Chris McCormack: "Nur wer effizient trainiert, verbessert sich"

Chris McCormack gehört nicht nur den gewieftesten Taktikern, sondern auch zu den besten Technikern der Szene. Im triathlon-Interview erklärt der zweifache Hawaiichampion, warum bei Hobbyathleten das Training in der Gruppe für die Technik am besten ist, was er sich von seiner neuen Trainingsplattform "MaccaX" verspricht und wie sich der Sport in den letzten Jahren gewandelt hat.

Von > | 27. Januar 2015 | Aus: TRAINING

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Challenge Wanaka 2013

Foto >Hannah Johnston / Getty Images

Chris McCormack: "Nur wer effizient trainiert, verbessert sich"

Der zweifache Ironman-Weltmeister Chris McCormack versteht etwas von Geschwindigkeit – und vom Laufen. Unvergessen sein Marathon-Duell mit Andreas Raelert, 2010 in Kona. Damals holte er sich den Hawaiisieg mit genau 100 Sekunden Vorsprung - nach cleveren taktischen und Tempo-Spielchen. Aber beim Laufen kommt es nicht nur auf einen starken Willen, sondern auch auf eine saubere Technik an. Wie in allen Sportarten.

Chris McCormack 2012 | Chris McCormack

Chris McCormack

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Chris McCormack, warum ist eine gute Lauftechnik wichtig für Triathleten?

Beim Laufen geht es um Balance und Effizienz. Und um das geschmeidige Umsetzen von Kraft in Tempo. Das geht nur effektiv, wenn man eine gute Technik hat. Viele Athleten halten sich ewig mit aeroben und anaeroben Fähigkeiten auf und vernachlässigen die Tatsache, dass es der Transfer ist, der diese Fähigkeiten am effektivsten und effizientesten auf die Straße bringt. Das geht nur mit technischer Effizienz und einem konstanten Fokus darauf, sie ständig zu verbessern.

Wie ist das beim Schwimmen und Radfahren?

Technik ist die Grundlage jeder Disziplin. Schwimmen ist ein sehr technischer Sport, diese Disziplin verlangt sicherlich am meisten Arbeit, da sie im Wasser stattfindet und stark davon abhängt wie gut man durch diese viskose Substanz kommt. Es ist eine Sache, Grundlagenfitness zu haben, aber wenn man die meiste Energie damit verpulvert, nur irgendwie durchs Wasser zu kommen, ist das ziemlich ineffizient und der Kampf so gut wie verloren. Man muss die richtige Technik haben, um sein Potenzial voll ausschöpfen zu können.

Vom 27.2.-1.3. verwandelt sich die Neue Stadthalle Langen zum Zentrum der Triathlonwelt. Dann findet dort zum ersten Mal die Triathlon Convention Europe (TCE) statt, eine Messe mit exklusivem Fokus auf den Triathlonsport. Viele Hersteller werden ihre Neuheiten präsentieren. Die Besucher haben die Chance, Fahrräder auszuprobieren oder Neos zu testen. Außerdem sind Praxis-Seminare und Vorträge zu verschiedenen Themen geplant - dazu beantworten Schwimmtrainer, Bikefitting-Experten und Ernährungswissenschaftler die Fragen der Besucher. Ironmanweltmeister Sebastian Kienle hat sich den Termin dick im Kalender angestrichen. Auch Chris McCormack wird in Langen erwartet.

Halten Sie es für sinnvoll, sich als Hobbysportler beim Techniktraining von einem Experten unterstützen zu lassen?

Es ist unumgänglich, seine Technik regelmäßig zu überprüfen. Bei Lauf-, Schwimm- und anderer Technik geht es darum, einen Bewegungsablauf konstant richtig auszuführen, da sich der Körper anpasst und gelernte Fehler nur schwer wieder auszubügeln sind. Deshalb ist es wichtig, dass man mit guten Trainern arbeitet und mit Sportkollegen und in einer Gruppe trainiert, die einem zeigen, wie es richtig geht, sodass man sich selbst so stark wie möglich machen kann. Das ist auch das Herzstück meiner Trainingsplattform „MaccaX“. Wir möchten Athleten mit den besten Köpfen der Welt zusammenbringen und so den Trainingsgruppen bei einer stetigen Verbesserung helfen. Man muss verstehen, an was gearbeitet werden muss und wie sich „das sieht gut aus“ definiert, damit man die Wissensgrundlage hat, um Trainer zu fragen, was in dem Programm passiert, das die jeweilige Technik verbessern soll. Seien Sie zu einem gewissen Grad Ihr eigener Boss und versuchen Sie, besser zu verstehen, was Sie brauchen, um besser zu werden.