Felt „IA FRD LTD“

Boah! Wenn dieses Rad kein Hingucker ist, dann wissen wir auch nicht weiter. Kann seine Leistung auf der Straße das optische Versprechen einlösen?

Von > | 28. August 2015

Felt IA FRD LTD seitlich | Fahrbericht Felt IA FRD LTD

Fahrbericht Felt IA FRD LTD

Foto >Carola Felchner

Die Menge an Radherstellern, die sich an ein ganz spezielles Rad für Triathleten trauen und dieses Vorhaben konsequent umsetzen, wächst: Nach Quintana Roo, Ceepo, Specialized und Trek kommt nun auch Felt mit einem Bike, das seinen Einsatzort ausschließlich im sportlichen Dreikampf hat – denn für das Regelwerk des Radsportweltverbands UCI sind die Rohrformen zu extrem.

Und sie sind es auch, die sofort auffallen, wenn man das „IA“, dessen 2015er-Version wir vorab testen durften, zum ersten Mal sieht. Wuchtig, breit und massiv wirkt der Vollcarbonrahmen, den es für die Montage von mechanischen und elektronischen Schaltgruppen gibt. Das kryptische „IA“ steht für „Integrated Aero“, und das Entwicklerteam soll mit dem Auftrag ins Rennen geschickt worden sein, alle Standards und Limits zu vergessen und ganz von vorn zu planen.

Unser Fazit
Das optische Versprechen eines besonderen Rads hält das „IA“ nicht nur beim Blick auf den Preis. Auf der Straße punktet es mit ausgewiesenen Triathloneigenschaften. Damit ist es vor allem für  erfahrene Langstreckler interessant, die sich an der etwas höheren Windanfälligkeit nicht stören. Innovativ entwickelt, verlässlich umgesetzt. Und dazu ein echter Blickfang.

Ausstattung

Herausgekommen ist ein Rad mit sehr weitreichender Integration: Lenker, Gabel, Sattelstütze und Bremsen gehören als Teile eines Rahmensets ja beinahe schon zur Aero-Standardausstattung. Felt macht da keine Ausnahme und setzt mit dem Hohlraum im Oberrohr noch einen drauf. Verkleidet mit einem Gummidach, bietet der genug Platz für Riegel, Gels oder einen kleinen Ersatzschlauch. Das ursprünglich geplante Trinksystem im Rahmen musste Felt aus patentrechtlichen Gründen zunächst wieder ausplanen.

Felt IA FRD LTD  | Dreikampftauglich: Dass Felt bei der Entwicklung die Triathleten im Blick hatte, offenbart sich nicht nur bei den Extras

Dreikampftauglich: Dass Felt bei der Entwicklung die Triathleten im Blick hatte, offenbart sich nicht nur bei den Extras

Foto >Carola Felchner

Die Sattelstütze wird über einen Spreizmechanismus geklemmt und soll mit ihrem Schlitz in der Mitte für Komfort sorgen, weil dieser Vibrationen unterbinden soll. Ausgestattet war unser Testrad vom Allerfeinsten– das darf man für den Preis von 11.999 Euro aber auch erwarten: Die Gänge wechselt man mit Shimanos elektronischer „ Dura-Ace Di2“, den Sattel steuert Triathlonspezialist ISM bei, die Reifen Challenge, die Laufräder kommen von Zipp. Der ganze Rest stammt aus dem Hause Felt. Das zeigt, wie weit man mit der Integration der Einzelteile tatsächlich gekommen ist.

Daten & Fakten

Rahmen

Felt „Integrated Aero Tri UHC Ultimate + TeXtreme® Carbon“

Steuersatz

FSA integriert

Gabel

Felt „Dagger UHC Ultimate“

Lenker

Felt „Dagger UHC Ultimate“

Vorbau

Felt „Dagger“

Sattelstütze

Felt „Vibration Reducing Aero Tri UHC“

Sattel

ISM „Attack“

Bremsen

Felt „Aero integrated“

Antrieb

Shimano „Dura-Ace 52/39“

Schaltung

Shimano „Dura-Ace Di2“

Laufräder

Zipp „Firecrest 404/808“

Reifen

Challenge „Triathlon“

Größen

48, 51, 54 (getestet), 56, 58

Preis

€ 11.999

Kontakt

www.feltbicycles.com

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Praxistest

Die Einstellung des Rads auf den Fahrer kostete naturgemäß zwar etwas Zeit, aber wenig Nerven. Der Lenker erlaubt mit unterschiedlichen Montagemöglichkeiten fast jede Pad- und Armposition und -höhe. Der Klemmbereich des Sattels hat ausreichend Spielraum für typische Triathlonpositionen. Auf der Straße konnte das Felt mit hoher Steifigkeit (wen wundert’s bei den Rohrdurchmessern?) und einem ruhigen Fahrverhalten überzeugen, das minimal agiler wirkte als bei vergleichbaren Bikes.

Felt IA FRD LTD Front | Bugwelle: Die aufgeräumte Front des „IA“

Bugwelle: Die aufgeräumte Front des „IA“

Foto >Carola Felchner

Seine größte Stärke konnte das „IA“ auf flachen bis welligen Kursen bei starkem Wind ausspielen. Dann kann man förmlich spüren, wie sehr der Rahmen sich nach vorn schieben möchte. Leider ist er durch die großen Flächen bei böigen Seitenwinden nichts für unerfahrene Piloten. Es reagierte war nicht übernervös, der Druck des Winds war aber deutlich zu spüren. Überzeugen konnten uns die hauseigenen Bremsen und die Sattelstütze, die in Kombination mit dem ISM-Sattel tatsächlich für Komfort sorgte. An der Ausstattung gab es nichts zu mäkeln.

Bewertung

Einstellbarkeit

4 von 5 Punkten

Geradeauslauf

3 von 5 Punkten

Wendigkeit

3 von 5 Punkten

Kletterverhalten

3 von 5 Punkten

Komfort

3 von 5 Punkten

Ausstattung

4 von 5 Punkten

Preis/Leistung

3 von 5 Punkten

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