Alistair Brownlee: "Diesmal kann ich es viel mehr genießen"

Alistair Brownlee hat als erster Triathlet zum zweiten Mal Olympia-Gold gewonnen. Doch erst diese zweite Medaille kann er auch wirklich genießen, erklärte er nach dem Rennen. Auch sein Bruder Jonathan zeigte sich ungewöhnlich emotional. Die Stimmen der Protagonisten.

Von > | 19. August 2016 | Aus: SZENE

Rio 2016 - Laufen | Die Medaillengewinner: Jonathan Brownlee, Alistair Brownlee und Henri Schoeman (v. l. n. r.).

Die Medaillengewinner: Jonathan Brownlee, Alistair Brownlee und Henri Schoeman (v. l. n. r.).

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Alistair Brownlee (GBR; 1. Platz)

"Es ist toll. Wir wollten schon vor vier Jahren Gold und Silber holen, aber diesmal haben wir es wirklich durchgezogen. Als Jonny über die Linie gelaufen ist, war mein erster Satz zu ihm: 'Wir haben es geschafft!' Wir werden oft zu unserer Rivalität zueinander befragt und haben nie eine gute Antwort darauf. Das läuft schon, seit wir drei Jahre alt sind: Im Fußball, im Tischtennis, oder beim Rennen durch den Garten - wir standen immer in Konkurrenz zueinander. Jetzt hatten wir beide hatten schwierige Jahre, aber wir haben uns im Training gegenseitig bis an unser Maximum getrieben. Wenn ich einen schlechten Tag hatte, hat er mich gepusht und andersherum. Diese beiden Medaillen haben wir bekommen, weil wir zusammengearbeitet haben."

"Den eigenen kleinen Bruder zehn Sekunden hinter sich über diese Ziellinie laufen zu sehen, ist phänomenal, unglaublich befriedigend. In London wurde mein Sieg als todsichere Sache gesehen und mir die Medaille im Grunde schon ausgehändigt, bevor ich gestartet war. Danach habe ich mich vor allem erleichtert gefühlt. Diesmal kann ich es viel mehr genießen."

Auf die Frage, ob er 2020 in Tokio erneut antreten wird:

"Vielleicht starte ich 2020, ich bin mir noch nicht hundertprozentig sicher. Ich könnte es tun. Wir werden sehen, was mein Körper sagt. Ich könnte auch ein paar Rennen auf den längeren Distanzen ausprobieren."

Jonathan Brownlee (GBR; 2. Platz)

"Wir wurden dieses Jahr abgeschrieben, aber wir sind in Bestform zurückgekommen. Ich werde nicht schnell emotional, aber heute bin ich es sehr. Das war hart. Ich bin ein harter Yorkshire-Mann!"

"Ich bin daran gewöhnt, von Alistair geschlagen zu werden, aber ich war stärker als letztes Mal vor vier Jahren, als ich in London Bronze gewonnen habe. Im Training war ich sogar etwas stärker als Alistair und ich glaube, wenn ich ihn in einen Sprint gezwungen hätte, hätte ich gewinnen können. Vielleicht in vier Jahren dann. Alistair wird dann älter, grauer und langsamer sein."

Henri Schoeman (RSA; 3. Platz)

"Ich kenne keine Worte, die meine Freude über diese Medaille beschreiben könnten. Es gibt nichts besseres als das Gefühl, eine Medaille um den Hals hängen zu haben. Ich bin begeistert und stolz, ich habe Afrika stolz gemacht! Und glaubt es, oder nicht: Vor einer Woche hatte ich Fieber und meine Temperatur war gestern immer noch erhöht. Aber der Doktor hat mir kurz vor dem Rennen gesagt, dass ich es wagen kann. Vielleicht hat mir diese zusätzliche Ruhe das bisschen Extra-Reserve für das Rennen gegeben."

Mario Mola (Mitfavorit; ESP; 8. Platz)

"Ich habe mich gut und stark gefühlt und mein Bestes gegeben, wie ich es in jedem Rennen tue. Die Jungs da vorne waren heute einfach richtig gut. Sie haben die Rennen ihrer Leben gezeigt. In vier Jahren kann ich mir hoffentlich eine der Medaillen sichern."