Alistair Brownlee dominiert in Dubai

Alistair Brownlee ist wieder da: In Dubai ließ der Brite der Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance. Trotzdem präsentierte sich Maurice Clavel stark.

Von > | 2. Februar 2018 | Aus: SZENE

Alistair Brownlee gewinnt den Ironman 70.3 Dubai 2018.

Alistair Brownlee gewinnt den Ironman 70.3 Dubai 2018.

Foto >Getty Images for Ironman

Einfach nur auf seine Laufstärke zu setzen, das war dem zweimaligen Olympiasieger Alistair Brownlee schon während seiner dominanten Jahre als Kurzdistanzathlet zu langweilig: Der Brite stand stets für aggressive Radsplits, für waghalsige Ausreißversuche selbst in aussichtslosen Situationen. Und mit seinem Wechsel auf die längeren und draftingfreien Triathlondistanzen scheint sich der 29-Jährige eine ganze Menge dieses Rennstils erhalten zu wollen.

Brownlee rast zu einer Fabelzeit

Denn beim Ironman 70.3 Dubai machte Brownlee erneut nicht nur beim Laufen, sondern auch auf dem Rad einen Leistungsunterschied zur Konkurrenz deutlich. Nachdem er nach 1,9 Schwimmkilometern noch an den Füßen von Johann Ackermann und in einer neun Mann großen Spitzengruppe aus dem Wasser gestiegen war, ging er prompt in die Offensive. Binnen nur 22 Radkilometern löste er sich bereits um rund 80 Sekunden von einer fünf Mann großen Verfolgergruppe um Sven Riederer (SUI) und die Deutschen Maurice Clavel und Johann Ackermann, zur Halbzeit des Radkurses war dieser Abstand sogar schon auf drei Minuten angewachsen.

In der zweiten Hälfte kam nicht mehr sehr viel mehr Vorsprung dazu - aber weniger wurde es eben auch nicht. Vier Minuten vor Clavel und Riederer erreichte Brownlee nach 90 Kilometern den zweiten Wechsel nach einer Fabelfahrt über 1:58:51 Stunden und war damit auch rund 70 Sekunden schneller als Tyler Butterfield im Vorjahr, als dieser den Kurs als Schnellster absolviert hatte. Und auch danach blieb Brownlee dominant und machte sogar auf alle Verfolger weitere Zeit gut. Wenn auch nur wenige Sekunden auf seine beiden schnellsten Jäger: Maurice Clavel und Sven Riederer eröffneten ein Duell im Kampf um den zweiten Rang und ließen sich auf den ersten zehn Kilometern gegenseitig nicht aus den Augen.

Clavel und Riederer auf der Jagd

Auf den ersten 10,3 Kilometern, die Brownlee in 31:29 Minuten gerannt sein soll, verloren sie nur rund 50 Sekunden auf den zweimaligen Olympiasieger, der an der Spitze mit gewohnt aufrechtem Körper, aber veränderter Fußarbeit seine Bahnen zog: Der in den letzten Jahren oft von Sprunggelenksproblemen geplagte Brite hat seinen zu Kurzdistanz-Zeiten oft aggressiven Vorfuß-Laufstil offenbar auf einen möglicherweise etwas schonenderen mittelfußlastigeren Stil umgestellt.

Dieser Stil spülte ihn in der zweiten Hälfte noch weiter von seiner Konkurrenz davon. Mit einem Halbmarathonlauf über 1:09:34 Stunden, den ein entspannter Brownlee im Ziel als "kontrolliert" bezeichnete, entschied er das Rennen in 3:35:32 Stunden für sich und hat damit die Chance, die Triple Crown und damit verbunden ein Millionenpreisgeld zu gewinnen, wenn er Siege bei - voraussichtlich - der Ironman-70.3-WM und dem Ironman 70.3 Bahrain nachlegt. Zweiter wurde über sechseinhalb Minuten hinter Brownlee dessen ehemaliger Kurzdistanz-Konkurrent Sven Riederer. Der offensiv gestartete Maurice Clavel musste auf der zweiten Hälfte etwas zurückstecken und wurde von Riederers Landsmann Ruedi Wild kurz vor dem Ziel auch noch vom Treppchen verdrängt. Clavel sicherte sich aber souverän den guten vierten Rang in einem Weltklassefeld.

Ironman 70.3 Dubai 2018

  1. Februar 2018, Dubai (VAE)

Name

Nation

Gesamt

1,9 km Swim

90 km Bike

21 km Run

1

Alistair Brownlee

GBR

3:35:30

22:35

1:58:51

1:09:34

2

Sven Riederer

SUI

3:42:05

22:45

2:02:52

1:12:12

3

Ruedi Wild

SUI

3:42:42

24:17

2:03:30

1:10:12

4

Maurice Clavel

GER

3:43:38

22:42

2:03:04

1:13:44

5

Nicholas Kastelein

AUS

3:44:19

22:41

2:05:12

1:12:10

6

Ilia Prasolov

RUS

3:45:35

24:01

2:03:55

1:13:09

7

Jesper Svensson

SWE

3:45:41

22:38

2:03:00

1:15:47

8

Ronnie Schildknecht

SUI

3:47:08

25:19

2:02:25

1:14:57

9

Bertrand Billard

FRA

3:47:10

24:23

2:03:23

1:14:45

10

Kevin Maurel

FRA

3:47:53

23:29

2:04:28

1:15:47

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