Das bringt eine Leistungsdiagnostik

Bevor Sie sich nach Ihrer Saisonpause hochmotiviert ins Training stürzen, sollten Sie wissen, woran Sie arbeiten müssen. Eine Leistungsdiagnostik kann Aufschluss geben.

Von > | 4. März 2015 | Aus: TRAINING

Triathlon Kongress Paguera Leistungsdiagnostik 05 | Triathlon Kongress Paguera, Leistungsdiagnostik, Feldstufentest im Stadion von Magaluf

Triathlon Kongress Paguera, Leistungsdiagnostik, Feldstufentest im Stadion von Magaluf

Foto >Sina Horsthemke / spomedis

Kennen Sie Ihre maximale Herzfrequenz? Wissen Sie, wo Ihre anaerobe Schwelle liegt? Oder, anders gefragt: Ist Ihnen klar, dass Sie beides brauchen, wenn Sie Ihr Training optimal steuern wollen? Bei einer Leistungsdiagnostik werden während eines Mehrstufentests unter Belastung verschiedene Werte aufgezeichnet, mit deren Hilfe später die individuellen Trainingsbereiche exakt definiert werden können.

Sinnvoll ist so eine Analyse der Leistungsfähigkeit nicht nur für Profi s, sondern für jeden, der sein Training effektiver gestalten möchte. Bevor Sie nun unüberlegt das nächstbeste sportmedizinische Institut aufsuchen, sollten Sie sich den Anbieter (siehe unten) und den Zeitpunkt des Tests gut aussuchen. Was bringt es schließlich, wenn Sie Ihr Training justieren wollen, die Untersuchung aber erst zwei Wochen vor dem wichtigsten Rennen der Saison durchführen? Der beste Zeitpunkt ist deshalb in der Vorbereitungsphase kurz nach Wiederaufnahme des Trainings. Um Ihre Entwicklung zu belegen und bei Bedarf noch Anpassungen vorzunehmen, bietet sich eine zweite Untersuchung vor dem wettkampfspezifischen Training an.

Blut aus dem Ohrläppchen

Bei der Leistungsdiagnostik werden Wattzahl und Laufgeschwindigkeit beginnend bei niedriger Intensität alle zwei bis fünf Minuten um einen zuvor festgelegten Wert gesteigert. Während des gesamten Tests, der normalerweise erst bei Ausbelastung endet, wird die Herzfrequenz aufgezeichnet. Außerdem wird zur Bestimmung der Laktatkonzentration nach jeder Stufe ein Tropfen Blut aus Ihrem Ohrläppchen genommen. Der Laktatwert gilt als Maß für die Belastungsintensität und die Ausdauerleistungsfähigkeit: Je mehr vom Salz der Milchsäure im Blut ist, desto höher ist Ihre Belastung. Und je später der Laktat anstieg einsetzt, desto besser ist Ihre Ausdauer. Auch anhand der Sauerstoffaufnahme kann der Diagnostiker die Stoffwechselsituation erkennen. Hier ist der respiratorische Quotient das Maß für die Belastung – das Verhältnis von ausgeatmetem Kohlenstoffdioxid zu aufgenommenem Sauerstoff.

Eine entscheidende Größe ist die anaerobe Schwelle, auch Dauerleistungsgrenze genannt. Sie ist genetisch bedingt, liegt aber in der Regel bei etwa vier Millimol Laktat pro Liter Blut oder einem respiratorischen Quotienten von 0,8 bis 1,0. An der Schwelle wird genauso viel Laktat produziert wie abgebaut („Steady State“). Bildet sich bei steigender Belastung noch mehr Laktat, kommt es zur Übersäuerung. Zwar können Sie Ihre individuelle anaerobe Schwelle nicht ändern. Durch Training können Sie jedoch beeinflussen, bei welcher Intensität Ihr Körper seine Dauerleistungsgrenze erreicht.

Checkliste: So finden Sie den richtigen Anbieter
  1. Hat der Anbieter Erfahrung und ist Sportwissenschaftler oder Arzt?
  2. Macht das Institut einen seriösen, sauberen Eindruck?
  3. Findet im Rahmen der Anamnese eine Eingangsuntersuchung statt?
  4. Ist das Klima im Testraum angenehm?
  5. Wird Ihre Ruheherzfrequenz bestimmt?
  6. Erklärt man Ihnen den Testablauf?
  7. Wird sportartspezifisch getestet (Triathleten auf Rad und Laufband)?
  8. Werden Ihre Atemgase analysiert?
  9. Hat das Laufband 1 bis 2 % Steigung?
  10. Wird das Rad auf Ihre Maße eingestellt?
  11. Findet die Auswertung am Computer statt?
  12. Gibt es ein Abschlussgespräch?
  13. Gibt man Ihnen Trainingsempfehlungen?
  14. Dürfen Sie die Unterlagen, die übersichtlich und verständlich sind, mitnehmen?
  15.  Steht man für Nachfragen zur Verfügung?