Specialized Alias

Ein Bike mit zwei Gesichtern will Specialized mit dem „Alias“ gebaut haben. Und zwar eins speziell für Athletinnen. Wir haben das Straßen- und Triathlonrad getestet - mytriathlon MEMBER können den Fahrbericht online lesen.

Von > | 18. Juni 2015

Specialized Alias seitlich | Specialized Alias Fahrbericht

Specialized Alias Fahrbericht

Foto >Carola Felchner

Das Frauenrad „Alias“ ist laut Hersteller Specialized so konzipiert, dass man es unkompliziert vom Triathlon- zum Straßenrenner umbauen kann. Kacheln soll damit ebenso gut möglich sein wie Klettern. Der amerikanische Bikeriese hat zudem bei der Konstruktion und Ausstattung des „Alias“ auf frauenspezifische Geometrie und Kontaktpunkte geachtet. Mithilfe wissenschaftlicher Methoden entwickelte Specialized mit dem Zentrum für Sportmedizin in Boulder Passform-Untersuchungen, sogenannte anthropometrische Tests, um perfekte Passform und Funktion für Fahrerinnen jeder Größe und Statur anbieten zu können. Vom Schuh über den Sattel bis hin zum Lenker.

Specialized Alias Detail Tasche | In der Oberrohr-Tasche findet die Verpflegung Platz

In der Oberrohr-Tasche findet die Verpflegung Platz

Foto >Carola Felchner

So kommt das „Alias“ in allen drei erhältlichen Versionen mit steifem „FACT 10r“-Carbonrahmen in einer Geometrie, die die Fahrerin in eine etwas nach vorn verlagerte Haltung bringen soll, kürzeren Kurbeln und in Form und Breite angepasstem Frauensattel und -lenker. Ausgestattet ist das Bike in der „Sport“-Einstiegsvariante mit Shimanos „105er“-Schaltgruppe, FSA-Kurbel sowie Laufrädern und Bremsen von Axis. Das „Comp“ hat „Ultegra“-Komponenten, Axis-Bremsen und Fulcrum-Laufräder. Das von uns getestete „Pro“-Topmodell schaltet und bremst mit einem Mix aus Shimanos „Dura-Ace“- und „Ultegra“-Gruppe, hat eine firmeneigene Carbonkurbel und Roval-Laufräder mit 40-Millimeter-Carbonfelge. Zudem wird das Rad mit Flaschenhaltern, Lenkeraufsatz und versatzloser Sattelstütze geliefert. So sollen sich Athletinnen – selbst oder durch Fittingexperten – in eine effiziente Triathlonposition bringen. Wer möchte, kann die gerade Stütze durch eine mit 35 Millimetern Versatz ersetzen, den Clip-on abnehmen und das Rad dann als Straßenrenner mit entsprechender Sitzposition nutzen.

Unser Fazit
Interessantes Konzept, gut umgesetzt. Besonders für Einsteigerinnen und Athletinnen, die sich nicht auf eine Radsportart festlegen möchten, bietet das Rad eine schnell und vergleichsweise gut einstellbare Alternative zu reinen Renn- oder Tribikes. Vor allem, wenn eine aufrecht-kompakte Haltung bevorzugt wird. Aggressive Positionen sind kaum möglich. Ein (fast) Rundum-Sorglos-Paket mit solider Ausstattung.

Daten & Fakten

Rahmen

Specialized FACT 10r carbon

Steuersatz

1-1/8“ stainless steel

Gabel

Specialized FACT carbon

Lenker

Specialized Women’s Expert

Vorbau

Specialized Pro SL

Sattelstütze

Specialized SL, zero offset

Sattel

Body Geometry Women’s Oura Expert Gel

Bremsen

Shimano Ultegra

Antrieb

Shimano Ultegra, Specialized Pro

Schaltung

Shimano Dura-Ace

Laufräder

Roval Rapide CL 40

Reifen

Specialized Turbo Pro

Größen

44, 48, 51 (getestet), 54, 57

Preis

€ 4.999,–

Kontakt

www.specialized.com

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Unser Praxistest

Die Einstellung ist unkompliziert, allerdings ist der Verstellbereich der Armpads durch die Extension-Halterungen vorn und hinten beschränkt. Die professionell ermittelte Sitzposition unserer Testerin auf deren Triathlonbike ließ sich deshalb nicht 1:1, aber immerhin beinahe, auf das „Alias“ übertragen. Das Rad fährt sich kopflastig, das Lenkverhalten ist behäbig. Perfekt für schnelle Zeitfahrkurse mit wenigen, weiten Kurven. Unserer Testerin mit einer Größe von 1,69 Metern und einer Innenbeinlänge von 80 Zentimetern wurde vom Hersteller ein Rad in Rahmengröße 51 empfohlen. Das ist ein bis zwei Zentimeter kleiner als die Rahmen, auf denen sie normalerweise unterwegs ist, was darauf zurückzuführen sein dürfte, dass diese Größen nicht angeboten werden und der Rahmen sowohl Timetrial- als auch Rennradhaltung abdecken soll – und zwar, ohne das Fahrverhalten stark beeinflussende Anpassungen (z. B. extrem kurzer Vorbau).

Entsprechend kompakt war die Position in Zeitfahrhaltung und aufgerichtet am Oberlenker komfortabel, aber wir stießen beim Absteigen an Ampeln öfter gegen die Lenkerbögen. Den firmeneigenen Sattel empfanden wir sowohl in Aero- als auch in Rennlenkerhaltung als sehr bequem, die Bremsen hätten etwas fester zupacken können auf den glatten Carbonfelgen. Das integrierte Oberrohrfach fasst Riegel und Gels oder ein Minitool und Reifenheber. Will man einen Ersatzschlauch unterbringen, wird es allerdings schon zu eng. Um ein separates Satteltäschchen oder den Transport einiger (Ersatz-)Teile in der Trikottasche kommt man nicht herum. Wohl aber um den Kauf von Flaschenhaltern – denn die werden mitgeliefert.

Bewertung

Einstellbarkeit

4 von 5 Punkten

Geradeauslauf

4 von 5 Punkten

Wendigkeit

2 von 5 Punkten

Kletterverhalten

3 von 5 Punkten

Komfort

4 von 5 Punkten

Ausstattung

4 von 5 Punkten

Preis/Leistung

4 von 5 Punkten

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