So gelingt Ihr Comeback

Haben Sie sich von den Berichterstattungen der großen Sommer-Highlights inspirieren lassen und an ein Comeback gedacht? Unsere Tipps, worauf Sie beim Einstieg in Ihre zweite Karriere achten sollten.

Von > | 22. Juli 2008 | Aus: TRAINING

Eingerostet | Zeit, die eingerostete Form wieder zu entstauben

Zeit, die eingerostete Form wieder zu entstauben

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Haben Sie schon einmal eine sportliche Karriere hinter sich? Waren Sie dann beruflich lange eingespannt? Waren Sie lange verletzt? Oder haben Sie eine Babypause eingelegt? Es gibt viele Gründe, die einmal ein größeres Loch in eine sportliche Karriere reißen können. Doch auf jedes Tief folgt irgendwann mal wieder ein Hoch. So schaffen Sie Ihr Comeback.

Planen Sie realistisch

Damit Ihr Comeback nicht in einer Riesenenttäuschung endet, sollten Sie Ihren momentanen Ausgangspunkt zunächst genau unter die Lupe nehmen: Wie steht es um Ihre körperliche Fitness? Haben Sie Gewicht zugelegt? Welches Zeitbudget steht Ihnen zur Verfügung? Was erwarten Sie von Ihrem Neueinstieg – Ergebnisse oder Erlebnisse? Müssen Sie sich oder irgendwem noch einmal etwas beweisen? Was sagt eventuell eine Leistungsdiagnostik? Erst nach einer sorgfältigen Bestandsaufnahme ist die Planung einer zweiten sportlichen "Karriere" möglich. Sorgen Sie dafür, dass die Lücke zwischen Soll und Ist nie so groß werden darf, um Ihnen den Spaß am Sport zu nehmen.

Wählen Sie die richtige Sportart

Sie waren einmal in einer Sportart recht erfolgreich und suchen nun erneut einen Ausgleich im Sport? Vielleicht ist es nun angebracht, die Sportart zu wechseln! Neue Erlebnisse und Bekanntschaften warten auf Sie. Sie können von Ihren Erfahrungen in der zuvor ausgeübten Sportart zehren. Im neuen Sport sind Sie ein "unbeschriebenes Blatt", es gibt keine Konkurrenten, denen Sie früher leichtfüßig davonlaufen konnten und die nun aber schneller sind als Sie und sich hämisch darüber freuen. Auch Ihrem Körper tut Abwechslung gut, zumal nun vielleicht eher die Gesundheitsaspekte als die Maximalleistung in Ihrem Fokus stehen. Für viele „Ehemalige“ in den Einzeldisziplinen bietet der Triathlon eine sehr gute Möglichkeit für eine zweite Karriere – und für ehemals gestandene Triathleten gibt es ja noch neue unentdeckte Distanzen …

Definieren Sie Ihre Ziele

Haben Sie sich für eine Sportart und Ihre grundsätzliche Ausrichtung entschieden, können Sie nun definierte Detailziele setzen. Das müssen nicht immer avisierte Wettkampfzeiten sein. Vielleicht lohnen sich auch neue Reiseziele, die sich mit Ihrem Sport verbinden lassen? Sie waren vielleicht einmal ein schneller Kurzdistanzler und wissen ganz genau, dass Ihre Bestzeiten nun in unerreichbarer Ferne liegen – dann denken Sie doch einmal über die Teilnahme an einem Ironman nach, der Ihnen weitaus länger im Gedächtnis bleiben wird als die x-te Teilnahme an Ihrem vormaligen Lieblings-Kurztriathlon. Setzen Sie sich auf jeden Fall Ziele, für die es sich zu kämpfen lohnt!

Akzeptieren Sie Veränderungen

Wenn Ihre sportliche Karriere schon ein Weilchen zurückliegt, wird nun vieles nicht mehr so sein, wie es einmal war. Ihr sportliches Umfeld kommt ihnen wahrscheinlich ziemlich jung vor, viele Ihrer Sportkameraden frönen nun anderer Hobbys oder sind beruflich und familiär stark eingebunden. Auch Ihr Körper reagiert wahrscheinlich anders als früher: Die Regenerationszeiten werden länger, hier und da treten neue Zimperlein auf. Lernen Sie, sich mit einem veränderten Umfeld zu arrangieren und mit den Signalen Ihres Körpers korrekt umzugehen – sonst besteht die Gefahr, dass Ihre zweite Karriere schnell in einer Sackgasse endet.

Machen Sie es anders

Erst mit einigen Jahren Abstand wird vielen Sportlern oftmals bewusst, dass in der ersten Karriere nicht alles optimal gelaufen ist: Das jahrelange Beharren auf der falschen Ausrüstung, unglückliche Trainingskonzepte, schlechte Wettkampfvorbereitung... Es gibt viele Dinge, die Sie heute vielleicht anders machen sollten. Auch die Erkenntnisse, die Sie auch außerhalb des Sports gewonnen haben, und der Zuwachs an Lebenserfahrung können Ihnen in Ihrer zweiten Karriere sehr nützlich sein. Wenn Sie Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen nutzen, wird Ihnen kein Greenhorn etwas vormachen können. Beweisen Sie durch Veränderungen, dass Sie auch in unsportlichen Zeiten sportlich gereift sind!

Geben Sie Ihre Erfahrungen weiter

Jeder Sportler entwickelt in seiner Karriere einige Geheimrezepte zum Erfolg. Die Schlüsseleinheiten für die Tempoentwicklung, Ausrüstungs-Gimmicks und die optimale Verpflegung auf der Strecke – tausend Läufer, tausend Philosophien... Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, diesen Erfahrungsschatz zu vererben: Lassen Sie den Nachwuchs an Ihrem Wissen teilhaben – ob als Trainer, Manager oder persönlicher Berater. Sie werden schnell feststellen: Der Erfolg eines Ihrer Schützlinge wird Sie mindestens ebenso stolz machen wie Ihre eigenen Bestzeiten, Pokale und Medaillen. Und: Geteilte Freude ist doppelte Freude.

Vetrauen Sie auf Ihr biologisches Gedächtnis

Bei allen Sorgen und Rückschlägen, die Sie vielleicht bei der Wiederaufnahme Ihrer sportlichen Tätigkeiten erleben werden, dürfen Sie eines nie vergessen: Ihr sportliches und biologisches Gedächtnis ist stets an Ihrer Seite. Ihr Körper erinnert sich genau, wie er auf manche Trainingsreize zu reagieren hat. Sie werden vielleicht überrascht sein, wie schnell Sie wieder in einen Zustand zurückfinden werden, den Sie durchaus als "Form" bezeichnen können. Und wenn es Ihnen nun tatsächlich nicht mehr um Bestzeiten geht, sehen Sie jeden Lauf doch ganz einfach als Einzahlung auf das Sparbuch Ihres biologischen Gedächnisses!