Die 1. Triathlon-Bundesliga im medialen Kontext

Nachdem sich Florian Teichmann in den letzten Blog-Einträgen mit den Insidern der Bundesliga beschäftigt hat, soll es jetzt um die mediale Entwicklung der Bundesliga gehen.

Von > | 20. Juni 2019 | Aus: SZENE

Die 1. Triathlon Bundesliga macht Halt in Düsseldorf.

Die 1. Triathlon Bundesliga macht Halt in Düsseldorf.

Foto >Florian Teichmann

Wie im vergangenen Jahr wird es 2019 wieder einen Livestream vom Geschehen am Medienhafen in Düsseldorf geben. Auf der Homepage der Triathlon Bundesliga können die Fans von überall und auf allen Endgeräten die Rennen am 23. Juni um 13:00 Uhr (Damen) und 14:30 Uhr (Herren) verfolgen.

Die Entwicklung hin zu mehr digitalen Angeboten über Facebook, Instagram und Twitter sowie kurzen Videoclips und Live-Übertragungen ist sicherlich auch von Seiten der Teams von großem Interesse. In der 1. Triathlon-Bundesliga geht es um die Entwicklung des Leistungssports in Deutschland. Die Rennen über die Sprintdistanz mit Windschattenfreigabe sollen eine Plattform für Nachwuchsathletinnen und Weltstars sein. Für die Einen, um erste Rennerfahrungen auf hohem Niveau zu sammeln und für die Anderen, um Trainingsrennen zu absolvieren. Das geht aber nicht ohne entsprechenden Rahmen. Deshalb müssen die Rennen der Triathlon-Bundesliga mit einem entsprechenden Standard (z.B. einheitliches Design, attraktive Strecken und hohe Medienaufmerksamkeit) durchgeführt werden.

Dieser Aufwand ist mit nicht zu unterschätzenden Kosten verbunden. Eine Live-Übertragung wie die in Düsseldorf kostet schon mal gut und gern an die 30.000 Euro. Das stemmt ein kleiner Veranstalter nicht und natürlich können diese Kosten nicht auf die Teams umgelegt werden. Zwar gibt es Teams mit verhältnismäßig großem Etat aber eben auch viele mit nur wenig Geld. Bei uns in Tübingen stehen Kosten von bis zu 5.000 Euro pro Saison an und wir bezahlen keiner Athletin Antrittsgeld. Bei den Kosten handelt es sich nur um die Startgebühr, Anreise, Übernachtung und Kleidung. Um diese Summe stemmen zu können, müssen wir Sponsoren anwerben. Diesen Sponsoren müssen wir aber auch eine Plattform bieten und dabei ist ein Livestream, ein Instagram-Post und auch die lokale Pressearbeit sehr nützlich. Für alle Kanäle muss aber auch Content produziert werden.

Die Unterstützung durch die DTU mit Pressepaketen, kurzen Videoclips und Fotodatenbanken kommt den Teams hier sehr entgegen. Im Großen und Ganzen steckt die Triathlon-Bundesliga aber noch in den Kinderschuhen, verglichen mit anderen Randsportarten haben wir einen eher kleinen Bekanntheitsradius. Auch für Sponsoren bietet die Liga noch nicht die entsprechende Bühne für größeres Engagement. Da kommt ein Event wie das in Berlin Anfang August gerade recht. Bei den Finals 2019 werden beide Rennen der 1. Triathlon Bundesliga live im öffentlich-rechtlichen Rundfunk übertragen. Danach lässt sich sicherlich etwas besser einschätzen, wo genau das Projekt Bundesliga steht, wohin die Reise gehen kann und was noch zu tun ist.

Klar ist aber, von nichts kommt nichts! Wenn der Triathlon in diesem Format aus dem Schatten von Ironman und Challenge treten möchte, dann müssen Veranstalter, Verband und Vereine in Vorleistung gehen. Sie müssen Kosten und Risiken auf sich nehmen, um den Sport weiter zu bringen. Abgerechnet wird dann wie immer am Schluss.