 von 5 Punkten

Wendigkeit

2 von 5 Punkten

Kletterverhalten

3 von 5 Punkten

Komfort

3 von 5 Punkten

Ausstattung

3 von 5 Punkten

Preis/Leistung

4 von 5 Punkten

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