Mit dem SWOLF die Schwimmeffizienz erhöhen

Hinter der Wortschöpfung SWOLF verbirgt sich ein Maß für die Effizienz der Schwimmtechnik. Viele Uhren messen den Wert automatisch - wir erklären, was er bedeutet.

Von > | 25. Januar 2018 | Aus: TRAINING

Mit dem SWOLF wird die Effizienz des Schwimmens gemessen.

Mit dem SWOLF wird die Effizienz des Schwimmens gemessen.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Mit der Messgröße "SWOLF" wird die Effizienz des Schwimmens angegeben. Die Wortschöpfung SWOLF setzt sich aus den beiden Bestandteilen SWIM und GOLF zusammen.  Die SWOLF-Zahl ist die Addition für die Züge, die ein Schwimmer auf einer Bahn braucht, und die Zeit für diese Bahn. 

Weltrekord mit SWOLF 64

Ein Beispiel: Die Schwedin Sarah Sjöström schwamm im Juli 2017 in Budapest zum Weltrekord über 50 Meter Freistil. Für die eine Bahn in der Duna Arena benötigte sie 40 Züge und 23,67 Sekunden. Wenn wir etwas runden, ist ihr SWOLF also 40 + 24 = 64. 

Für Breitensportler ist ein solcher Wert, wie ihn die schnellste Schwimmerin der Welt Sarah Sjöström erreicht, natürlich aus einer ganz anderen Dimension. Wenn ein Schwimmer über 50 Meter 35 Sekunden benötigt und dafür 55 Armzüge einsetzt, liegt sein Wert bei 90. Um diesen Wert zu verbessern, müsste er bei gleicher Zugzahl schneller schwimmen oder bei gleicher Zeit weniger Züge benötigen - jeder Zug würde also mehr Vortrieb erzeugen, die Technik wäre effizienter. 

SWOLF ist nicht gleich SWOLF

Der SWOLF ist in jeder Schwimmart messbar, aber abhängig von der Beckenlänge. Für ein 25-Meter-Becken braucht man natürlich weniger Züge als für ein 50-Meter-Becken. Da der Abstoß natürlich eine große Rolle spielt, ist die Ermittlung des SWOLF auf der 50-Meter-Bahn aussagekräftiger in Hinblick auf die Schwimmtechnik eines Triathleten (beim Beckenschwimmer ist der Abstoß dagegen eine mitunter rennentscheidende Größe und kann daher je nach Zielsetzung im SWOLF mit berücksichtigt werden). Es ist aber auch durchaus möglich, den SWOLF über längere Strecken wie 100 oder 400 Meter zu ermitteln.

Experimentieren Sie mit dem SWOLF

Da es große individuelle Unterschiede in der Schwimmtechnik gibt, ist ein Vergleich der SWOLF von Schwimmer zu Schwimmer schwierig. Zielführender ist es dagegen, selbst mit dem SWOLF zu experimenten. Sie sollten Ihren SWOLF regelmäßig beobachten und damit experimentieren: So können Sie versuchen, mit weniger Zügen pro Bahn schneller zu schwimmen - das funktioniert über eine Erhöhung der Zuglänge. Oder Sie probieren, ohne Erhöhung der Zugzahl schneller zu schwimmen - also mit höherer Frequenz. Wenn Sie den Wert regelmäßig beobachten, werden Sie bald ein Gefühl dafür bekommen, wie Sie Ihre Effizienz steigern können. In der triathlon 157 finden Sie einige wichtige Hinweise zur Schwimmtechnik und Übungen zum Wassergefühl, die zu einer solchen gewünschten Effizienzsteigerung beitragen.

Helfer am Handgelenk

Den SWOLF müssen Sie übrigens nicht per Zeitmessung, Zügezählen und Kopfrechnen ermitteln: Viele Sportuhren wie die gängigen schwimm- und triathlontauglichen Modelle führender Hersteller wie Garmin, Polar und Suunto messen den Wert automatisch nebenbei.